A woman: can be the nicest as well the most evil creature, can't she?
Man muss davon ausgehen, dass die Menschen, die derzeit in den Machtpositionen sind, um die Welt nach ihrem Dünken zu steuern, es nicht besser wissen als alle anderen. Ich nehme an, dass die Einzelnen, die sich ein Imperium aufgebaut haben, dieses aus Angst oder Aberglauben tun (was vermutlich aufs Selbe hinausläuft) . Andere Gründe interessieren mich nicht so sehr.
"Die" haben im Laufe ihres Lebens genauso viele Filme und Dokumentationen gesehen, wie wir alle.
Der stetige Tropfen, der noch in jeder Tierfilm- oder Naturfilm-Doku gehöhlt wurde, ist der: "Wenn wir so weitermachen, stirbt die Erde." Oder "Wenn der Mensch nicht aufhört, die Natur zu zerstören, wird sich die Natur rächen" und derlei mehr. Tiersterben, Waldsterben, schmelzende Polkappen und so weiter, für alles heftet sich der Mensch die Schuld an die Brust und so sagt er dann auch im Brustton der Überzeugung: "So muss dieser Mensch eben daran gehindert werden, solch Übel an der Schöpfung oder der Evolution zu verbrechen!"
Alle Schlagworte, die einem sonst noch die Spuren im Denkapparat hinterlassen haben, vermischen sich zu einem großen Gefahren-Szenario, man denke erneut an "die Überbevölkerung" und sowas wie "Massenkonsum" und "Wegwerf-Gesellschaft". In den Augen der Imperialisten ist das sicher eine ernst zu nehmende Gefahr, die vielen Menschen, die immer alles haben wollen.
Natürlich will der Superreiche auch alles haben, er sieht eben in Gefahr, dass das, was er hat und sich aufgebaut hat, durch die vielen, die Massen, aufgegessen und für immer verloren sein wird. Erdöl, Gas, Wasser, Wald und so weiter.
Das Problem des Imperialisten ist nun: Wie soll er es schaffen, dass immer genauso viele Menschen den Planeten bevölkern, wie er braucht, um einerseits weiterhin Massenabnehmer von Objekten zu haben, aber andererseits nicht zu viele davon da sein dürfen?
Welche Steuerungsinstrumente braucht er dringend, um eine genaue Übersicht zu erhalten darüber, was sich auf dem Planeten abspielt?
Er baut sich eine Schalt-Zentrale, die alle Daten dieser Welt zusammenlaufen lässt.
Bisschen so, wie man das aus B-Movies oder Blockbustern kennt: Der Herrscher sitzt vor blinkenden Schalt-Tafeln und studiert sein Werk. Zwischen fiebrigem Tatendrang und dräuender Langeweile hin und hergerissen. Die Untertanen stets auf Trab haltend und sich berichten lassen müssend, was sonst noch geschieht, das die Zentrale (noch) nicht sehen kann.
Doch das Auge Saurons ist nah, wie wir alle vermuten.
Die direkten und in der Nähe arbeitenden Untertanen und Nutznießer des Imperialisten erhalten stets ihr Zuckerbrot und scheuen die Peitsche.
Andere Untertanen übernehmen das Weltbild des schuldhaften Menschen, der gierig, geizig, rücksichtslos und an und für sich hassenswert ist.
Kleine und große Gretas sprechen mit Saurons Mund. Wo sie unschuldig sind, wird dieses ausgenutzt und gerät in die riesigen PR-Staubsauger.
Auch Propaganda genannt.
Die Propagandisten sind Teil der Schalt-Zentrale und greifen das normale Volk an.
Die Widerständlerischen im Volk klagt man an, "miese Propaganda" zu betreiben. Natürlich ist das gemeine Volk gar nicht in der Lage, Propaganda zu betreiben, weil es nicht mit "einer Stimme" zu sprechen vermag. Das Volk ist immer vielschichtig und nie auf einem Fleck, es verteilt sich ja übers ganze Land und hat kein zentrales Medium, mit dem es etwa Propaganda der effektiven Art überhaupt betreiben könnte.
Es kann die Mächtigen auch nicht wirklich angreifen und verletzen. Denn das Volk hat weder die Ressourcen, die Methoden, die Strategien, die Mittel noch die Möglichkeiten, sich geschlossen gegen einen Imperialisten zu stellen, weil das Volk sich nie in dieser Weise organisiert wie die Staats-Apparate solches tun.
Ein Volk, so sehe ich das, kann sich nicht gegen seine Herrscher verschwören, wie soll denn das gehen? Das Volk sind die vielen. Millionen Menschen im Volk müssten, um seinem Diktator und den ihm Untergebenen mit denselben Kräften entgegentreten, die diese gerade gegen das Volk richten: Überwachung, Bestechung, Polizei, Bundeswehr und so weiter.
Also das geht schon mal nicht.
Das, was das Volk tun kann, ist, auf die Straße zu gehen und sich dort aus dem Grund zu versammeln, um zu sehen, wie viele das Volk ist. Im Grunde ist's egal, ob da noch Bühnen oder Redner sind, weil das Volk nur eines will:
Gucken, wie viele es sind, die sich auf die Straße trauen.
Das darf man nun nicht klein reden. Wer mal unter diesen vielen stand, der fühlt sich allein schon deshalb gleich besser, weil er aus der Isolation seines Zuhause gekommen ist und mit eigenen Augen ist es immer auch gut, zu sehen.
Das Volk tut außerdem noch anderes, um das Diktat über sich abzuwehren. Es ist stur. Und vermeintlich kooperativ. Man macht jede Menge Mist mit, um nicht aufzufallen und seine Mitmenschen nicht denen auszusetzen, die übrig blieben, wenn man weg vom Fenster wäre, beispielsweise.
Ich kann mir darum vorstellen, dass diejenigen, die jetzt die Testerei mitmachen, bei den Kollegen nicht so genau hinschauen, ob und wie die ihre Teststäbchen bespucken oder sonstwie zu einem Ergebnis kommen. Wer einen Aufpasser hat, der denjenigen mag, auf den er gerade aufpasst, der wird zufällig woanders hinsehen, dem wird just das Bein kratzen und er sich untern Tisch beugen.
Es gehen die Tests aus. Eine Lieferung geht irgendwie verloren. Man hat nicht genug von dem Zeug.
Irgendwo geht dann was verloren oder kaputt.
Beispielsweise schreibt man aus Versehen falsche Namen auf oder lässt den einen oder anderen ganz unter den Tisch fallen. Man vergisst, Daten zu übermitteln oder sie sind aus irgendwelchen Gründen, die man sich nicht erklären kann, vom Computer selbst geschluckt worden. Den Denunzianten, dem man ganz sicher in jedem Betrieb sofort erkennt, dem vermittelt man den Eindruck, dass alles, aber auch wirklich alles, mit rechten Dingen zugeht und dass er im Kreis der Kollegen gut und sicher aufgehoben ist. Man behandelt ihn wie ein schwieriges Kind, weil er wie ein schwieriges Kind ist. Mit Liebe und Bestätigung. ... Allerdings, wer das Pech hat, dass der Denunziant auch gleichzeitig der Kontrolleur ist, ... hmmm .... hum... ohm...
Naja, und das ist eben nicht so einfach.
In dieser Krise habe ich gelernt, dass ich einen Denunzianten nur schwer zu lieben mich imstande sehe.
Ist das jetzt die Aufgabe? Naja, dieser Aufgabe kann ich zumindest nicht mehr auf meiner Arbeit begegnen. Weil ich keine Arbeit mehr habe. Ich hab jetzt ein ganzes Jahr lang durchgehalten und mich unauffällig benommen. Aber da ich nun mal persönliche Grenzen hab, man sich vom Testen nicht wie von der Maskenpflicht befreien kann, hab ich mich nun selbst auffliegen lassen müssen. Oder glaubte das zumindest. Ich kann mir ja auch tausend andere Szenarien vorstellen.
Das kann man nun "dumm" nennen. Oder auch nicht.
Knirschen tut es bei mir jedenfalls an allen Ecken und Enden. Ich hab mir gesagt: Naja, die Kollegen, das waren eigentlich auch nie deine Freunde, auch wenn man gern mal so getan hat. Eigentlich bedeuten dir diese Leute auch nicht so wahnsinnig viel, zumindest mündeten Versuche, sich mal privat zu treffen, irgendwie nie in die Realität. Spaß gemacht hat das Arbeiten unter den Umständen auch nicht mehr. Und ich hab gern Spaß an der Arbeit.
Manchmal hab ich nicht mal gewusst, wer überhaupt ein Freund ist, weil Freundschaft ein echt schwieriges Thema ist und vielleicht auch vollkommen überbewertet. Nun treff ich Menschen, die ich gleichgesinnt nenne. Aber vielleicht war das "vorher" auch eine Art Gleichgesinnung. Und jetzt ist es "nachher" und darum anders.
Eigentlich will ich nur noch in Ruhe gelassen werden. Wird ja aber nun nicht passieren.
Mein Mann, der die oben beschriebene Attitüde "was mich nicht tötet, macht mich nicht unfrei" (oder so ähnlich) oft in der Lage ist, einzunehmen, den bewundere ich dafür.
Aber die Menschen, die in meiner Dachkammer das Wort ergreifen, das sind eben auch viele.
Ich finde, das ist eine Qualität. Was mich bisher in die Lage versetzt hat, Menschen von Angesicht zu Angesicht zu beraten und noch in so ziemlich jede Perspektive zu schlüpfen, die sich mir anbot. So weiß ich im Prinzip ohnehin schon nicht so genau, wer ich eigentlich bin.
Ich spiele Mensch.
Vielleicht ist das die Gemeinsamkeit, die wir alle haben: Wir spielen Menschsein.
P.S. @Leroy.Linientreu :)
edit: (ups, war falsch geschrieben.)
ENGLISH
You have to assume that the people who are currently in positions of power to run the world as they see fit don't know any better than anyone else. I assume that the individuals who have built empires for themselves do so out of fear or superstition. Other reasons don't interest me so much.
They've seen as many films and documentaries in their lifetime as the rest of us.
The steady trope that has yet to be trotted out in any wildlife film or nature documentary is this: "If we keep this up, the earth will die." Or "If humans don't stop destroying nature, nature will take its revenge" and the like. Animal extinction, forest extinction, melting polar ice caps and so on, for everything man pins the blame on himself and so he then also says in the tone of voice of conviction: "So this man must be prevented from committing such evils against creation or evolution!"
All the buzzwords that have otherwise left their traces in one's thinking apparatus are mixed into one big danger scenario, one thinks again of "overpopulation" and something like "mass consumption" and "throwaway society". In the eyes of the imperialists, this is certainly a danger to be taken seriously, the many people who always want to have everything. Of course, the super-rich also want to have everything, they just see in danger that what they have and have built up will be eaten up and lost forever by the many, the masses. Oil, gas, water, forests and so on.
The imperialist's problem now is: how is he to manage that there are always as many people populating the planet as he needs, so that on the one hand he can continue to have mass consumers of objects, but on the other hand there must not be too many of them?
What control instruments does he urgently need to get an exact overview of what is happening on the planet? He is building a control centre that will bring together all the data of this world. A bit like in B-movies or blockbusters: the ruler sits in front of flashing control panels and studies his work. Torn between a feverish urge to do something and a grim boredom. Always keeping his subjects on their toes and having to be told what else is happening that the control centre cannot (yet) see.
But the Eye of Sauron is near, as we all suspect.
The direct and nearby subjects and beneficiaries of the imperialist always get their carrot and shun the stick.
Other subjects adopt the worldview of the guilty person who is greedy, stingy, ruthless and hateful in and of itself.
Gretas great and small speak with Sauron's mouth. Where they are innocent, this is exploited and gets into the giant PR hoovers.
Also called propaganda.
The propagandists are part of the switchboard and attack the normal people.
The resistant ones among the people are accused of doing "rotten propaganda". Of course, the common people are not in a position to carry out propaganda at all, because they are not able to speak with "one voice". The people are always complex and never in one place, they are spread all over the country and have no central medium with which they can carry out propaganda of the effective kind.
They cannot really attack and hurt the powerful. Because the people have neither the resources, the methods, the strategies, the means nor the possibilities to stand united against an imperialist, because the people never organise themselves in the way the state apparatuses do. A people, as I see it, cannot conspire against its rulers, how can that be possible?
The people are the many. Millions of people would have to oppose their dictator and his subordinates with the same forces that they are directing against the people: Surveillance, bribery, police, armed forces and so on.
So that's already not possible.
The thing that the people can do is to go to the streets and gather there for the reason of seeing how many the people are. Basically, it doesn't matter whether there are stages or speakers, because
the people only want one thing: to see how many people dare to go out onto the street.
You can't talk that down. Anyone who has stood among these many feels immediately better, if only because he has come out of the isolation of his home, and it is always good to see with one's own eyes.
The people also do other things to ward off the dictate over them. They are stubborn. And supposedly cooperative. They go along with a lot of crap in order not to attract attention and not to expose their fellow human beings to those who would remain if they were out of the window, for example.
I can therefore imagine that those who are now taking part in the testing do not look so closely at their colleagues to see whether and how they spit on their test sticks or come to a result in any other way. If you have a supervisor who likes the person he is supervising, he will accidentally look somewhere else,
his leg will scratch and he will bend under the table.
Then somewhere something gets lost or broken. For example, one accidentally writes down the wrong name or misses one or the other. One forgets to transmit data or, for some reason that one cannot explain, it has been swallowed by the computer itself. The denunciator, who is certainly immediately recognisable in every company, is given the impression that everything, but really everything, is above board and that he is in good and safe hands among his colleagues. He is treated like a difficult child because he is like a difficult child. With love and affirmation. ...
Well, and that's just not so easy.
In this crisis I have learned that it is difficult for me to love an informer.
Is that the task now? Well, at least I can't meet this task at my work any more. Because I no longer have a job. I've held out for a whole year now and behaved inconspicuously. But since I have personal limits and you can't exempt yourself from testing like you can from wearing a mask, I have now had to expose myself. ... Had I?
You can call that "stupid". Or not.
In any case, I'm feeling the crunch in every corner and every end. I said to myself: Well, the colleagues were never really your friends, even if we liked to pretend we were. Actually, these people don't mean that much to you either, at least attempts to meet privately somehow never led to reality.
Sometimes I didn't even know who a friend was, because friendship is a really difficult subject and perhaps completely overrated. Now I meet people I call like-minded. But maybe "before" it was also a kind of like-mindedness. And now it's "after" and therefore different.
Actually, I just want to be left alone. But that's not going to happen now.
My man, who is often able to adopt the attitude described above, "what doesn't kill me doesn't make me unfree" (or something like that), I admire him for it. But the people who speak out in my attic, they are also many. I think that is a quality. What has enabled me so far to serve people face to face and still slip into pretty much any perspective that presented itself to me. So in principle I don't really know who I am anyway.
I play human.
Maybe that's what we all have in common: We play being human.
Picture Sources:
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