Von politischen Linken wird Monopoly gerne als ein Spiel dargestellt, anhand dessen man gut erklären kann warum der Kapitalismus scheitern wird. Am Ende besitzt einer im Spiel alles und alle anderen stehen mit leeren Händen da.
Kurze Erklärung für alle die Monopoly nicht gespielt haben: In dem Spiel geht es darum alle anderen Spiel in die Insolvenz zu treiben und den meisten Besitz anzuhäufen. Dies erreicht man durch das Kaufen von Straßen. Sollte ein anderer Spieler also die falsche Zahl würfeln und zufällig auf eine der eigenen Straßen kommen, so ist er verpflichtet Miete zu zahlen. Durch das Bauen von Häußern und Hotels können die Mietpreise nochmals erhöht werden.
Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass es sich zwar um eine vereinfachte aber durchaus korrekte Darstellung eines freien Marktes handelt. Es können Straßen und Häußer sowohl Gekauft als auch Verkauft werden und das Ganze ohne Einschränkung durch die Spielregeln.
Deswegen sollte wir zuerst definieren, was einen Handelsplatz tatsächlich zu einem freien Markt macht. Aus meiner Sicht braucht es nur 2 Punkte um einen freien Markt zu definieren:
Das Recht auf Eigentum
Ohne das Recht einen Gegenstand oder wie bei Monopoly ein Stück Land zu besitzen kann es auch keinen Handel geben. Hierbei zählen auch keine Konzepte wie das Volkseigentum (DDR), da niemand etwas aus dem Volkseigentum Kaufen oder Verkaufen darf. Das gilt auch für Menschen die Teil des Volkes sind und denen eigentlich ein Anteil zusteht.
Im Hinblick auf Monopoly gilt dieses Recht allerdings. Sobald man Eigentum in Monopoly erworben hat kann damit machen was man möchte.Vertragsfreiheit
Das Recht auf Eigentum ist alleine nichts Wert solange man nicht frei darüber Entscheiden kann mit wem man einen Tausch eingeht oder auch wie viel man für seine Ware verlangt. Als Beispiel in der Deutschen Geschichte wären die Preiskontrollen in der DDR zu nennen. Hier legte eine Zentrale Stelle fest was ein Leib Brot zu kosten hatte und nicht der Bäcker der das Brot gebacken hat. Aber auch in der BRD gibt es starke Einschränkungen der Vertragsfreiheit. Ich darf nicht entscheiden, ob mir das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender 17,50€ im Monat wert ist und ich mit ihnen einen Vertrag (wie z.B. bei Netflix) abschließe. Stattdessen muss jeder Bürger bezahlen.
Betrachten wir Monopoly: Die Spieler können Straßen frei nach eigenem Willen Straßen verkaufen und kaufen. Was sie allerdings nicht entscheiden können ist die Miete. Man kann nicht einfach sagen: "Nein, es ist mir keine 40.000DM wert, im Hotel in der Schlossallee zu schlafen!" Die Spieler haben nicht die freie Wahl, der Würfel entscheidet mit wem ein Vertrag eingegangen werden muss. Die Chance auf ein bestimmtes Feld zu kommen ist für alle Felder gleich groß . Das bedeutet, das der Spieler mit dem größten angehäuften Kapital (Häußer und Grundstücke) rechnerisch automatisch den größten Gewinn einfährt. Diese Mechanik muss zwangsläufig zu einem Monopol führen. In der Realität wird ein Unternehmen zwangsläufig nur Gewinn machen, wenn sie dem Kunden ein gutes Angebot machen, dass für beide Seiten lohnenswert ist.
Fazit: Monopoly ist definitiv ein lustiger Zeitvertrieb, aber kann definitiv nicht als ein Anschauungsbeispiel für einen freien Markt herhalten. In einem freien Markt profitieren alle und das wäre als Spielprinzip äußerst langweilig.