Die DFB-Wortbidmarke "Mannschaft" steht als zu wenig divers und genderfeindlich vor der Ablösung.
Der Trainer, der seines Jobs längst überdrüssig geworden war, ist fort. Der letzte Ostdeutsche hat die Segel gestrichen, die übriggebliebenen Mitglieder der als "Die Mannschaft" bekannt gewordenen deutschen Fußball-Nationalauswahl weilen im wohlverdienten Urlaub. Doch nun kündigen sich schon erste tiefgreifende Reformen an, mit denen der Deutsche Fußball Bund (DFB) eine baldige Rückkehr zu den erfolgreichen Tagen früherer Auswahljahrgänge einleiten will.
Rabiate Reformen
Dazu will der weltgrößte Sportverband seine Spitzenauswahl der Männer künftig nicht mehr "Die Mannschaft" nennen - ein Begriff, der von Anfang an für viel Kritik gesorgt hatte. So war es im Zusammenhang mit Spielen von sogenannten Frauenfußballspielerinnen (FAZ) zu Missbildungen wie "Frauenfußballnationalmannschaft" gekommen. Eine Neubildung in Form einer wilden Wucherung mit exklusivem statt inklusivem Anspruch, den Frauenfußballnationalmannschaftsfan*Innen ablehnten.
Zurecht, denn wie sich nach der Niederlage gegen England bei der EM zeigte. Auch im Umfeld der Männerfußballnationalmannschaft zerstörte die maskuline Begrifflichkeit der Wortbildmarke des DFB vieles, was die Spielenden auf dem Rasen mit Hilfe von Regenbogenbinden und Kniefallgesten aufgebaut hatten. Die "Mannschaft" schloss die Hälfte der Weltbevölkerung aus, der DFB wurde seinem Ruf als korrupter Verband mit einem Vergangenheitsfetisch einmal mehr gerecht.
Die kalte Hand der alten, weißen Männer
Bis hin zu fortschrittlichen Fankreisen reicht die kalte Hand der alten, weißen Männer: So trösteten Fan/*_Innen die "Mannschaft" bei Facebook aufmunternd mit dem Hinweis, sie habe zwar ein Spiel verloren, "aber dass die M⚽️nnschaft, während des gesamten Turniers klare Kante gegen Rechts gezeigt hat, ist weitaus mehr Wert, wie der zu erwartete Sieg."
Die vielen Zeichen, die die Mannschaft von Anfang mutig "für #Respekt, #Vielfalt und #Toleranz gesetzt" habe, würden länger überdauern als ein Sieg gegen den Erzfeind, denn sie hülfen, dass "das gute im Menschen bestehen bleibt" (im Original).
So viele Zeichen
Dazu ein #DankeMannschaft, das schnell als ungerecht, vergangenheitsfixiert und maskulinistisch kritisiert wurde. Ausnahmsweise aber reagierte der DFB diesmal schnell: Nun soll ein gendergerechter Name für die derzeitige "Mannschaft" gefunden werden. Derzeit laufe bereits ein Ideenwettbewerb, wie in Frankfurt bestätigt wurde.
Nach dem Tragen der Regenbogenbinde durch den Kapitän*Inseienden Manuel Neuer und der bereits mehrere Jahrzehnten währenden Zugehörigkeit von Frauen zum DFB und zu Deutschland entspreche die seinerzeit als Abwendung vom Fußballnationalismus erdachte Bezeichnung "Mannschaft" nicht mehr "den Vorgaben der sprachlichen Gleichstellung“, hieß es dazu.
Ideenwettbewerb für Genderteam
Über die in Berlin ansässige Bundesworthülsenfabrik (BWHF) wird nun „unter Berücksichtigung der vertraglichen Rahmenbedingungen“ - ein Fingerzeig zu bestehenden Verträgen mit Sponsoren - ein Vorschlag zur Änderung der Bezeichnung erarbeitet,d er womöglich "Mann- und Frauschaft" oder auch "Spielgruppe" heißen könnte.
„Der Markenkern des viermalig Weltmeister*innenseienden soll dabei erhalten bleiben“, beschrieb ein Sprecher der BWHF die Zielvorgabe, "an die wir uns zu halten haben". Hilfe versprechen sich DFB und BWHF von einem Ideenwettbewerb, der sich an alle Fans, Sympathisanten und Mitglieder des DFB richte. Bis zum Donnerstag nach dem Ausscheiden in London waren bereits mehr als 800 Vorschläge eingegangen.