Wenn man fotografiert will man seine Bilder auch gerne zeigen. Dabei kommt man in der Regel nicht um die Bearbeitung der Fotos herum und muss sich spätestens beim bearbeiten mit dem Bildausschnitt auseinandersetzen.
Aktuelle Kameras bieten uns mit Ihren mindestens 24 Megapixeln genügend Luft um einen Ausschnitt zu vergrößern, was in aller Regel auch ausreicht um noch Bilder - zumindest auf 10x15 zu drucken. Bei Postern ist das noch etwas anderes, hier kommt es aber auch darauf an wo das Bild später hängt und wie weit der Betrachter in aller Regel entfernt ist.
163 mm | ƒ 5.6 | ⅟2000" | ISO 100
Beim zurechtschneiden können wir aber die Bildwirkung maßgeblich beeinflussen, indem wir andere Formate wählen. Dies kann auch für den späteren Druck interessant sein, denn wir müssen natürlich nicht im 4:3 Format bleiben, sondern können auch hier - in individuell gefertigten Rahmen - ein breites Bild oder ein Quadrat auf die Wand bringen. Je nach dem wie es passt.
Im folgenden zeige ich gängige Formate und gehe etwas auf die Wirkung ein. Je nach Motiv wirkt dies natürlich anders und der eigene Geschmack spielt natürlich auch eine nicht unerhebliche Rolle. Aus der Kamera kommt es im 4:3 Format was den Papierbildern 10x15 entspricht.
16:9 - angepasst an heutige Medien
Will man das Bild vorrangig am PC Zeigen, auf dem Fernseher oder auch in Social Media posten empfiehlt es sich das Bild auf 16:9 anzupassen. Die Bildwirkung ist noch relativ ähnlich dem 4:3 Format, entspricht aber eher dem menschlichen Sichtfeld. Computerbildschirme und Fernseher sind meistens auch im 16:9 Format, so das man das Bild Bildfüllend darstellen kann.
163 mm | ƒ 5.6 | ⅟2000" | ISO 100
Kinofeeling im Cinemscope 2,35:1
Viel Dynamik bringt man ins Bild wenn man es im Kinoformat schneidet. Im Verhältnis lange Kante zur kurzen Kante währt man 2,35:1 was das Bild ziemlich in die Breite zieht und sich so für Landschaft, Bewegung oder sehr breite oder weite Motive eignet.
Aber auch Portraits sind in diesem Format möglich und man zeigt noch die Umgebung - natürlich mit deutlich weniger Bokeh.
163 mm | ƒ 5.6 | ⅟2000" | ISO 100
Ich persönlich liebe es meine Bilder im Cinemascope zu zeigen. Zwar hat man auf dem Fernseher oder auch am Monitor oben und unten streifen, aber ich mag die Bildwirkung, die breite, das man viel Umgebung zeigt. Außerdem ist das Format mal was anderes und nicht so "von der Stange".
198 mm | ƒ 5.6 | ⅟1250" | ISO 100
Aber Achtung! Möchte man seine Bilder in diesem Format zeigen muss man beim fotografieren echt aufpassen das man sein Motiv klein genug darstellt. Es passiert ganz schnell das man in der Bildhöhe zu viel Raum einnimmt, was hinterher den Beschnitt unmöglich macht.
der neue, alte Scheiß: 1:1
Social Media, insbesondere Instagram, sei dank erlebt das 1:1 Format eine Renaissance. Zwar kann man mittlerweile nahezu jedes Format bei Instagram posten, jedoch ist die Plattform noch immer auf 1:1 ausgelegt. Das Bild wirkt in diesem Format recht statisch und somit eignet sich nicht jedes Motiv in diesem Format.
163 mm | ƒ 5.6 | ⅟2000" | ISO 100
Glänzen kann man im 1:1 mit sogenannten Top-Shots. Das heißt man fotografiert von oben, rechtwinklig zum Boden, herunter. Hierbei ist auf rechtwinkliges arbeiten zu achten, da man sonst stürzende Linien erhält. Die eigenen Füße im Sand am Strand zum Beispiel. Oder aber Dinge, die symbolisch für eine Tätigkeit stehen - Wanderschuhe, Trinkflasche, Sonnenbrille, Proviant - für einen Wandertag.
Dabei ordnet man die Dinge so an, das eine gewisse Geometrie entsteht und das Quadrat mit Objekten gefüllt ist. Dies kann eine tolle Auflockerung für das Urlaubs-Fotobuch sein und kann manchmal mehr zeigen und aussagen als ein Landschaftsbild von der Wanderung.
50 mm | ƒ 9.0 | ⅟60" | ISO 100
Man sieht: es sind eine menge Möglichkeiten für eine Vielzahl von Motiven möglich, die Bilder anders wirken lassen. Wenn man etwas herum experimentiert kann man gleiche Motive anders wirken lassen - gerade auch für Blogs bieten sich so Möglichkeiten ein Bild schön ins Layout einzupassen.
Natürlich kann man auch von den gängigen Formaten abweichen und z.B. ein Weitwinkel Landschaftsfoto noch viel breiter als 2,35:1 zeigen, Himmel und Vordergrund minimieren und das wesentliche zeigen. Oder in dem Beispiel sogar den Fokus gezielter auf etwas lenken indem man 1:1 wählt.