In keinem Reiseführer ist die gotische Bibliothek in Potsdam verzeichnet, kaum ein Potsdamer kennt die wirkliche Geschichte hinter diesem faszinierenden Bauwerk und wie ich zugeben muss, auch meinen Augenmerk hat sich die ehemalige Bibliothek des Friedrich Wilhelm den zweiten geschickt entzogen. Erst als ich in letzter Zeit wiederholt durch Zeitungsartikel und Hinweisen von Freunden darauf aufmerksam gemacht wurde habe ich mich aufgerafft und habe die Gotische Bibliothek besichtigt. Auch wenn man sie nicht von innen besichtigen konnte war sie ohne Frage ein Besuch wert.
Zur Geschichte: Die Bibliothek wurde im Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm den zweite in Auftrag gegeben und nach dem Entwurf des Baumeisters Carl Gotthard Langhans (welcher ebenfalls das Brandenburger Tor wie auch das Marmorpalais errichtete) in den Jahren 1792-1794 im Stile einer gotischen Kapelle erbaut.
Auch wenn Friedrich Wilhelm der zweite schon vor Baubeginn verstarb dienten die Räume bis spät in die 1930er Jahre als königliche Bibliothek und Belvedere.
Nachdem alle Bücher in den 1930er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in das Stadt Schlosspotsdam verlagert wurde war das Bauwerk seinem Verfall ausgesetzt.
Nachdem im zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 14 auf den 15. April „In der Nacht von Potsdam“ ein Großteil der Innenstadt und somit auch ein Teil der Gotischen Bibliothek zerstört wurde lag diese bis Anfang der 90er Jahre des vergangen Jahrhunderts als Ruine da. Im Jahre 1993 machte die Stadt Berlin der Stadt Potsdam anlässlich ihres 1000 Bestehen ein Geschenk in Höhe von 1,6 Millionen Mark um die Erhaltung und den Wiederaufbau des „schiefen Turm von Potsdam“ zu finanzieren. Da jedoch durch den Angriff große Teile des Fundaments abgerutscht waren (und es heute noch sind) gestaltete sich der Wiederaufbau umständlicher als gedacht und erst in den beiden Jahren 1995-1997 wurde das Fundament gesichert und das Gebäude wiederaufgebaut.
Das macht das Bauwerk so einzigartig: Dadurch das die Bibliothek sehr nah am Wasser gelegen ist, kaum von Bäumen verdeckt wird und durch die offene Architektur macht es einen möglich zur jeder Tageszeit eine atemberaubende Sicht zu genießen.
Die Lage: Das südlich des Heiligen See´s gelegen Bauwerk ist entweder durch die 200 Meter entfernte Mangerstraße zu erreichen oder zu Fuß durch den Schlosspark Cecilienhof.
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Bei genauerem Hinsehen sieht man auf der Gegenüberliegenden Seite des Heiligen See´s das Marmorpalais (König Friedrich des zweiten eigentliche Geheimbibliothek.
Die nach oben führende Wendeltreppe ist zwar abgesperrt, jedoch zeigen Bilder den einzigartigen Blick vom Balkon aus zu welchem die Treppe hinführt.