Nur wenige Tage, nachdem ein Gericht der allseits beliebten BAFIN die Zuständigkeit für Kryptowährungen aberkannt hat, dürfen wir Münchner den ersten bundesdeutschen Bitcoin-Automaten bestaunen (und ggf. erproben). Ich habe ihn heute persönlich besucht. Er steht im Norden der Stadt, genauer gesagt in der Lokation "monte24" am Frankfurter Ring 83:
"Monte24" ist eine Kombination aus Spielhölle und Imbissbude. In einer derartigen Umgebung scheint sich der Automat richtig wohlzufühlen. Er hat sogar einen lebendigen Operator, der mir sogleich zur Seite sprang, um mir das Gerät zu erläutern:
Mir fiel sofort auf, dass er komplexer und bunter ist als seine mir bereits bekannten Verwandten in Österreich. Freundlicherweise kann er sowohl Käufe als auch Verkäufe abwickeln, jeweils mit einer Gebühr von 5%. Hin und her macht die Taschen leer, so lautet ja eine bekannte Börsenregel. Limits kennt er zwar keine, aber dafür arbeitet er streng nach dem KYC-Prinzip (=Know Your Customer). Das bedeutet dummerweise, dass sich der Kunde vollständig (prostituieren, falsches Wort) identifizieren lassen muss, indem er
- Seine Handynummer einzugeben hat
- Seinen Personalausweis einscannen lassen muss
- Ein Foto seiner Visage erstellen lassen muss
Unter diesen sportlichen Randbedingungen hatte ich keine Lust, einen BTC-Probeeinkauf zu tätigen. Lieber kaufe ich wieder mal bei meiner nächsten Reise nach Kärnten in Kufstein. Österreich ist wieder mal das bessere Deutschland. Im Übrigen besteht durch diese Spielregeln ein gravierender Unterschied zum Handel mit Edelmetallen, die man in Deutschland bis zu 10000 EUR anonym tätigen kann.
Fazit: So richtig scharf bin ich nicht auf diesen Blechkasten. Trotzdem habe ich auf meiner Heimfahrt noch etwas sehr Scharfes entdeckt: Am Vikualienmarkt im "Eataly" kann man Perperonis in allen Schärfegraden kaufen, sogar mit 2 Millionen Scoville:
Vielleicht ist das der bessere Einkaufstipp für München-Touristen und Einheimische.