Geist der Fülle
Persischer Flieder (Syringa persica L.):
Systematik
- Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae) (Familie stammt aus Südosteuropa)
- Gattung: Syringa
- Art: 25; 21 davon sind akzeptierte Arten, die vorzugsweise in Südost Europa, Himalaya, China und Japan vorkommen (laut einer Pflanzenliste von 2013)
Davon 19 Spezien gefunden worden in China:- Syringa tibetica P. Y. Bai
- Syringa yunnanensis Franch.
- Syringa komarowii Schneid. **
- Syringa tomentella Bureau et Franch.
- Syringa sweginzowii Koehne et Lingelsh.
Diese sind weit verbreitet in Südwest Yunnan, Sichuan, Tibet und andere nordwestlichen Regionen. - Syringa josikaea J. Jacq. ex Rchb. f. (in der Roten Liste von IUCN)
Die Arten, die als traditionelle Medizin bekannt sind. Diese haben eine lange Geschichte zur Anwendung bei Myokardischämie, akute ikterische Hepatitis, Durchfall, Bindehautentzündung, Bronchitis und andere Erkrankungen (Su et al., 2015b; Zheng und Guo, 2013; Yu et al., 2016): - Syringa oblata Lindl. * (Traditionelle Anwendung in Literaturbüchern nachlesbar) (bitterer Geschmack)
- Syringa pinnatofolia Hemsl. * (Traditionelle Anwendung in Literaturbüchern nachlesbar) (fiederförmige Blätter)
- Syringa wolfii Schneid. **
- Syringa reticulata * (Blume) H. Hara var. amurensis (Rupr.) J. S. Pringle (Traditionelle Anwendung in Literaturbüchern nachlesbar)
- Syringa pubescens subsp. patula (Palib.) M.C.Chang & X.L.Chen
- Syringa pubescens Turcz **(Traditionelle Anwendung in Literaturbüchern nachlesbar)
- Syringa pubescens subsp. patula * (Traditionelle Anwendung in Literaturbüchern nachlesbar)
- Syringa tomentella
weitere:
- Persischer Flieder (Syringa laciniata) (fiederförmige Blätter)
- Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris) *
Eine große Anzahl an Arten für den Garten wurden in Frankreich, Europa und Amerika gezüchtet (Wang, 2013).
Die meisten phytochemischen Untersuchungen wurden an Pflanzen mit * gemacht. Wenige Studien wurden an Arten mit ** gemacht.
Persischer Flieder:
Volkstümliche Namen
- Auffahrtsnägele
- Blauer Holunder
- Blauer Blust
- Gemeiner Flieder
- Geßnägele / Gassnägela 2
- Himmelfahrtbluem
- Himmelfahrtsnägele
- Maie
- Maiele
- Maieblüemle
- Paschalia (= Osterpflanze; wird so in Griechenland, Zypern und Libanon genannt)
- Pfingstnägele
- Pfingstbluem
- Pfingst-Maie
- Siringe
- Welscher / Spanischer / Türkischer Holunder
- Ziring
- Zirang
Französisch: lila
Englisch: Lilac, common lilac
Bezeichnungen der Arzneimittel:
- Flores Syringae (Fliederblüten)
- Folium Syringae (Fliederblätter)
- Syringae cortex (Fliederrinde)
Gewöhnlicher Flieder:
Namensherkunft
Die volkstümlichen Namen "Siringe, Ziring, Zirang" stammen vom botanischen Namen des Krautes "Syringa".
"Syringa" ist ein lateinischer Begriff und wird als Nebenform von "syrinx" (gr. σῦριγξ) = "Röhre, Pfeife" (siehe griechische Mythologie) angesehen. Im Deutschen Wörterbuch von den Gebrüder Grimm wird über die Namensherkunft folgend geschrieben: "die weil man die ästlein zu pfeiffen brauchen kann" (weil man aus den Ästen Pfeifen herstellen kann).
Der Artname "vulgaris" bedeutet "gewöhnlich" und zeigt deren Häufigkeit an.
"Lila" ist ein deutscher Name für eine Farbe, die sich vom Französischen für Flieder "ilas" ableitet. Dies soll angeblich wiederum auf das türkische ("lilac") und arabische Wort für Flieder zurückzuführen sein: "leylak". Für den hellvioletten Farbton gab es zuvor keine eigene Bezeichnung.
"Geßnägele /Gassnägela" haben sich von "Gansnägele" über die Jahre herauskristallisiert, was unechte Nelke bedeutet.
Der Blühmonat der Pflanze ist vor allem im Mai, während Pfingsten. Auch an den volkstümlichen Begriffen "Maie, Maiele, Maieblüemle, Himmelfahrteblume, Auffahrtsnägele, Pfingsbluem, Pfingst-Maie" kann man dies direkt erkennen.
"Blauer Flieder /Blauer Blust" kommt von der Blütenfarbe der Pflanze.
Bitte nicht den Flieder mit dem Holunder verwechseln. Denn der Flieder hat volkstümlich auch den Namen des Holunders erhalten, bspw: "Welscher /Spanischer /Türkischer Holunder". Man geht davon aus, dass die beiden Pflanzen, welche nicht zur selben Gattung und Familie gehören, den selben Namen erhielten, weil sie in der selben Zeit erblühen.
Gewöhnlicher Flieder:
Mythologie/Geschichte
In Spanien war der Flieder bereits im 10. Jhd anzutreffen und von Mauren eingeführt worden.
Man geht davon aus, dass der Flieder seit dem 16. Jhd in Gärten Europas kultiviert werden. Zu dieser Zeit kam er sowohl in Mitteleuropa wie auch England an. Während sie bereits im Jahre 1588 in Nürnberg angekommen ist. In Österreich, Wien, ist sie 8 Jahre zuvor, 1576 kultiviert worden, von dort aus sie auch nach Italien und Mittel- und Westeuropa gebracht wurde (Krausch 2003). Woanders heißt es, dass Flieder im Jahre 1560 vom kaiserlichen Gesandten Ogier Ghislain de Busbecq aus Konstantinopel nach Wien exportiert wurde. Heuer sehen wir vor allem die verschiedensten Flieder-Hybride und Sorten, die lediglich zur Zierde verwendet wird um Gärten und Parks zu dekorieren. Sein wunderschönes Aussehen und der angenehme Duft ist ein vielversprechender Eindruck bei einem Spaziergang durch solche Grünanlagen. Für Heilwirkungen der Pflanze würde ich eher auf verwilderte Formen zurückgreifen.
Griechische Mythologie:
Der Flieder wird hier mit der Nymphe Syringa in Zusammenhang gebracht, welche den selben Namen wie der Flieder teilt. Pan, der Hirtengott und Gott der Wälder und Felder, war in die hünbsche Nymphe Syrinx verliebt. Bei seinem Annäherungsversuch floh sie in den Wald und er verfolgte sie bis dorthin. Aus Furcht vor Pan hat sich die Nymphe in einen Fliederbusch verwandelt (indem sie die Götter um Hilfe bat). Auf der Suche nach seiner begehrten Frau stieß Pan auf genau diesen Strauch und schnitzte sich aus diesem Holz seine erste Panflöte.
Diese Erzählung deutet auf die schützende Eigenschaften des Flieders hin und symbolisiert Flucht. Auch thematisiert die Geschichte die Themen wie Liebe, Sehnsucht und Transformation.
Flöten wurden von Schäfern oft aus Fliederholz hergestellt. Es wird gesagt, dass die Musik einer Flöte aus Fliederholz eine unvergessliche Melodie ist.
Die Kelten sehen im Flieder eine magische Pflanze, die die Menschen durch ihren Duft in das Land der Feen führen kann.
In der Russischen Kultur wird der Flieder als Überbringer von Weisheit geschätzt.
In der Kunst:
Viele Maler und Künstler bedienen sich der Symbolik des Flieders in ihren Werken. Denn sie ist eine echte Augenweide der Natur, welche viele Menschen mit ihrer Schönheit fasziniert. Künstler wie Claude Monet und Vincent van Gogh probierten dies in ihre Malereien einzufangen. Die Pflanze wurde zu einem Symbol der Vergänglichkeit, da ihr Duft und ihre Blütenpracht nur von kurzer Dauer im Jahr erscheint.
Auch in der Poesie wird der Flieder oft als Metapher für Erneuerung und Neubeginn benutzt. Walt Whitman verwendet den Flieder als zentrales Symbol in seinem Werk "When Lilacs Last in the Dooryard Bloom'd". Dies machte er um den Kreislauf des Lebens und des Todes zu veranschaulichen. Das Werk erfuhr seine Bedeutung im amerikanischen Bürgerkrieg.
Er ist ein beliebtes Motiv in der Liebeslyrik. Denn die Lilatöne der Blüten assoziiert man oft mit der Süße und Unschuld der ersten Liebe.
In Kompositionen ist er eher eine Metapher für Liebe, Sehnsucht, und manchmal auch Verlust.
Es gibt ein sehr schönes Märchen vom dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen. Es heißt "Fliedermütterchen" und ist eine Geschichte in der Geschichte. Es geht um einen Knaben, welcher von einem alten Mann eine Geschichte erzählt wird. In dieser Geschichte handelt es sich um die Erinnerung eines Paares, die sein Leben gelebt haben und was ihnen in ihrem Leben an Wertigkeit war. Am Ende der Geschichte steht:
„Einige nennen mich Fliedermütterchen, andere nennen mich Dryade, aber eigentlich heiße ich Erinnerung.“
Die folgenden Screenshots kommen vom t.me/vaterlaendischer_weiberbund aus dem Buch H. C. Andersen's Märchen. 1851.
Wer alte Bücher liest, dem ist schnell das Geschick fähig alte Schrift lesen zu können ;)
Räucherung
- Schutz
- Reinigung im Haus
Brauchtum
Eine 5-zählige Fliederblüte verheißt Glück, sowie ein vierblättriges Kleeblatt es tut.
Symbolik
- romantische Liebe
- "unschuldige" Liebe, nach der Treue des Partners fragend
- erste Liebe (viktorianische Blumensprache)
- Zuneigung (viktorianische Blumensprache)
- Verlorene Liebe (viktorianische Blumensprache) -> Flieder wurde deswegen oft von Witwen getragen.
- Fülle
- Beginnende Liebe
- Erneuerung
- Auferstehung
Blütenfarbe in der Symbolik:
- Weiß: Reinheit, Unschuld, zurückhaltende Zuneigung
- Rosa, Pink: Liebe, zarte Leidenschaft
- Violett: Spiritualität, starke Liebe, Leidenschaft
- Bläulich, lila: Glück, Ruhe
Einen Fliederstrauß an eine Dame verschenkt bringen die romantischen Gefühle zum Ausdruck, welcher der Überbringer zu der Frau hegt.
In der Traumdeutung symbolisiert der Flieder die Sehnsucht nach Liebe und Romantik. Vom Flieder wird geträumt, wenn man Gefühle für einen Menschen entwickelt ohne sich dies eingestehen zu wollen.
Einen Fliederstrauß in Traum geschenkt zu bekommen, bedeutet die Ankündigung einer Liebeserklärung.
In einigen Regionen Chinas, wie beispielsweise in Xining, Harbin und Hohhot, wurde Flieder zur Stadtblume ernannt.
Inhaltsstoffe
Aus Syringa-Arten (also auch andere Arten, und nicht nur Inhaltsstoffe aus dem Gewöhnlichen Flieder!) wurden 302 Verbindungen isoliert und identifiziert u.a. Phenylpropanoide, Iridoide, Phenylethanol, Flavonoide, Triterpene und andere Nebenverbindungen.
Anisaldehyde
Alpha-Pinene
ätherische Öle
- Farnesol
Alkaloide (Syringin; in der Pflanze am häufigsten vorkommendes Inhaltsstoff; eine repräsentative Verbindung von Iridoide bzw Phenylpropanoide)
Anthocyane
Bitterstoffe
Cumarinderivate
essentielle Öle
Farnesin
Flavonoide
Gerbstoffe
Harze
Iridoide (pharmakologisch für die Wirkungen der Syringa Arten verantwortlich)
Oleuropein (in der Pflanze am häufigsten vorkommendes Inhaltsstoff; eine repräsentative Verbindung von Iridoide bzw Phenylpropanoide)
Phenolcarbonsäuren
Phytoncide
Phenylpropanoide (pharmakologisch für die Wirkungen der Syringa Arten verantwortlich)
Saponine
Spritzensubstanz
Triterpene
Tannine
Vitamin C
das enthaltene Sambunigrin, ein so genanntes Blausäure-Glykosid, ist giftig. durch Erhitzen kann es jedoch neutralsiert werden. Dafür etwa zwanzig Minuten lang in 80 Grad heißes Wasser legen
Um die Inhaltsstoffe zu erhalten und nicht zu zerstören, wie beim Erhitzen, erfolgt die Extraktion durch Wasserdampfdestillation oder Mazeration.
Wirkungen
Die meisten traditionellen Anwendungsgebiete wurden durch moderne Studien belegt.
- antibakteriell
- antiseptisch
- analgetisch (leicht)
- antineuralgisch
- antioxidativ
- antiviral
- blutdrucksenkend
- blutzuckersenkend
- beruhigend (auf das Nervensystem)
- entzündungshemmend
- fiebersenkend
- feuchtigskeitsspendend auf der Haut in Salben
- harntreibend (fördert Ausschuss von überschüssiger Flüssigkeit)
- hautverjüngend
- hautpflegend
- leberschützend
- pflegend für die Haut
- regenerierend
- schützend für die Haut
- stärkend
- schmerzlindernd
- stresslösend
- sedativ (beruhigend)
- stimmungsaufhellend
- schmerzlindernd
- stressmildernd
- tumorhemmend
- tonisierend
- verdauungsfördernd
- vasodilatierend
In-Vitro und In-Vivo Untersuchungen haben ergeben, dass die Extrakte und reinen Wirkstoffe eberschützende, entzündungshemmende, antimikrobielle, antioxidative, tumorhemmende, antivirale, herzschützende, immunmodulierende und weitere Wirkung aufweisen.
Weitere Untersuchungen sind von Nöten um die komplexen Wirkungen des Flieders aufweisen zu können. (oder auf die Volksmedizin vertrauen, die über Jahrhunderte durch ihre Erfahrungswerte erprobt ist ;))
Anwendungsgebiete
- Anti-Aging (die Salben aus den Blütenextrakt)
- Angina
- Arthritis und Arthrose
- Beruhigungsmittel (mild)
- Bindehautentzündung (TCM)
- Blähungen
- blutende Wunden
- Blutergüsse
- Blaue Flecken
- Bronchitis (TCM)
- Durchfall (TCM)
- Diabetes mellitus
- Erkältungen
- Fieber
- Grippe
- Gelenkbeschwerden
- Gelenksentzündungen
- Gicht
- Herzmuskelischämie (TCM)
- Hautreizungen, -entzündungen
- Hämatome
- Husten (TCM)
- ikterischer Hepatitis (akut) (TCM)
- Ischias, Ischalgie
- Krampfadern
- Kehlkopfentzündung
- Mundschleimhautentzündung
- Muskelkater
- Muskelverspannungen
- Migräne
- Nierenerkrankungen
- Osteochondrose
- Rheumatismus
- Rückenschmerzen
- Reizungen
- Schleimhautentzündung
- Schluckauf
- Schürfwunden
- Schmerzen
- Schwellungen
- Schlafstörungen (leichte)
- Stress
- Tuberkulose
- Tonikum
- trockene und raue Haut macht es weich und geschmeidig
- Unruhe
- Verbrennungen
- Vergiftung
- Verletzungen
- Verbesserung der Luftqualität
- Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Durchfallerkrankungen
- Wunden
Anwendungsbeispiele
nur gekocht!!
wenn man sie roh verzehrt, kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen, da sie roh giftig ist !
Ausgenommen: Blüten können roh verzehrt werden.
- Ätherisches Öl (von den Blüten)
- Aromaölen
- Allergie-Spray
- Badezusätzen
- Bäder
- Blütenwasser (Blüten in Wasser über Nacht einlegen, damit gehen die Inhaltsstoffe langsam auf das kalte Wasser über, und werden nicht bei Erhitzung zerstört)
- Cremes (aus den Blüten)
- Cocktails
- Delikatesse
- Eis
- Fliedersirup (aus den Blüten)
- Fliederöl (aus den Blüten)
- Gemmo-Therapie
- Haarspülungen
- Lotions (aus den Blüten)
- Möbel herstellen aus dem Holz
- Marmelade
- Masken (aus den Blüten)
- Ölauszug aus getrockneten Blättern
- Öl auf Stirn und Schlefen mit einem Wattestäbchen tupfen, sodass die Anspannung sich löst
- Premium Parfüm (von den Blüten)
- Salbe (aus den Blüten)
- Shampoos
- Tee (zur Verdauung: 1 TL Fliederblüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, abgedeckt 5 Minuten ziehen lassen; abgießen und mehrmals täglich eine Tasse möglichst heiß trinken (Vorsicht, schmeckt bitter!); bei Fieber: 50 g getrocknete Fliederblüten in 1000 ml Wasser zum kochen bringen und 5 Minuten kochen lassen; danach abseihen und über den Tag verteilt trinken)
- Tinktur (DMSO/ Öl/ Essig)
Über genaue Verarbeitung bitte selbst informieren.
Gewöhnlicher Flieder:
verwendete Pflanzenteile
- Früchte
- Blätter
- Blüten
- Rinde der jungen Zweige
Die grünen Pflanzenteile, die Früchte sowie die Rinde des Flieders sind giftig!
Trocknen: an warmen Ort ohne direktes Sonnenlicht
Merkmale
- Wuchseigenschaften: sonnig bis halbschattig, unteren Teile verholzen mit der Zeit
- Wuchshöhe: 2 bis zu 6 m hoch
- Wuchsform: kleiner Baum, Strauch, Busch
- Holz des Flieders: recht hart, wird zum Drechseln und Schnitzen verwendet
- Boden: mäßig trocken bis feucht/frisch, verträgt keine Staunässe, tiefgründigen Untergrund, kalkreich, nährstoffreich, leicht alkalisch, durchlässig
- Wurzel: weit auslaufend, "Intensivwurzler"
- Stängel: holzartig, Rinde graunbraun gefärbt
- Blatt: spitz eiförmig und ganzrandig, herzförmig, Mittelnerv ist weißlich und deutlich sichtbar, 10- 15 cm Länge, wechselständig am Stängel, Blatt an 1- 3 cm langen Stiel
- Blüten: ursprünglich hell-violett, weiß, heute in Violett-Rot bis zu Dunkelviolett, in Gelb oder in Weiß., 10 - 20 cm lange Blütenrispen;4 glockförmige, miteinander verwachsene Kron- und Kelchblätter und 2 Staubblätter (in der Kronröhre) Blüten bestehen aus 4 Blütenblättern, 1 kurzer Griffel mit zweiteiliger Narbe, Staubblätter sind länger als der Griffel, strahlenförmig (radiärsymmetrisch); bilden Blütenknospen im Vorjahr
- Geschlecht: zwittrig
- Früchte: länglich, bestehen aus 2 Kapseln, am Ende der Kapsel laufen sie spitz zusammen, Pro Frucht kommen 8 Samen hervor, Außenseite braun, holziges Aussehen, zweiklappig
- Vermehrung: Absenker, Stecklinge
- Bestäubung: Bienen, Hummeln und Schmetterlingen
- Duft: einzigartig: schwer, süß und zugleich herb, leicht fruchtig und blumig zugleich, dabei frisch und durchdringend, lieblich
- Geschmack: bitter
Vorkommen
Heimat: Balkanregion, Südosteuropa, Zentral-Albanien, nördliches Rumänien
- Kleinasien
- Mittel- und Südeuropa
- Balkan
- mittlerer Osten
Standorte
- Bauerngärten
- Gartenanlagen
- Gebüsche
- lichte Wälder
- Parkränder
Sammelhinweise
- Blütezeit: April - Mai
- Sammelzeit: bestenfalls frühmorgens, Blüten Mai, Blätter ab März, Rinde März - Juli
- Fruchtreife: bis September
- Rückschnitte: Ende Mai
- Insekten: Bienen, Hummeln und Schmetterlingen
- Schädlinge: Fliedermotte (braune, unregelmäßige, zum Teil trockene Flecken am Gehölz), Vertillium-Welke (Befall der Wasserleitungsbahnen der Pflanze von einem Pilz) -> bei beiden Schädlingen einfach Standort der Pflanze wechseln
- Gefährdet? Geschützt?: Steht nicht auf der Roten Liste, da sie häufig in Gärten vorkommt. Allerdings steht sie auf der Schwarzen Liste, von Bundesamt für Naturschutz, da sie eine Konkurrenz für heimische Arten darstellt.
- Erwerben: Im Gartencenter sind die Flieder lediglich zur Zierung gezüchtet und darin sind Düngemittel und Pflanzenschutzmittel. Also immer selbst im Wald pflücken, wo man dies ausschließen kann.
- Sicherheitshinweis: Es ist Vorsicht geboten, wenn man Flieder einnehmen will, bei folgenden Vorerkrankungen:
- mit akutem Nierenversagen und Glomerulonephritis;
- mit Pankreatitis, Geschwüren und Gastritis in der akuten Phase;
- mit atonischer Verstopfung und Amenorrhoe;
- mit einer Allergie gegen Flieder.
Lieber nicht anwenden bei Kindern, Schwangeren oder in der Stillzeit.
Die Substanz Syringin in der Zusammensetzung in übermäßigen Mengen kann zu schweren Vergiftungen führen.
Auch ist Vorsicht geboten, wenn man bereits Medikamente zu sich nimmt, da sie mit dem Flieder in Wechselwirkung gehen können und das Medikament somit nicht wirkt.
Starker Duft des Flieders in geschlossenen Räumen kann bei manchen sensiblen Menschen aufgrund der Anisaldehiyd Kopfschmerzen auslösen.
Für die meisten Haustiere (Hunde, Katzen, Hasen) ist Flieder giftig.
Verwechslungsgefahr!
- Holunder, aufgrund des Namens, denn Holla wird auch Flieder genannt
- Sommer- oder Schmetterlingsflieder (Buddleja) (beides komplett giftig; blüht im Früh-, Hoch-. Spätsommer; Blätter an der Unterseite weiß- filzig; Sommerflieder wird HÖCHSTENS in der Kosmetik verwendet und stammt aus der Familie der Braunwurzgewächse und hat damit botanisch nichts mit dem Flieder aus diesem Beitrag zu tun)
Sommerflieder:
Quellen:
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t.me/pflanzenheilkunde
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Hinweis !
Bei Verbesserungsvorschlägen, Fehlern und Inspirationen bitte ich um Korrektur. Der Beitrag ist nicht vollständig und es ist noch lange nicht alles über diese Pflanze gesagt.
Dieser Beitrag dient nicht als Heilversprechen, sondern als Zusammenstellung, was ich über die Pflanze im Internet finden konnte. Wenn du die Pflanze einnimmst, bedeutet es nicht, dass du automatisch von all deinen Krankheiten befreit bist, doch du kannst sie als Begleitmittel nutzen und um dich wieder mit der Natur zu verbinden.
Da ich für Eigenverantwortung bin, wünsche ich mir, dass ihr euch selbst informiert, wenn ihr eine Pflanze einnehmen wollt, und nicht nur auf diesen Beitrag vertraut, sondern euren eigenen Weg findet mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Dann wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Reise mit der Natur :)
~charlissy