Nach vielen Jahren mit dem "verbissenen" Ansatz, umweltbewusst zu leben, bin ich heute entspannter geworden. Warum?
Zwei Seiten einer Medaille
Ich habe die interessante Erfahrung gemacht, dass diverse "Maßnahmen", die ich getroffen hatte, auch eine andere Seite haben. (Gelbe Säcke, Windräder, Technik...)
Beispiel Wasserverbrauch:
Ich habe an allen Ecken und Enden meinen Wasserverbrauch stark kontrolliert und zum Beispiel jeden Tropfen in der Küche aufgefangen, der durch Gemüse waschen oder Kochwasser gebraucht worden ist. Verwendung findet sich immer.
Etliche Jahre später erfahre ich, dass die hiesigen Stadtwerke einmal im Jahr die Rohrleitungen fluten müssen, weil durch den wenigen Wasserverbrauch nicht "genügend im Fluss" war. Also ist der praktische Nutzen gleich null.
Aktionismus oder innere Einstellung?
Inzwischen ist mir klar geworden, dass meine innere Haltung dem Leben und der Natur gegenüber viel wichtiger sind, als einzelne Aktionen zur Reduzierung von z.B. Müll. Natürlich sind dies wichtige Schritte, die jeder machen sollte, aber für mich ist eine Art Ideologie der Nachhaltigkeit keine Lösung.
Anstatt mich an irgendwelche Richtlinien zu halten und öffentliche Aktionen zu unterstützen, fange ich bei mir an - und zwar mit meiner Beziehung zur Natur. Denn es ist nicht nur ein loser Spruch. "Nur das was ich liebe, bin ich auch bereit zu schützen." Demos und "korrektes" Verhalten können auch reine "Lippenbekenntnisse" sein.
Wenn ich die Wertschätzung der Natur in meinem Herzen trage, weiß ich auch ohne Richtlinien oder Konzepte wie ich mich zu verhalten habe, um unseren Planeten so wenig wie möglich auszubeuten oder sogar zu schädigen. "So natürlich wie möglich" ist dann meine Devise - egal ob es um Ernährung, Kleidung, Möbel, Reisen, Einkauf, Waschen, Putzen, Duschen, Kosmetik oder Ähnliches geht.
Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln und folge nicht anderen Vordenkern. Dabei stecke ich mir selbst meine Grenzen ab und erlaube mir auch mal einen Ausrutscher. So ist vielleicht nicht immer alles "politisch korrekt"... ich tue es aber grundsätzlich mit der inneren Haltung, etwas Sinnvolles mit Freude zu machen und nicht nach Schema F zu handeln - wobei sich dieses (siehe Wasserbeispiel) sogar als nicht zielführend erweisen kann.
Möge jeder seinen eigenen Weg finden und vor allem die Liebe zur Natur in sich wach halten!
Dies ist mein Beitrag zum Mittwochsquickie von , bei dem 10 Minuten einem speziellen Thema gewidmet sind - "Nachhaltigkeit" in diesem Fall - ausgewählt von der Nominierten vom letzten Quickie
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