Lange war mein Leben eine Art Streben nach Glück. Nicht wie in dem Film mit Will Smith, nicht wie Hirschhausen es beschreibt.
Ich empfand mich lange als Unglückspilz.
Aufgewachsen in einem 500 Seelendorf, irgendwann drogenabhängig, arbeitslos und einsam. Ich hatte kein Glück. Kein Glück im Spiel, kein Glück in der Liebe und irgendwie auch kein Glück im Leben. Selektive Unglückswahrnehmung. Man macht sich das Leben wie man es sieht.
Dann hatte ich das Glück eine Langzeittherapie zu machen und ein Gefühl von Glück zu erhaschen. Das Glück am Leben zu sein war mir bis dato nicht bewusst. Das Glück Freunde zu finden, keine Drogen mehr nehmen zu müssen und die Welt wieder farbig zu erleben waren auf einmal präsent in meinem Leben.
Ich hatte danach das Glück meine Fachhochschulreife zu machen, zu studieren und sogar von einem Begabtenförderungswerk ein Stipendium zu bekommen. Das Glück hielt Einzug in mein Leben, vorerst.
Irgendwann hatte ich das Glück Sozialarbeiter zu sein und Glück in den Augen der Menschen zu erleben. Viele Eltern waren glücklich dass ich mich so für ihre Kinder einsetzte. Lehrer waren glücklich dass sie endlich wieder ihren normalen Job machen konnten. Man, was für eine glückliche Zeit.
Später, viel später entschied ich mich in die Selbstständigkeit zu wagen und fand noch mehr Glück. Das Glück schlecht bezahlt zu werden und mich behaupten zu müssen, massiv Rückfällig zu werden und darin Glück zu erkennen.
Heute sitze ich in einem kleinen Dorf auf Kreta und mache mit meiner Familie ein paar Tage Urlaub, was ein Glück. Heute haben wir 31°C und ich werde gleich am Strand massiert, was ein Glück.
Glück ist, wie man die Welt sieht.