als Single oder sonstig Unbefriedigter muss man meist sehr weit fahren.
Obwohl, das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn so ist man wenigstes ab und an nüchtern und bekommt die Party mit. Wenn ich da an meine Zeit in Hamburg denke, diese peinliche Fragerei nach dem Vornamen am nächsten Morgen...
Und auch die Straßen selbst sind für den Ungeübten doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Hier sind viele Straßen abseits der für den Tourismus freigegebenen, welche man am gemähten Bankett und vorhandenen Leitplanken erkennt, nur drei Meter breit.
Die werden auch nicht freigeschnitten, das erledigt der 40-Tonner, der Linienbus oder irgendeine Landmaschine zuverlässig nebenbei, wie man am Schnittgut auf der Straße sieht.
Die Straße hat also immer die nötige Durchfahrtshöhe und -breite und mehr ist ja auch unnötig.
Übrigens, das ist die einzige Straße, die zu meinem Dorf führt, .
Hier hat der Linienbus eine etwas akkuratere Arbeit geleistet, sieht fast aus wie vom Gärtner gemacht.
Nachts fährt es sich hier besonders spannend; bereits bei 100kmh gerät man hier leicht in einen Geschwindigkeitsrausch.
Aber auch tagsüber macht es Spaß. Man muss bei Gegenverkehr halt in die Eisen gehen und schauen, dass man eine der beiden Parkbuchten erwischt. Aber so kommt man sich auch näher.
Wem das noch nicht reicht, hier die Sparvariante ohne Parkbucht, dafür etwas unübersichtlicher und mit hohen Absätzen an den Fahrspuren. Diese Straße ist allerdings nur für 70 kmh gut.
Besonders zu Regenzeiten, wenn die Flächen zwischen den Fahrspuren vom Wasser und den Reifen aufgespült sind, macht Fahren hier Spaß. Da kommt ein Fahrzeug entgegen, Aufprallgeschwindigkeit 100 - 140 kmh, beide müssen auf Null runterbremsen und dann ganz vorsichtig, um die Reifen nicht zu beschädigen, runter vom Beton, aneinander vorbei und wieder hoch auf den Beton. Das Ganze vielleicht 5 bis 10 Mal auf dieser 3 km langen Straße. Danach ist man auch früh um 5 wach.
Aber wir haben auch eine schöne Straße, zwar auch nur 3 Meter breit, aber schön übersichtlich und mit Ausweichmöglichkeit auf der gesamten Länge.
Übrigens, das sind nicht irgendwelche Feldwege, sondern alle und auch die einzigen Straßen, will man unser Dorf erreichen. Auch deshalb ist es hier so ruhig.
Warum eigentlich nur 3 Meter breite Straßen?
Ganz einfach, Straßen mit 3 Meter Breite werden als Wirtschaftweg / landwirtschaftlicher Nutzweg eingestuft und von der EU bezahlt (Agrarsubventionen). Eine Straße mit normaler Breite müsste die Gemeinde selbst zahlen.
Deshalb sieht man hier innerhalb der Dörfer eine ungewöhnliche Kombination, ein 3 Meter breite Straße und daneben ein 1, 5 Meter breiter Gehweg mit abgesenkter Bordsteinkante, der auch auf 40 Tonnen ausgelegt ist. Die EU zahlt dabei die Straße, die Gemeinde nur den Gehweg und hat trotzdem ein sanierte breite Straße. Bauernschläue.