Weißt du noch, wie Spielen geht? Was ist das Spiel und warum?
Ich bin in einer Spielerfamilie aufgewachsen und kenne etliche Karten- und Brettspiele. Ich konnte schon 13 Karten in einer Hand aufgefechert halten bevor ich Schreiben konnte. Spielen gehört für mich zum Leben dazu und mein absolutes Lieblingsspiel ist Backgammon. Ich mag die Kombination aus Strategie und Glück.
In Friedrich Schiller‘s Aufsatz „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ sagt er über das Spiel:
„Aber was heißt denn ein bloßes Spiel, nachdem wir wissen, daß unter allen Zuständen des Menschen gerade das Spiel und nur das Spiel es ist, was ihn vollständig macht und seine doppelte Natur auf einmal entfaltet?“
Schiller untersucht desweiteren ausgiebig die Bedeutung von Schönheit und Vernunft für die menschliche Entwicklung, und bringt es dann bezüglich des Spiels auf folgenden Punkt:
„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
Im Spiel kann man sehr gut den Charakter eines Menschen kennenlernen. Ist er, der Mensch, zurückhaltend oder draufgängerisch, übernimmt er die Führung oder wartet er ab, ist er ängstlich oder zuversichtlich, ist er ehrlich oder schummelt er, ist er entspannt oder verbissen, wie geht er mit Niederlagen und Siegen um? All das kommt im Spiel, im Eifer des Gefechts, heraus, denn Spiel ist auch immer etwas Ernstes, sobald man gewinnen will. Dann wird es zu einem Kampf und die Spielzüge werden zu Kriegsmanövern.
Natürlich gibt es hierzu auch ein Fremdwort, auf Wikipedia heißt es (Zitat):
Der Homo ludens (lateinisch homō lūdēns', dt. der spielende Mensch) ist ein Erklärungsmodell, wonach der Mensch seine Fähigkeiten vor allem über das Spiel entwickelt: Der Mensch entdeckt im Spiel seine individuellen Eigenschaften und wird über die dabei gemachten Erfahrungen zu der in ihm angelegten Persönlichkeit. Spielen wird dabei mit Handlungsfreiheit gleichgesetzt. Es setzt eigenes Denken voraus. Das Modell besagt: „Der Mensch braucht das Spiel als elementare Form der Sinn-Findung.“
Bei all der Wissenschaft um das Spiel soll der Spaß nicht zu kurz kommen, denn wenn es keinen Spaß mehr macht, ist es kein Spiel mehr.
Und auch wenn wir gerade keine Würfel oder Karten in der Hand haben, sind wir doch immer Teil des Spiels des Lebens und die Kunst besteht darin, nicht nur Spielfigur und Spieler zu sein, sondern auch Zuschauer.
In diesem Sinne, vergesst nicht zu spielen und viel Glück!
Auf das Spiel und den Sinn, Prost!
Die Fotos habe ich mit der Nikon Coolpix P900 gemacht und ich habe mir eine Fernbedienung gegönnt, was das Ganze soo viel angenehmer macht :-)