Folge 22
Langsam bemerkte ich, dass ich auf einer richtigen Erfolgswelle surfte und mal wieder irgend ein Blödsinn anstellen wollte, eh es mir zu langweilig würde.
Diese Gelegenheit kam eigentlich nicht so schnell und ich musste mir was aus den Rippen schneiden. ---- Ein Flohmarkt wäre ja mal wieder geil.---
Nur diesmal sollte es ein besonderer Flohmarkt sein, mit extravaganten Angeboten oder so ähnlich.
Keine Ahnung warum, aber ich kam auf die hirnrissige Idee meine Artikel (die ich nicht mehr hatte) zu verlosen. Ja genau, ich wollte einer der ersten Volltrottel mit ner Losbude auf nem gut besuchten Flohmarkt sein. Losbuden auf einer Kirmes (wir Berliner sagen "Rummel")war jedem ein Begriff, aber nur sehr selten auf nem Flohmarkt zu finden. Und ich liebte es, bescheuerte Pläne umzusetzen.
Jetzt musste nur noch ein bescheuerter Artikel her, den es sonst auch nicht auf nem Loppemarked (dänisch) gibt. Ich wollte nur einen einzigen Artikel per Losverfahren anbieten, der die Tageseinahmen sicherte.
Hier kam wieder mein Möbelhaus ins Spiel, das die Angewohnheit hatte ziemlich zackig ihre defekten Möbel steuerlich abzuschreiben, oder gar gleich ganz in die Tonne kloppten.
Eines Tages fand ich im einem der Lager 2 Kartons eines 3-türigen Kleiderschranks aus Kiefernholz. Da dieser Schrank nur aus 3 Kartons bestand fehlte zu meinem Glück nur einer. Also fragte ich was denn mit den 2 Kartons ist, bekam ich nur die Antwort "nimm mit, wenn du willst" Da der fehlende Karton nur noch vereinzelte Beschläge und Schubladen beinhaltete war ich mir sicher, in anderen Filialen die restlichen Teile zu finden. In einem der Läden fand ich auch eine Vitrine mit Aufsatz, wo ebenfalls einige Teile im Bausatz fehlten. Vitrine mit Aufsatz war genau das, was ich für meine Flohmarkt-Tombola brauchte, da das Ding gut transportabel war. Als nächstes mussten Lose ran, die es im Internet zu kaufen gibt. Nur sollte man die dort geltenden Bestimmungen/Auflagen beachten damit man kein Stress mit dem Ordnungsamt bekommt. Ich entschied mich für die alten auf jeden Rummel bekannten Röllchenlose.
Nach einiger Zeit hatte ich alle fehlenden Ersatzteile für meine neuen beiden Möbel zusammen. Der Kleiderschrank landete bei mir im Schlafzimmer und die Vitrine wurde mein Hauptpreis in meiner Losbude.
Ich hatte so gut 800 Lose mit gesetzlichem Gemisch von "Gewinn" und "Nieten" was für mich selber auch Lotterie und Glückspiel bedeutete.
Der Supergau würde eintreten wenn z.B. unter 50 verkauften Losen der "Hauptpreis" dabei gewesen wäre. Bei einem Lospreis von 1.- Euro war das schon eine wackelige Kiste.
Ich hatte ja nur einen Hauptpreis, den es zu gewinnen gab, wobei ich bei gezogenen Nieten Bonbons an die Kinder verteilte. Alles drehte sich halt um die eine Kieferkommode, die sofort ins Auge stach.
So zog ich halt mit meinen Eyecatcher auf dem Flohmarkt. Ich war wieder richtig begeistert von meinem Plan, da er das gewisse Kribbeln und Zockerei beinhaltete.
Der Losverkauf lief echt schleppend an und die Flohmarktbesucher beäugten nur meine Vitrine. Die ersten 4 Stunden zogen sich wie ein Gummiband, wobei ich glücklicherweise noch den Hauptgewinn in meiner Lostrommel hatte. Langsam traten echte Zweifel an meinem Plan hervor.
Gut, ich redete mir meinen Plan selber schön. Ich glaubte an mein Vorhaben und wie so oft sollte es helfen.
Ab mittags ging echt die Luzi ab und meine Kunden zogen zu meinem Glück nur Nieten. Sogar andere Flohmarktbeschicker wurden jetzt auf mich aufmerksam.
Um 14:00 Uhr war es dann soweit. Der Hauptgewinn wurde gezogen "Taraaaa". Wie es so meine Art war, quasselte ich mich abermals um Kopf und Kragen (Marktschreierei) und schlug mit einer alten Messingglocke Alarm. Meine Ausbeute war wieder beachtlich, gut 500 Lose gingen über den Ladentisch und das Ordnungsamt scherte sich auch nicht um mich. So hatte ich abermals mit einem geringen Einsatz von ca. 40 Euro einen Umsatz von 500 Euro erwirtschaftet, währenddessen das Möbelhaus einen Weihnachtsmann für ihre Nikolausaktion suchte.
Fortsetzung folgt...............................................
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