Da ist es passiert: Ein neues Ministerium ist entstanden.
Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, bei fast jeder neuen Regierung gibt es neue Ministerien(zuschnitte), je nachdem wie viele Posten verschachert werden müssen. Nur: Ein Heimatministerium? Das ist neu.
Für ein Digitalministerium hat es nicht gereicht, zu unbedeutend dieser Computerkram, da hätte man wenigstens ahnen können, worum es geht. Aber was soll das Heimatministerium machen?
Alternative Heimat
Der Haupt- (oder vielleicht auch einzige) Zweck ist sicherlich, den AfD-Wählern eine emotionale Heimat zu geben. Der kann dann mit seiner Heimat rumspielen und hört auf zu bellen.
Doch irgendwas müssen die Leute, die in dem Ministerium sitzen (wo immer es sitzen wird), auch tun. Arbeitslose mag man in der Regierung ja nicht. Aber was?
Etwas mit Finanzen fällt aus. Das Finanzministerium bestimmt, wo in der Heimat die Gelder verschwendet werden.
Heimatverteidigung? Dafür haben wir die Marine ohne U-Boote aber mit schräg liegender Neu-Fregatte.
Recht und Ordnung? Für dessen Abschaffung ist traditionell das Innenministerium zuständig.
Den einzigen Hinweis konnte ich bei Seehofer finden:
"Es geht natürlich um die gleichwertigen Lebensbedingungen in allen Regionen Deutschlands."
Gleichwertige Lebensbedingungen – darunter verstehen die „christlichen“ Politiker Arbeitsplätze. War dafür nicht bisher das Wirtschaftsministerium zuständig? Und warum braucht etwas, das seit mehr als einem halben Jahrhundert im Grundgesetz steht, plötzlich ein Ministerium?
Kultur? Ja sicherlich, das muss es sein! Die leitende Heimatkultur, das ist sicherlich… Aufgabe des Kulturministeriums.
Doch halt, eines noch. Eines ist mir eingefallen, das das Heimatministerium machen kann: Fahnen aufhängen! Und dann können wir Heimatverbundenen, wie in manch anderen Ländern üblich, der Fahne die Treue schwören.
Weil die uns immer so gut unterstützt.
Heimat, Heimat über alles!
Über alles in der Welt.
Hört der Michel dieses Wort,
Sind alle seine Sorgen fort!