Ich sage es gleich, ich bin kein Vegetarier und auch kein Veganer,
aber trotzdem habe ich mir immer mal wieder die Frage gestellt, warum bei manchen Produkten im Supermarkt, die auf den ersten Blick klar pflanzlichem Ursprung scheinen „vegan“ darauf steht, wenn sie doch rein pflanzlich zu sein vorgeben. Was könnte bei einem Apfelsaft denn schon nicht vegan sein. Die paar Würmer und Insekten vielleicht, die sich bei der Herstellung zufällig in den Saft verirrten?
Die Wahrheit ist viel schlimmer und ekeliger,
als ich es mir vorstellen konnte. Bei der industriellen Saftproduktion wird oftmals Gelatine verwendet, zum Beispiel, um die trüben Säfte glasklar zu machen. Weil der Konsument das einfach mag. Mir persönlich schmecken ja die naturtrüben Säfte besser, aber wahrscheinlich bin ich auch kein Durchschnittskonsument. Egal.
Gelatine besteht aus Schlachtabfällen von Schweinen und Rindern und so.
Das heißt, wenn ich nun ein Veganer bin,
oder wenigstens ein Vegetarier und mir ungeniert einen Fruchtsaft aus dem Supermarkt reinpfeife, kann es leicht vorkommen, dass ich Schweinefleisch konsumiere. Unabsichtlich und vollkommen unwissend. Und nicht nur irgendein Schweinefleisch, sondern die Knochenabfälle, also den ganzen ekelhaften Rest, der nicht mehr anders verwertet werden kann. Daher ist Gelatine auch so billig und deshalb auch so beliebt in der Lebensmittelindustrie.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute bringe ich euch ein Beispiel aus der Frischkäsezubereitung mit Gelatine.
Ja ihr habt richtig gehört, auch im Käse wird Gelatine verarbeitet. Heute stelle ich euch den Brotaufstrich „Brunch“ vor. Dort ist ganz offiziell Gelatine verarbeitet und dass muss man dem Konzern zugutehalten, denn er hat die Gelatine wenigstens auch gekennzeichnet, nämlich auf der Packungsrückseite bei den Zutaten. Das ist nicht dringend vorgeschrieben, sagt die Lebensmittelindustriegesetzgebung der Europäischen Union, aber der Brunch macht das einfach freiwillig, keine Ahnung warum. Die meisten Hersteller verzichten auf diese Kennzeichnung, irgendwie auch logisch. Man würde ja wahrscheinlich mit so einer Kennzeichnung viele Vegetarier abschrecken und sich so Kunden nehmen.
Wie kann ich wissen, ob mein Lieblingsstreichkäse Gelatine beinhaltet?
Ein Indiz für Gelatine im Käse ist, wenn zum Beispiel draufsteht, Frischkäsezubereitung. Dann kann man davon ausgehen, dass Gelatine und ein paar weitere Tricks zur Anwendung kommen können, um dem Aufstrich die richtige Note zu verpassen. So wird auch Stickstoff verwendet, um den Käse locker, flockig luftig aufzublasen und für mehr Volumen sorgen, wo keines ist, damit aus einer Portion zwei werden und damit der Käse feiner und flauschiger wird, als naturbelassener Frischkäse.
Mann kann also als Veganer oder Vegetarier nur in russischer Roulette Mentalität hoffen,
dass einem nicht das Schweinefleisch im Apfelsaft, oder Frischkäse dreist untergeschoben wird. Somit kann getrost gesagt werden, es lebe die Lebensmittelindustrie und ihre fiesen Tricks. Da lohnt es sich einen Bauernhof und ein paar Kühe zu haben, oder Ziegen, oder Schafe, oder Schweine, oder Hühner. Und vielleicht auch noch sein eigenes Gemüse anbauen und Obstbäume. Ach, welch romantischer Gedanke.