Fortsetzung von Teil #4 HIER
3.5. Grundlagen der Verführungskunst
Nachdem nun die Vorbedingung der eigenen Reflexion sowie die damit verbundene erforderliche Veränderung der inneren Haltung erläutert sowie einige wichtige Einblicke in das Wesen der Frau gegeben wurde, werden im Folgenden die Grundlagen der Verführungskunst beleuchtet.
Wichtig ist zuerst die Überwindung der Angst und dass man sich bewusst hält, man habe nichts zu verlieren. Es geht viel weniger um das Endergebnis und auch nicht darum, ob man Anerkennung bekommt, sondern vielmehr um die Neugier auf Frauen und dass es schön ist, neue Menschen kennenzulernen; der Weg ist also das Ziel. Was die Auswahl anbelangt, solle diese nicht auf jene Frauen eingeschränkt werden, die Flirtbereitschaft signalisieren und auch von der Schönheit solle man sich nicht einschüchtern lassen, denn sehr oft, sind gerade diese Frauen, die eine bestimmte Arroganz an den Tag legen hinter ihrer Maske unsicher.
Was den Ort des Ansprechens angeht, so kennt der Verführungskünstler keine Grenzen. Er spricht Frauen im Grunde überall an, wo es ihm gefällt; auf einer belebten Straße, im Bus, in einem Club oder einer Bar, etc.
Dabei kann das Ansprechen in verschiedener Weise vonstattengehen; mittels einer harmlosen Strategie, welche jedoch nicht sonderlich beliebt ist, da sie als nicht besonders originell gilt; mittels der direkten Methode, die sofort signalisiert, dass man die Frau attraktiv findet und mit ihr etwas unternehmen möchte, was Mut und Dominanz ausstrahlt oder mit einer frechen Anmache, die jedoch nur erfahrene Männer verwenden sollten, da man in 80% der Fälle eine Abfuhr be-kommt und man einen guten Anschluss braucht, um das Blatt zu wenden. Laut Kuhn sei der erste Spruch auch gar nicht so wichtig und der Erfolg hänge mit 93% von der nonverbalen Kommunikation, Tonlage und Timing ab. Ein sehr direkter Spruch wäre beispielsweise: »Weißt du, an wen du mich erinnerst? … (Pause) … An jemanden, den ich kennenlernen möchte.« (Oliver Kuhn. Der perfekte Verführer. S. 112)
Eine andere Methode des Ansprechens wäre die indirekte Methode, bei der die Frau gar nicht merkt, dass und wie sie verführt wird. Dies kann sich auch in einer Herbeiführung einer zufälligen Situation äußern. Die indirekte Methode passiert darauf, die Frau mit einer plausiblen Meinungsfrage anzusprechen, die nicht als Anmache erkennbar ist, was die Möglichkeit einer Abfuhr gleich null stellt. Man kann z.B. eine Frau mit der Angabe, dass man nur kurz Zeit habe, nach einer weiblichen Meinung fragen, wenn es um ein Parfum geht. Hier hat man zwei zur Auswahl, die jeweils auf einem Handgelenk aufgetragen wurden. Dieser Einstieg wird sodann im Folgenden ausgebaut, bis man nach einer entspannten Unterhaltung an die Telefonnummer der Frau kommt.
Entscheidend ist, dass bereits in den ersten Sekunden echtes Interesse gezeigt wird und dass man an dem Menschen, an der Persönlichkeit interessiert ist. »Die beste Anmache entsteht aus einer einmaligen Situation und passt nur genau zu diesem einen Moment und dieser einen Frau. Sie gibt ihr das Gefühl, dass dieser Spruch noch nie zuvor gemacht wurde.« (Oliver Kuhn. Der perfekte Verführer. S. 119)
Wichtig ist bei alldem, dass man sich einer Frau nie von hinten nähern sollte und man ihr auch nicht das Gefühl gibt, sie würde einen jetzt nicht mehr los werden, weshalb man klarstellen sollte, dass man gleich wieder weg müsse oder nur kurz Zeit habe. ― Die Kunst nach dem erfolgreichen Einstieg, ist erfolgreich ein Gespräch zu gestalten.
Dies geschieht auf mehreren Ebenen; einerseits auf einer inhaltlichen, wo man aufpasst, welche Themen angebracht sind, was sie interessiert und wie man den Grad der Intimität erhöhen kann. Aber auch wie man von diesen Themen spricht, d.h. man sollte es möglichst vermeiden argumentativ, problematisierend oder argumentierend zu sprechen, sondern nur assoziativ und deskriptiv, um die Frau im Zuge des Sprechens an den eigenen Gefühlen teilhaben zu lassen und in ihrem Inneren eine Bilderwelt erschaffen, die sie einnimmt.
Gleichzeitig sollte man aber auch nicht nur von sich selbst sprechen, sondern im Gegenteil ihr die Möglichkeit bieten, sich selbst in ein gutes Licht zu rücken, denn jeder Mensch und besonders Frauen wollen ihre Geschichten erzählen, lachen und Bestätigung. Es gilt also gut zuzuhören, die Frau zu spiegeln und mit einer offenen Haltung auch ihrerseits eine offene und emotionale Kommunikation zu erzeugen. Dabei ist es zudem relevant, dass man zu ihren Wertvorstellungen dringt, indem man richtige Fragen stellt, wodurch man viel über ihre Persönlichkeit erfährt. Z.B. wen sie gerne in einem Film spielen würde, wann sie sich in ihrem Leben besonders gut gefühlt hat, was sie glücklich macht, wie gut sie sich selbst kennt, was sie an sich selbst am Meisten nervt oder wie es sich angefühlt hat, als sie das erste Mal richtig verliebt war. Im Fall, dass das Gespräch eine Wendung erfährt, wo plötzlich ein Thema auftaucht, das sich zieht oder bei ihr Unbehagen hervorruft, wird der Verführungskünstler das Thema einfach radikal ändern. Generell sollte man über Dinge sprechen, die eine positive Stimmung erzeugen.
Ebenso von Bedeutung sind Komplimente, mit denen man das Gespräch und die Aufmerksamkeit der Frau steuern kann; z.B. indem man ihr vermittelt, dass es interessant ist, sich mit ihr zu unterhalten. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn ein Kompliment sollte ehrlich sein und nicht so wirken, als hätte man sexuelle Hinter-gedanken bzw. als würde man dies nur sagen, um einen Vorteil zu gewinnen.
Zu vermeiden sind Passivität, langsames und ermüdendes Erzählen, Humorlosigkeit, Banalität und Oberflächlichkeit und mangelnde Konzentration. ― Vielmehr soll man reich gestikulieren und mit vielen Bildern beschreiben, gerne mal ein Geheimnis mit ihr teilen, eine Wohlfühlatmosphäre schaffen und sich auch mal selbst disqualifizieren. Dieses Konzept der Selbstdisqualifikation ist besonders zu beachten, denn laut Kuhn werden wir von Dingen verführt, die wir unterschätzen. Die Frau lässt dadurch eher ihren Schutzschild herunter. Ohne den Frame des Alpha aufzugeben, soll man auch über Schwächen sprechen und zu ihnen auf humorvolle, ehrliche und liebevolle Weise stehen. Versucht der Mann hingegen eine fehlerfreie und makellose Person darzustellen, so bringen die Frauen ihm negative Gefühle entgegen. Anders ist es mit der Bereitschaft die schwachen Seiten zu zeigen, wo man Anteilnahme, Mitgefühl und Sympathie erhält. Dadurch signalisiert man der Frau auch, dass man nicht einer dieser vielen Männer ist, die nur auf Sex aus sind, dass sie keine Angst haben braucht und man sich selbst nicht beweisen muss. Sie wird umso beeindruckter sein, wenn sie im Verlauf sieht, wie viel wirklich in einem steckt.
Weiters soll man Frauen necken, was leicht abwertende, negative Kommentare meint, »bei denen jedoch immer erkennbar bleibt, dass sie nicht wirklich bösartig gemeint sind, Sätze also, die […] vermeintliches Desinteresse an der Frau unter-streichen und sie gehörig verunsichern.« (Oliver Kuhn. Der perfekte Verführer. S. 160)
Die erzeugte diffuse Realität macht das Gegenüber offener für Suggestionen und lässt die Frau das Gespräch als Heraus-forderung sehen. Außerdem hebt man sich wieder von all den Männern ab, die es nur auf das Eine abgesehen haben. Grundsätzlich gilt je schöner die Frau ist, umso mehr kann man sie necken, da sie es in der Regel gewohnt ist, dass man in ihrer Nähe mit Komplimenten um sich schmeißt.
Das Necken kann unter verschiedenen Varianten ablaufen. Eine davon nennt sich Cocky & Funny, was so viel bedeutet wie selbstbewusst & neckisch. Diese auf den Verführungskünstler David DeAngelo zurückgehende Strategie, äußert sich in einer arroganten Haltung, die gleichzeitig humorvoll ist, was Dominanz und Intelligenz aufweist. Eine andere Methode aus dem Instrumentarium der Verführungskünstler ist das Push & Pull, mit dem man sexuelle Spannung auf-bauen kann. Man könnte hier sagen, es handle sich um ein Wechselbad der Gefühle, wo sich Necken und Disqualifizierung mit Kompliment und Annäherung abwechseln. Wenn man beispielsweise im einen Moment sagt, man würde die Frau jetzt gern küssen, sagt man ihm nächsten auch schon, dass man sie dafür aber erst richtig kennenlernen will. Dieses Push & Pull Spiel lebt von Andeutungen, von Blicken und unscheinbaren Berührungen, die man gibt und wieder entzieht.
Man könnte nun viele weitere Seiten mit Grundsätzen, Methoden, Leitlinien und Anregungen füllen, die auf akribische Weise und mittels praktischer Beispiele zeigen, wie sie funktionieren. Z.B. wie man ihr einen Kuss gibt, emotionale und körperliche Synchronizität erzeugt, NLP-Techniken anwendet, Gefühlslagen ver-ändert und verankert, das Nähe-Distanz-Spiel perfektioniert, in Gruppen von mehreren Menschen verführt oder nach Erhalten der Telefonnummer das perfekte Date ausmacht, aber all das würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
Wichtig ist zu wissen, dass der Verführungskünstler in jeder Situation bedacht ist seinen eigenen Rahmen zu behalten, d.h. die Tests der Frauen zu bestehen und gleichzeitig eine spielerische Welt voller positiver Emotionen zu erzeugen, die er langsam aber sicher zur physischen Eskalation bringt.
[...]
ENDE TEIL #5
Literaturverzeichnis
Oliver Kuhn. Der perfekte Verführer. ― Knaur Taschenbuch Verlag. München. Originalausgabe. 2007
Lodovico Satana. Lob des Sexismus. Ein Praxisbuch für Aufgeschlossene. ― Books on demand. 1. Auflage 2006
Neil Strauss. Die perfekte Masche. ― Ullstein Taschenbuch Verlag. Berlin. 4. Auflage 2009 (Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Game. Regan Books. New York)
Louann Brizendine. Das weibliche Gehirn. Warum Frauen anders sind als Männer. ― Hamburg 2007
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