Nachdem mir Remotehorst und Urdreamscometrue bezüglich IOTA gut Konter gegeben haben und ich den Bad-Player in den Institutionen eventuell übersehen wollte, gehts heute an die lockere, definitorische Vorbereitung für den hardcore wissenschaftlichen, mathematischen Part.
Ob du es willst oder nicht, wenn du Geld in den Markt butterst und Visionen hast, bist du ein Fondmanager
Der Dildo des Verderbens (isso)
Spekulation und Investition ist ein rechtlich definierter Begriff (über die Haltedauer), existiert mathematisch jedoch nicht. *Ja es gibt auch eine Definition von Ben Graham, diese kann jedoch nicht aus dem Kontext des Value-Investing betrachtet werden.
Beides ist eine Wette, und eine Wette ist eine Behauptung bezüglich des zukünftigen Zustands eines Systems (z.B. Preis von STEEM).
Man expositioniert sich mit der Wette, bei der man eine Position einnimmt (z.B. 500€ in SP) gegenüber dem Zufall oder dem Universum. Wie man es sehen möchte.
Man kann auf die Zufallsvariable (x) z.B. den Preis wetten.
Doch selbst wenn man bezüglich eines Preises richtig läge, bedeutet dass nicht, dass man Gewinn macht. Entscheidend ist natürlich die Payoff-Funktion F(x)..also das was über den Verlauf passiert
F(x) ist um eine Vielfaches schwerer vorherzusagen als (x) und x allein so gut wie nutzlos.
[kommt ein solcher sogenannter "Dildo" so ist man gef.... auch wenn man bezüglich eines Preisniveaus richtig lag]
Unsere Annahme basiert auf der binären Wette: "wird der Markt extrem anwachsen?" ja/nein
Man unterscheidet zwischen binär (ja/nein) und "vanilla" (graduell/ kann viele Werte annehmen). Die meisten Systeme sind natürlich vanilla. Nichts in unserer Welt ist binär, außer wir vereinfachen es. Im letzten Bullen-Markt lagen wir alle richtig und wer von euch hat im Dezember ausgecasht? ...ja genau das ist das Problem mit dem Richtigliegen bezüglich einer Zufallsvariable (x) und der Payoff-Funktion F(x) aka. Realität.
Realitätscheck
Ob man binär überhaupt richtig liegen >>kann<<, lässt sich anhand der Struktur des Systems ableiten:
Gibt es Geld welches dies prinzipiell ermöglicht? (vor allem Drypowerder = cash ähnliche, hochliquide Assets): geschätzt 1,7 Trillions/Billionen; leveraged (4x) sind es 6,4 Billionen --> JA
Kann/darf das System dieses aufnehmen? (Infrastruktur, Regularien aka. Katalysatoren) in Planung JA (aktuell NEIN)
alles andere, die Qualität des Assets ist zunächst zweitrangig, siehe Tulpen oder Dotcom Blase. Dies wäre dann eine Frage der Nachhaltigkeit und somit auch nur ein Katalysator. Wenns ne tolle Sache ist, umso besser. Wenn nicht kann es trotzdem hoch kapitalisiert sein.
Natürlich bietet der Kryptomarkt massives Potential einen Teil des Drypowders aber auch noch nicht liquidierten Geldes aufzunehmen.
Wird es eine ETF-Zulassung geben?...würdest du den ETF zulassen?
Heute wurden zwei ETF-Anträge durch die SEC abgelehnt. Wen das überrascht der sollte folgendes bedenken.
Die Regulatoren lassen sich spieltheoretisch analysieren (Spieltheorie ist ein Bereich der Mathematik):
- langfristig wird niemand Kryptowährungen verbieten (siehe Gefangenen-Dilemma mit Zukunft) außer alle Regierungen kooperieren. Wie mit der Atombombe: wirft Supermacht A die Bombe und es ist kein alles-vernichtender Erstschlag, dann wird Supermacht B möglicherweise alles vernichtend zurück schlagen...also drück niemand den Knopf. Weder Kim noch Donald, stattdessen feiern sie hinter den Kulissen bei Koks und Prostituierten.
Verbietet Supermacht A langfristig Kryptowährungen, dann wandert Humankapital und Geld zu Supermacht B, welche wiederum einen technischen Vorteil bekommt, der Geld und Humankapital verstärkt. Also verbietet niemand langfristig Kryptowährungen bzw. DLTs.
- Kurzfristig wird es unweigerlich Regularien geben. Stellt euch vor ihr seid der Direktor(in) der SEC.
Wenn ihr den Krypto-ETF genehmigt und es geht gut, dann wird kein Hahn nach euch krähen und danke sagen...
Wenn ihr den ETF genehmigt und es passiert was, dann seid IHR euren Job los. Viel mehr noch, die Institution nimmt Schaden und macht euch die Hölle heiß und die Presse zieht euch durch den Dreck (siehe Winterkorn).
Solange es Unsicherheiten bezüglich schlechter Teilnehmer a´ la Tether oder MtGOX gibt, werdet ihr sicher nicht so dumm sein und eure potentielle Kündigung unterschreiben ;)
Fazit zum ETF Dilemma
Wir befinden uns in einer nicht ganz aussichtslosen "Patt Situation", semi-patt :). Wir bräuchten höhere Liquidität um Marktmanipulation zu erschweren. Für höhere Liquidität brauchen wir jedoch Instrumente wie einen ETF, diese sind jedoch in der initialen Phase unter niedriger Liquidität eine Gefährdung für die SEC. Dieses Dilemma liegt an dem seltenen Umstand, dass beim Kryptomarkt erst die Kleinanleger Zugang haben und erst dann die Großinvestoren kämen. Das führt zur Vulnerabilität der ersten SEC-regulierten Investoren. In diesem Fall die akkreditierten (ausgewählte) reichen alten Säcke, die Anteile am ETF erwerben würden.
Die Sache mit dem großen Geld, Direktionalität im Markt
[wie bei einer Talsperre, sitzt das institutionelle Geld hinter dem Damm und wartet auf eine Öffnung. Und wenn eine Schleuse geöffnet wird, kann es nur nach und nach einfließen]
Es sollte klar sein, dass institutionelles Geld nicht in jeden x-beliebigen Shit-Coin fließt, zumindest nicht direkt :) Nur in jene mit Custodians. Parallel zum Anstieg der Liquidität der Assets BTC, ETH, XRP usw. wird es auch einen Anstieg im restlichen Markt geben. Die Korrelation im Markt läuft von den Leitwährungen zu den potentiellen Shitcoins und nicht anders herum.
Leidet BTC, dann leidet jeder andere Coin egal wie gut oder schlecht die Technologie dahinter. Sind die BTC-Märkte erst einmal hoch-liquide, dann wird es zu einer uni-direktionalen Entkoppelung kommen. Die Korrelation BTC --> alle anderen wird jedoch bleiben.
Der Lindy-Effekt
Große Institutionen bringen Liquidität und somit niedrige Volatilität. Sie sind wie große Tanker die ihren Kurs nur langsam ändern - träge und brauchen Monate bis sie eine Position eingehen können. Eine Preisstabilität darf jedoch nicht mit einer Systemstabilität verwechselt werden, ein Kollaps ist natürlich weiterhin möglich.
Es sollte auch klar sein, dass die Institutionen ein operatives Risiko eingehen. Wenn die Technologie Vulnerabilitäten aufweist, ist sie denkbar ungeeignet ein Asset im Angebot der Institution zu repräsentieren.
Hier kommt der Lindy-Effekt ins Spiel:
Während UNSERE Sterblichkeitsrate mit zunehmendem Alter steigt, sinkt die Sterblichkeitsrate eines Projektes oder einer Technologie mit zunehmendem Alter. Überlebt das Rad die nächsten 100 Jahre, verdoppelt sich seine Überlebenswahrscheinlichkeit, es wird immer unwahrscheinlicher dass es ersetzt wird. Bitcoin hat den längsten Trackrecord gefolgt von Ethereum, was diese und ihre Forks zu den geeigneteren Kandidaten macht.
Heist das, dass Cardano bzw. ADA oder TRON keine guten Wetten sind?
Nein, dass heist nur, dass ADA und TRON weniger direkt vom institutionellen Geld profitieren werden. Daher sollte man bei der Wette auch genau definieren auf was man wettet und woher man meint, dass der Preisanstieg kommen solle. Das bedeutet nicht, dass ADA und TRON nicht vielleicht kurzfristig sogar profitabler sind als BTC und ETH.
[Klein-Anleger und kleine Fonds sind wie Speed-Boote, sie sind wendig und können schnell Positionen eingehen]
Der Kryptomarkt kann boomen, toll und worauf genau jetzt wetten?
Auch wenn wir wissen, dass wir auf Kryptoassets wetten wollen, wird die Vorhersagbarkeit der Payoff-Funktion eines Assets, nicht einfacher und bleibt praktisch unmöglich. Daher braucht man ein feine Abstimmung aus Risikomanagement und fundamentalen Analysen zur Chancen Verbesserung. Binär kann es definitiv nicht bleiben.
Die Aufgaben in einem professionellen (Krypto)-fond sehen in etwa so aus
Buffet sagt zwar man muss sich nicht mit allem auskennen, jedoch handelt es sich hier leider um die Kompetenzen die zu einem Bereich gehören. Kryptoinvestment, wenn man nicht einfach rät (was nicht schlechter sein muss) ist ein extrem kompliziertes Themenfeld. Das hier ist nicht Coca-Cola. Und es ist so einfach einen ETH-Hodler zu erwischen der weder weis was Sharding ist, noch Casper von Ouroboros unterscheiden kann. Und genau in der Situation habe ich mich auch erwischt.
Hab ihr bezüglich eurer Investitionen ehrgeizige Ziele oder ist es mehr Spass an der Sache? Welche Strategien nutzt ihr?