Eigentlich kann man an den Straßen
immer interessante Dinge entdecken.
Manche Gegenstände erstaunen einen,
weil man sie vorher nicht bewusst
wahrgenommen hat.
Wenn man sich jedoch allzu sehr mit dem
eigenen Smartphone beschäftigt und
den Kopf nur nach vorne neigt,
entgeht einem viel.
Eine neue Wortschöpfung ist entstanden.
Leute, die sich nur noch mit ihrem
Smartphone beschäftigen und die Umgebung,
durch die sie gehen, nicht mehr wahrnehmen,
werden als Smombie bezeichnet.
Das Kunstwort setzt sich aus
Smartphone und Zombie zusammen.
Scheinbar gibt es mittlerweile viele Leute,
die sich schlafwandlerisch,
ganz ihrem technischen Gerät ergeben,
durch die Straßen bewegen.
Misslichkeiten, Unfälle und
schieres Erstaunen, dass es noch andere
Verkehrsteilnehmer gibt,
sind die Folge.
Um unvermeidliche Kollisionen zu vermeiden,
haben sich einige Städte etwas einfallen
lassen.
In der südkoreanischen Stadt Ilsan sind
in den Bürgersteig Warnsensoren eingebaut,
welche die Nutzer des Smartphones warnen
sollen.
In sich versunkene Fußgänger sollen durch
die Warnleuchten rechtzeitig gewarnt werden.
Spezielle geschützte Gehwege für die
Technikversunkenen gibt es in
Washington,
Antwerpen,
Vilnius,
Xi´an,
Chonqing, …
Diese Smombie – Autobahnen soll möglichen
Konflikten mit anderen Straßennutzern
vorbeugen.
Viele andere Städte wollen ihr Straßenbild
ebenfalls verändern.
In Reutlingen, an dem Kanzleiplatz, gibt es
bisher das einzige, neu entwickelte Schild,
welches die anderen Verkehrsteilnehmer vor
den Smombies warnt.
In Honolulu müssen Fußgänger,
die beim Überqueren einer Straße auf ihr
Smartphone schauen, eine Strafe zahlen.
Nimmt man sich jedoch einmal Zeit,
die Straße ohne das Suchtmittel Smartphone
entlangzugehen,
kann man spannende Sachen entdecken.
Aufmerksame Fußgänger werden vielleicht die vielen
Pfeiler,
Stangen,
Masten,
Pfosten,
Träger,
Pfähle,
Streben, …
entdeckt haben.
Wenn man genauer hinschaut, treten sie in
einer solchen Vielzahl auf, dass man sich
unbewusst daran gewöhnt hat.
Auf den ersten Blick könnten es
archäologische Anomalien sein.
Die Träger befinden sich an Orten, wo sie,
während man sie erstaunt erkennt,
eigentlich nicht sein dürften.
Aber wenn man öfters bestimmte Straßen
entlang gegangen ist, hat man sich an diese
Masten gewöhnt.
Als etwas Außergewöhnliches werden sie nicht
mehr wahrgenommen.
Gewahr wird man diesen Pfeilern in bestimmten,
sich eskalierenden Situationen.
Nimmt man als exzessiver Smartphonenutzer
einen ungemütlichen Kontakt mit den Stangen auf,
so ist eine Beule vielleicht noch das Harmloseste.
Beim Einparken kann unter Umständen der
Mast im Weg stehen. So hat das Auto schnell
ein neues Design.
LKW – Fahrer nehmen eine Kurve zu eng
und hinterlassen an einer Kreuzung eine
kläglich verformte Ampel.
Radfahrer finden beim Zurückschauen
schnell einen unerfreulichen Kontakt mit
einem Pfosten.
Schaut man sich die Pfähle genauer an,
so ist jede Ausführung unterschiedlich.
An den Stangen ist jede Befestigung anders
konstruiert.
Jeder Träger hat eine andere Nutzungsform
und Bestimmung.
Sie werden für
Lichtquellen,
Aufhängungen für die Stromleitungen,
Ampelanlagen,
Schilder, …
verwendet.
Die Lackierung, die Farbe, die Struktur
der Pfähle ist jeweils unterschiedlich.
An manchen Orten treten sie in geballter
Form auf.
In manchen Regionen muss man sie
regelrecht suchen.
Die eigene Perspektive verändern
Um die unterschiedlichen Pfeiler bewusst
wahrzunehmen, muss man jedoch seine
Blickrichtung verändern.
Man muss nach oben schauen,
sonst erkennt man nichts Außergewöhnliches.
So ist es vielleicht in vielen Lebensbereichen.
Oft sind wir zu sehr von einer Sache vereinnahmt,
dass wir eine andere Sichtweise nicht mehr
zulassen.
Dabei ist es bei Problemen durchaus eine Hilfe,
andere Sichtweisen auch in Erwägung zu ziehen.
Ein Perspektivwechsel hilft,
das Problem aus einer anderen Sicht zu sehen.
Vielleicht kann man die andere Person besser
verstehen, wenn man ihre Perspektive einnimmt.
Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken
von neuen Perspektiven.
Viele Grüße.