Hallo Steemians, hier geht es weiter mit meinem Südostasien Abenteuer. Nachdem meine Geschäftsfreunde zurück nach Deutschland geflogen sind, plante ich umgehend die Rückkehr auf die Elefanteninsel, Koh Chang. Ich hatte den Kopf voller vager Ideen und trug ein vorher nie da gewesenes Gefühl von Freiheit in mir.
Inzwischen war ich nicht mehr allein, denn ich hatte im Laufe der ersten Urlaubswochen eine Thailänderin kennengelernt. Wir begegneten uns an einem mobilen Nudelsuppenstand, wo sie mir spontan bei der Bestellung behilflich war. Trotz ihrer schlechten Englischkenntnisse erfuhr ich, dass sie ein Jahr jünger war als ich und noch kurz zuvor im Haus ihrer Schwester in Bangkok lebte. Dort ist sie aus irgendwelchen Gründen rausgeworfen worden.
Wir sind dann ein paar Mal gemeinsam abends ausgegangen und ich hatte sie auf unsere Tour zur Elefanteninsel eingeladen. Als jemand der aus einer deutschen Großstadt kommt, habe ich nicht schlecht gestaunt, wie sie sich dort als eine wahre Dschungelfrau entpuppte. Sie kannte fast alle Pflanzen und bewegte sich so selbstsicher in dieser wilden Natur, als wenn sie dort zuhause wäre.
Besser hätte es gar nicht sein können, denn diese Frau passte genau zu dem, was ich vorhatte. Ich war mir sicher, mit ihr zusammen, würde vieles sehr viel einfacher werden. Also bot ich ihr an, mit mir auf die Insel zu ziehen. Sie nahm mein Angebot an, denn sie hatte bisher keinen Job gefunden und Pattaya schien auch nicht der Ort ihrer Träume zu sein.
Ich richtete mir ein Bankkonto ein, ließ mein Visum bei der Einwanderungsbehörde verlängern und machte mich mit meiner neuen Begleiterin auf nach Koh Chang. Bei meinem ersten Aufenthalt hatte ich bereits ein paar dort lebende Deutschsprachige kennengelernt, die Freunde von meinen Geschäftspartnern waren. Einer hatte ein wunderschönes großes Haus auf einer Klippe und ein Anderer war der Betreiber einer, der damals noch wenigen Bungalowanlagen.
Nachdem wir angekommen sind, mietete ich bei einem der Freunde ein kleines Bungalow, dass ebenfalls auf einer Klippe stand und von dessen Terrasse aus man den Sonnenuntergang über dem Meer sehen konnte. Dieses Domizil sollte mir als Basis für die ersten Wochen dienen. Meine neue Partnerin kümmerte sich rührend um mich, sodass es nicht ausblieb, dass ich mich langsam aber sicher in sie verliebte.
Mit einem gemieteten Motorrad erkundeten wir die riesige Insel nun genauer. Bis auf ein paar kleine Dörfer, die ein wenig landeinwärts lagen, war nur die Küstenregion besiedelt und das auch nur sehr dünn. Ansonsten gab es noch ein paar Obstplantagen und im Landesinneren jede Menge dichten Dschungel. Die wenigen Orte entlang der Küste, an denen sich bereits etwas Tourismus entwickelt hatte, waren durch eine unbefestigte schlaglochübersäte Piste verbunden. Teilweise war diese, durch flache Flussläufe aus den Bergen unterbrochen, durch die man durchfahren musste.
Ich lernte einige Leute aus der überschaubaren ausländischen Community kennen, von denen die meisten freundlich und hilfsbereit waren. Irgendwie hatten diese Leute etwas von Abenteurern an sich, was mir imponierte. Die Nächte, in denen ich mit einigen von ihnen zusammensaß und den Geschichten lauschte, wie sie vor Jahren auf der Insel angefangen haben, werde ich nie vergessen. Wir saßen meist in einem pavillionartigen, nach allen Seiten offenem Restaurant mit rustikaler Holzeinrichtung. Es war feuchtschwül und die nächtlichen Geräusche des Dschungels drangen zu uns herüber.
In diesen Tagen sammelten meine Partnerin und ich so viele Informationen, wie wir bekommen konnten. Mich interessierten kleine Land Parzellen, ob man sie mieten konnte und wie hoch die Mieten waren. Ich wollte nichts überstürzen, denn ich musste auf jeden Fall noch ein Mal nach Deutschland zurückfliegen, um meine Angelegenheiten zu regeln. Dafür hatte ich noch etwa 2 Monate Zeit, danach wäre mein Rückflugticket abgelaufen gewesen.
Mein Abflugdatum habe ich auf den letztmöglichen Termin verschoben, was gar nicht so einfach war. Damals konnte man von Koh Chang aus nur per Fax oder Satellitentelefon, mit dem Rest der Welt kommunizieren. Von den horrenden Kosten ein mal ganz abgesehen. Das nächste Satellitentelefon und Faxgerät befand sich gute 2 km von meinem Bungalow entfernt und man konnte vorher nie genau sagen, wie das gerade mit dem Empfang war.
Das Nächste, was erledigt werden musste, war die Verlängerung meines Visums. Die Möglichkeit das Touristenvisum im Land verlängern zu lassen hatte ich ausgeschöpft, sodass mir jetzt nur noch übrig blieb, das Land zu verlassen und erneut einzureisen. Ich hatte erfahren, dass sich sehr viele Ausländer mit dieser Methode bereits Jahre in Thailand aufhielten. Ein Langzeitvisum zu bekommen war schon damals nicht ganz einfach, darum wollte ich mich später kümmern.
Der Standort, Koh Chang, war für eine schnelle Aus- und Einreise günstig gelegen, denn vom Festland aus, waren es nur 1 1/2 Stunden Busfahrt bis zur kambodschanischen Grenze. So stand mir ein neues Abenteuer bevor, bei dem ich zum ersten Mal in meinem Leben nach Kambodscha kam. Wenn mir damals, jemand gesagt hätte, dass ich knapp 9 Jahre später in dieses Land umziehen werde, hätte ich ihm garantiert nicht geglaubt.
Ich hoffe, es hat euch bis hierhin gefallen.
Wie es weitergeht, erfahrt ihr in Kürze in meinem nächsten Beitrag. Bleibt dran Leute und vergesst nicht mir zu folgen!
(Koch Chang Fotos von @g33k)