Zum Libertarismus gehören natürlich keine Zölle! Trotzdem werden diese oft gefordert. Obwohl ich anderer Meinung bin, kann ich dieses Verlangen nachvollziehen. Dies möchte ich anhand eines Beispiels beschreiben.
Auf einem freien Arbeitsmarkt gleichen sich, wie auf jedem anderen Markt, Angebot und Nachfrage aus. Konzerne hätten also nicht die Möglichkeit ihre Arbeitnehmer auszubeuten, denn diese würden schnell das Unternehmen wechseln. Erfolgreiche Unternehmen locken erfolgreiche Arbeitnehmer an. Dies können sie nur, wenn sie auch etwas zu bieten haben. Vor Kurzem erst hörte ich von Unternehmen, welche für die Kantinen Sterne-köche anheuern.
Kurz: Am Ende gleichen sich die Motivatoren der Arbeitnehmer aus, denn diese wären nun selbstverständlich auf dem Arbeitsmarkt.
Ebenso würde sich der Preis anpassen, denn die höheren Kosten müssen ja beglichen werden. Doch was ist, wenn "böse" Unternehmen vom Staat beschützt werden - wenn den Arbeitern nichts anderes übrig bleibt, als unter schlechten Bedingungen zu arbeiten? Die freie Gesellschaft würde unter der Konkurrenz der unfreien Gesellschaft leiden. Die Lösung: Zölle?
Das kann ich klar verneinen! Zum einen bleibt immer noch die Freiheit bei der Kaufentscheidung. Jeder ist mit seinem Konsum mitverantwortlich! In einer moralischen Gesellschaft würde man nur von Unternehmen kaufen, welche ihre Mitarbeiter gut behandeln würden. Aus Marketing-Gründen wäre es also schlecht, seine Mitarbeiter schlecht zu behandeln. Das gilt auch für Konzerne von außerhalb. Zum anderen nimmt man den Konsument die Freiheit billig einzukaufen. Zölle würden den Kunden zum ethischen Einkauf zwingen, auch wenn dieser in einer schlechten Lebenslage wäre. Das würde wider rum gegen den Freiheitsgedanken verstoßen.
Doch auf eure Meinung bin ich diesmal besonders gespannt. Ich muss schon zugeben, dass ich Zölle weniger schlecht finde als Steuern. In einem Minimalstaat wäre dies eine gute Einnahmequelle.