Nürnberg: Von der Kaiserstadt zum Ort der Abrechnung
Nürnberg ist eine der widersprüchlichsten Städte Deutschlands: mittelalterliche Pracht und nationale Scham, Kaiserburg und Reichsparteitagsgelände, Dürer und Hitler.
Nürnberg im Mittelalter
Die Kaiserburg, ab dem 11. Jahrhundert erbaut, machte Nürnberg zur bevorzugten Residenz der Kaiser. Wichtige Reichstage fanden hier statt, die Reichskleinodien wurden hier verwahrt. Albrecht Dürer, geboren 1471, prägt das Bild der Stadt bis heute.
Nürnberg und der Nationalsozialismus
Hitler wählte Nürnberg bewusst als Ort der jährlichen NSDAP-Parteitage – die mittelalterliche Kulisse sollte germanische Kontinuität suggerieren. Albert Speers gigantisches Reichsparteitagsgelände ist teilweise noch erhalten.
1935 wurden hier die Nürnberger Rassengesetze verabschiedet, die Juden die Staatsbürgerschaft entzogen. Nürnberg wurde zum Symbol der NS-Rassenideologie.
Die Nürnberger Prozesse
Im Justizpalast fanden 1945/46 die Nürnberger Prozesse statt. 24 führende NS-Täter wurden vor dem Internationalen Militärtribunal angeklagt. Die Prozesse etablierten das Prinzip der individuellen strafrechtlichen Verantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit – ein Meilenstein des Völkerrechts.
Nürnberg ist ein Ort, an dem die höchsten Ansprüche und die tiefsten Verbrechen der deutschen Geschichte aufeinandertreffen – und ein unverzichtbarer Ort der Erinnerung.
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