Bevor wir mit praktischen Tipps loslegen, möchte ich meine mentale Basis dafür aufzeigen.
Ich gehe davon aus, dass unsere Realität etwas sehr Subjektives ist und sich durch die Art und Weise unseres Erlebens stark verändern kann.
Dabei stütze ich mich auf Psychologie, Soziologie, Geschichte und Medizin.
Wenn euch mein Ansatz nicht taugt, geht einfach weiter.
Betrachtet ihn wie eine Platte mit Keksen. Schmecken euch die Kekse nicht, esst sie einfach nicht 😉
Wie wir uns neu programmieren.
Für mich stellt sich die Realität so dar, das unsere Gedanken und Gefühle die Grundsteine für alles sind, was wir erleben und gestalten können.
Deswegen weiß ich, dass meine Gedanken und damit meine Identifikation und mein Selbstbild der Schlüssel zu meiner Realität sind.
Ich sehe die Realität also als eine formbare Matrix und meine Gedanken und Gefühle sind quasi der Quellcod der Programmierung. Ich kann die Matrix, die ich erlebe verändern, wenn ich den Cod verändere und genau da setzten meine Methoden an.
Ich habe für mich in den letzten 5 Jahre ein Modell ausgearbeitet, dass ich euch hier weitergeben will. Natürlich findet man es ähnlich auch in irgendwelchen Büchern oder so, aber es ist nicht abgekupfert, sondern wirklich so in der Art von mir erarbeitet. Also etwas sehr individuelles und Persönliches. Ich weiß also nicht, ob es für euch auch funktioniert und habe es nie mit anderen Menschen getestet. Lest es einfach, überlegt ob das was für euch ist, und probiert es ggf. aus.
Das Modell beruht auf einem praktischen, einem theoretischen und einem tiefenpsychologischen Ansatz.
(Bildquelle Pixabay https://pixabay.com/de/users/langll-822640/)
Glaubenssätze herauskristallisieren.
Der erste Schritt ist super wichtig.
Ihr müsst herausfinden was ihr wirklich über die Welt und euch glaubt, und zwar möglichst da wo es weh tut. Das kann ein sehr aufwühlender und schmerzhafter Prozess sein.
Glaubenssätze sind Meinungen die wir während unserer Identifizierung und der Bildung unseres Selbstbewusstseins angenommen und verinnerlicht haben.
Runtergebrochen gibt es 3. Arten von Glaubenssätzen.
Ursachenorientiert.
Ich bin krank geworden, weil ich mit nassen Haaren raus bin, obwohl es kalt war.
Ich werde gemobbt, weil ich hässlich bin.
Ich bin heute arm, weil ich ein schlechter Schüler war.Bedeutungsorientiert.
Mein Körper möchte mir ein Signal geben, deswegen bin ich krank geworden.
Mein Leben will mir etwas sagen, darum werde ich gemobbt.
Ich bin arm, weil gute Menschen eben immer arm sind, und nur Arschlöcher reich werden.Identitätsbezogen.
Das Leben meint es schlecht mit mir.
Niemand kann mich leiden.
Ich bin eben ein kränklicher Mensch.
Um diese Glaubenssätze zu erkennen braucht es Zeit und Übung im Reflektieren.
Am besten setzt ihr euch regelmäßig mit einem Stift und Papier hin und schreibt eure Gedanken auf. Versucht zu erkennen, wenn ich etwas negativ empfindet oder eine automatische negative Meinung habt. Schreibt einmal eure Ideen über die Welt auf. Sowas wie (das sind nicht meine Meinungen ja!!! ), alle Frauen wollen nur mein Geld, hübsche Frauen sind oberflächlich, die Reichen hinterziehen doch eh alle Steuern. Ich bin viel zu faul, ich schaff da nie. Ich kann eh nicht abnehmen, die schlechten Gene und außerdem esse ich viel zu gern. Ich kann niemals so gut kochen wie meine Mutter. Ich bin viel zu unattraktiv, mich liebt eh keiner.
Ihr erkennt solche Muster vor allem an euren Verallgemeinerungen. Wenn ihr jemanden habt dem ihr wirklich vertraut, könnt ihr diese Person dazu holen. Sie kann euch spiegeln wie sie euch erlebt.
Lasst euch ruhig zeit und setzt euch immer mal wieder daran. Manche Glaubenssätze liegen sehr tief versteckt weil sie sehr schmerzvoll sind und an ein Kindheitstrauma geknüpft wurden. So etwas braucht Zeit und Kraft. Erwartet also nicht von euch, alles in einem Rutsch aufzuarbeiten, das macht keinen Sinn.
(Bildquelle Pixabay https://pixabay.com/de/users/jill111-334088/)
Affirmationen um Glaubenssätze zu verändern.
Wenn ihr jetzt wisst, wo ihr ansetzen wollt, dann nehmt euch 2-3 Glaubenssätze vor.
Nehmt euch wieder ein reales Papier und einen Stift zur Hand. Ich bin der Überzeugung, dass es einfach einen Unterschied macht, ob wir etwas wirklich mit der Hand schreiben, laut vorlesen oder nur am Bildschirm sehen.
Wer sehr intensiv arbeiten will, nimmt sich einen ganzen Block als Arbeitsmaterial.
Jetzt schreibt ihr, möglichst schön und gut lesbar auf, was ihr ändern wollt.
Ich zeig euch jetzt ein Beispiel von mir.
Seit meinem 14 Lebensjahr kämpfe ich mit Übergewicht.
10 Jahre lang habe ich krampfhaft versucht abzunehmen bis mir bewusst wurde, wie ich über mich denke.
-Ich bin undiszipliniert, darum bin ich fett.
-Ich bin absolut unsportlich, ich hasse Sport.
-Ich habe es gar nicht verdient, einen schönen Körper zu haben und glücklich zu sein.
- Schöne Menschen sind eingebildet.
-Schöne Frauen sind Tussis.
-Ich esse viel zu gern.
-Ich hab, seit ich klein bin, Essattacken, dagegen kann ich jetzt nichts mehr machen.
-Ich hasse meinen Körper.
-Ich habe echt schlechte Gene, alle in meiner Familie neigen zu Übergewicht.
So in etwa sah das aus mit meinen Glaubenssätzen über mein Gewicht.
Natürlich habe ich so nicht abgenommen, wie denn auch? Ich quälte mich mit Diäten, hielt sie nie durch und hasste mich dafür noch mehr, was wieder in Essattacken endete.
Ich schrieb also auf meine Seite etwa Folgendes auf:
Ich liebe es, mich gesund zu ernähren und habe Freude an meinem schön geformten Körper. Instinktiv esse ich die richtigen und gesunden Lebensmittel, die mir innere Schönheit verleihen und meinen Körper gesund und schlank halten. Ich liebe es, mich zu bewegen, es tut meine Seele und meinem Körper gut. Ich lasse den Schmerz meiner Kindheit los und fühle tiefe Zufriedenheit in mir und nehme meinen Körper an. Mein Körper ist ein Geschenk, er macht mein Leben erst möglich, ich behandle ihn wie das kostbarste, was ich besitze. Mein Geist formt mein Körper und ich habe es verdient, mich schön und glücklich zu fühlen.
Natürlich habe ich mir selbst kein Wort geklaubt, versteht sich.
Aber ich wollte es probieren, der Sache eine Chance geben.
Also schrieb ich zu Beginn jeden Morgen und jeden Abend die Seite mit meinen neuen Glaubenssätzen ab, bis ich sie in und auswendig konnte.
Das ist nicht nötig, wer keine Zeit hat, liest es nur laut vor (oder leise). Gut wäre ein Mal nach dem Aufstehen und einmal vor dem Schlafen, wenn zwei mal zuviel ist dann vor dem Schlafen.
Ich glaubte diese Sätze immer noch nicht wirklich, aber irgendwann konnte ich sie selbst im Schlaf noch rezitieren. Und nach und nach passierte etwas. Ich fand heraus warum ich tat was ich tat, Schritt für Schritt löste ich diese schmerzhaften Momente auf und lies sie los. Ich hörte auf mich mit Diäten zu quälen und fing an, mir zu vertrauen. Darauf zu vertrauen das ich mich nicht mit Essen selber umbringe, sonder mein Körper und meine Seele wissen, was ich brauche. Inzwischen habe ich 15 Kilo verloren und gehe fast täglich im Pool schwimmen. Ich liebe es und tue es nicht, um abzunehmen, sondern weil es mir einfach unglaublich gut tut. Auch meine Essattacken sind weg. Wenn ich mal mehr Esse dann vertraue ich darauf, das ich es brauche und automatisch weiter abnehme, wenn meine Seele bereit dazu ist. Zum Beispiel habe ich herausgefunden, das ich vor der Periode etwas mehr esse und danach tendenziell dann etwas weniger Appetit habe.
Also, egal wie dämlich euch diese Sätze vorkommen, ihr müsst gar nicht wissen wie sie jemals Realität werden sollen. Probiert es einfach aus, ich mein, was habt ihr zu verlieren???
(Bildquelle Pixabay https://pixabay.com/de/users/Wortley-5863683/)
Selbstbild/Identifikation verändern.
Ein grosses Problem bei vielen Menschen ist, das wir uns selber nicht mehr glauben.
Bereits in der Schule lernen wir, dass wir nicht gut genug sind und das manchmal, obwohl wir dachten, wir wären es. Wer kennt das nicht, dass man denkt man hätte den Test gut bestanden, die Arbeit gut geschrieben und dann bekommt man sie zurück und der Lehrer hat die Leistung schlecht bewertet. Oder wir glauben jemand liebt uns aufrichtig, ist unser Freund und dann stellen wir fest, wir wurden nur benutzt. So etwas in der Art kennt fast jeder. Wir bestätigen unsere Zweifel gerne unbewusst selber, in dem wir uns sehr hohe Ziele vornehmen, die wir dann nicht erfüllen.
So zerstören wir unser vertrauen zu uns selber und wenn wir nicht an uns glauben, wer glaubt dann an uns und noch wichtiger, wem können wir glauben wenn nicht uns ?
Daran sollten wir arbeiten.
Und wie geht das?
In dem wir sehr kleine Ziele setzen und erfüllen.
Wir müssen mit etwas wirklich kleinem Anfangen. Es muss 100% absolut machbar sein.
Mit, ich mache ab jetzt jeden Tag Sport zu starten, ist keine gute Idee. Wir werden damit sehr wahrscheinlich scheitern und uns selber bestätigen, ich halte meine Versprechen nicht.
Zu Beginn sollte es nicht darum gehen, Ziele zu erreichen, die unser Leben verändern, sondern einfach nur darum, unser Vertrauen wieder aufzubauen.
Wir können mit etwas sehr einfachem Starten.
Ich trinke immer nach dem aufstehen 1 Glas Wasser.
3 mal die Woche gehe ich für 20 Minuten spazieren.
Ich kaufe jeden Montag gesunde Lebensmittel ein.
Macht einen Vertrag mit euch selber, den ihr garantiert einhaltet. So lernt euer Unterbewusstsein, ich bin zuverlässig und diszipliniert, ich erreiche immer meine Ziele.
Mit der Zeit könnt ihr die Schwierigkeit erhöhen und nach 1-2 Jahren seid ihr jemand geworden, der weiss das er auch große Ziele erreicht. Damit wird euer Unterbewusstsein für euch arbeiten und nicht mehr gegen euch.
Denn solange ihr tief in euch glaubt, dass ihr Dinge nicht verdient habt, zu faul oder sonst was seid, werdet ihr eure Ziele nicht erreichen können. Ohne es zu wollen, werdet ihr immer gegen euch selber arbeitet.
Ich hoffe, ich konnte euch damit inspirieren.
Entwickelt ruhig eure eigenen Methoden, probiert einfach aus, was für euch persönlich funktioniert.
Eines kann ich euch aber versprechen, es zahlt sich tausend mal aus, an sich selber zu arbeiten.
Nicht euer Haus, euer Auto, Smartphone oder Geld ist das wertvollste, was ihr habt, ihr selbst seid es!!!
Behandelt euch auch so.