Ohne den Traum von etwas, kann es die Wirklichkeit davon nicht geben!
Dies wird ein Blog in Fortsetzungen....................
Dieser Winter, der ja eigentlich noch gar kein richtiger Winter war, ist mir noch nie so auf den Keks gegangen, wie jetzt. Seit November haben wir hier in NRW fast nur Regen, Sturm oder dunkle Tage gehabt, bis auf einige Ausnahmen. Täglich schaue ich auf meine Wetter App um zu sehen, wann und wo die Sonne in unserer Gegend einmal scheint. Manchmal hat die Wetter App nur 1 Stunde Sonne an einem einzigen Tag in einer Woche angezeigt. Und es gab auch schon Wochen, in denen die Sonne überhaupt nicht geschienen hat. Auch habe ich festgestellt, dass man sich auf diese App absolut nicht verlassen kann, denn sie ändert fast stündlich ihre Meinung. Und da ich ja jetzt viel Zeit habe, richte ich mich bei meinen Hundegassigängen nach dieser blöden App und stecke schon in den Startlöchern um nur ja jeden einzelnen Sonnenstrahl bei meinen Spaziergängen zu erhaschen. Und dann ist die angekündigte Sonne plötzlich wieder von dieser App verschwunden. Kein Wunder, dass ein Großteil der Menschen ständig depressiv ist. Mit Wehmut denke ich an meinen letzten Winter zurück, den ich zusammen mit meinem ehemaligen Partner und meinem inzwischen verstorbenen Hund im Wohnmobil in Spanien verbracht habe. Und meine Sehnsucht wächst von Tag zu Tag, den kommenden Winter wieder im Süden verbringen zu können. Und das habe ich mir zum Ziel gesetzt.
Das Ziel ist gesteckt, aber bei der Umsetzung bin ich mir noch nicht sicher.
Kommt Zeit - kommt Rat :-) Das Wohnmobil gehörte meinem Partner, steht mir also auch nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Tod meines Berner Sennenhundes habe ich mir ein VW Cabrio gekauft weil ich ja keinen Hund mehr hatte. Doch dann wurde die Traurigkeit über den Verlust meines Hundes so groß, dass ich mir einen neuen Hund angeschafft habe. Jetzt ist das Cabrio für Hund und Gepäck bei so einer weiten Reise ziemlich ungünstig. Fliegen kommt wegen dem Hund nicht in Frage, da ich ihn ja auf jeden Fall mitnehmen möchte. Am liebsten würde ich im Winter im Süden sein und im Sommer in Deutschland. Viele Menschen haben den Wunsch für immer in den Süden auszuwandern. Aber da habe ich mich eines besseren belehren lassen. Während meiner letzten Spanienaufenthalte in denen wir uns nach Immobilien umgeschaut hatten, erfuhren wir von deutschen Immobilienanbietern, dass das Leben im Alter in Spanien gar nicht so rosig wäre. Die Sommer wären zu heiß, die ärztliche Versorgung zu schlecht, die Gartenarbeit zu hart usw. Den Ärzten in Deutschland würden sie mehr vertrauen und müssten deshalb für jede Untersuchung dorthin fliegen. Ja, das sehe ich ein und Deutschland ist im Sommer ja auch sehr schön und angenehm. Und irgendwie hat man ja auch seine Wurzeln dort geschlagen. Aber das hindert mich nicht, meine Winter im Süden verbringen zu wollen. Zeit und Unterhalt für diesen Plan ist gesichert, da ich in Altersteilzeit bin und nicht mehr arbeiten muss und mein Gehalt noch weiter bekomme. Also muss ich mir nur etwas einfallen lassen, womit ich in den Süden fahre und wo ich dann dort für ein paar Monate mit meinem Hund bleiben kann. Die Ferienwohnungen, die ich mir im Internet angeschaut habe, sind meistens für 4 und mehr Personen gedacht, aber ich bin ja alleine mit Hund, und die würden für mich zu teuer sein. Ein VW Bulli , umgebaut zum Wohnmobil ,wäre da schon eine gute Alternative. Einen neuen kann ich mir jedoch nicht leisten und die alten sind mir zu reparaturanfällig. Ich Frau - von Autos keine Ahnung :-) Ich bin aber sehr zuversichtlich und denke, dass sich bis Oktober irgend etwas ergeben wird.
Was hat mich denn nun so an dieser Idee von meinem Traum fasziniert?
Heilig Abend 2016 haben mein ehemaliger Partner, mein Hund und ich uns mit dem Wohnmobil auf den Weg in den Süden gemacht und Weihnachten in der Camargue in Frankreich verbracht. Das erste, was ich sah, waren die weißen Pferde, die typisch für diese Gegend sind.
Und natürlich die Flamingos, nicht zu vergessen, die ebenfalls speziell zur Camargue gehören.
Ich war zwar schon einmal in der Camargue, aber noch nie im Winter. Der Flair ist dann ganz anders. Es fehlen nämlich die ganzen Touristen und man sieht überwiegend die Einheimischen, die im Sommer im Touristenrummel mal schnell übersehen werden.
Die Menschen saßen bei strahlendem Sonnenschein aus tiefblauem Himmel in den Straßencafés und genossen ihr Leben. Nur die geschmückten Christbäume erinnerten hier an Weihnachten.
Wir hatten sogar das Glück, das Festival Abrivado in Saintes- Maries- de- la -Mar mitzuerleben. Dann werden die Stiere durch die Stadt getrieben. Aber es ist lange nicht so schlimm, wie es aussieht. Die Tiere werden gut behandelt, das haben wir hautnah mitbekommen, denn wir waren vom Freilassen der Tiere bis zur Unterbringung in ihrer Arena hautnah mit dabei und wurden nachher von den Reitern sogar zu einem Umtrunk in ihrer Stammkneipe eingeladen. Auch diesen Kontakt hätte es im Sommer bestimmt nicht gegeben.
Es war zwar nicht besonders warm in der Camargue, aber der klare Himmel und die Sonne taten dem Körper und der Seele unheimlich gut. Nach einer Woche sind wir dann weiter nach Spanien gefahren. Und je mehr wir nach Süden kamen, umso wärmer wurde es. Aber das Tollste war, die Sonne schien jeden Tag aus strahlend blauem Himmel. Schon alleine der Gedanke, um diese Jahreszeit hier zu sein und nicht in Deutschland, ließ das Herz vor Freude hüpfen.
Und so lernten wir auch die verschiedensten Camping- und Wohnmobilstellplätze kennen. Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen in Spanien in ihren Wohnmobilen überwintern. Auf den Campingplätzen findet man sehr schnell Anschluss. Und wenn man etwas länger auf dem gleichen Platz bleibt, dann lernt man die Camper noch intensiver kennen und erfährt so einiges aus ihrem Leben. Manche haben ihre Häuser und Wohnungen verkauft und sind nur noch mit ihren Wohnmobilen im Süden unterwegs. Teils der Gesundheit zuliebe und teils, einfach nur wegen dem schönen Wetter und den milden Temperaturen. Auf dem Platz in Vilajoyosa waren vorwiegend Deutsche, Engländer, Belgier und Niederländer. Die meisten von ihnen bereits Rentner, aber auch etliche Aussteiger. Viele von ihnen wollten den ganzen Winter über auf diesem Platz bleiben. Durch die Nähe des Flughafens Alicante nutzen einige sogar zwischendurch günstige Flüge um mal schnell zu einem Arztbesuch in ihre Heimat zu fliegen. Wir waren schon mit einem sehr großen Wohnmobil unterwegs, aber was wir auf unserer Reise an Wohnmobilen gesehen haben, überstieg schon fast unser Vorstellungsvermögen. Das waren teilweise fast richtige Häuser mit Anhängern für die Pkw`s oder sogar mit einer Garage innerhalb des Wohnmobils für den Motorroller. Klar, man benötigt schon etwas Zeit um solch ein großes Wohnmobil richtig auf dem Platz einzuparken und alles einzurichten. Dann fährt man nicht mal eben schnell mit diesem Fahrzeug nur zum Einkaufen weg und es wird ein zweites Fahrzeug dazu benötigt. Wir hatten auch ein Quad mitgenommen um mobil zu sein. Das machte obendrein noch riesig Spass und war nicht so spießig wie ein Fahrrad oder ein Motorroller.
Dieser Platz hier in Villajoyosa (Nähe Alicante) hat mir besonders gut gefallen.
Bei den Eigentümern dieser Riesenwohnmobile schien der Spruch "Time is money" keine Bedeutung mehr zu haben. Die hatten bestimmt von beidem genug. Tagsüber saßen sie vor ihren Wohnmobilen und genossen die warme Sonne, grillten ganz nebenbei und holten die Weinflasche raus um ein leckeres Schlückchen zu schlürfen. Und abends wurde sich dann zwecks allgemeinen Zusammensein und feucht fröhlichem Austausch in den benachbarten Wohnmobilen getroffen.
Nun ja, mein Ding wäre das nicht, wäre mir auch zu eintönig.
Obwohl der Platz nur einige Kilometer von Benidorm entfernt ist, liegt er in Alleinlage total idyllisch an einer schönen Bucht, fernab vom Touristenrummel.
Wie bereits erwähnt, lebte damals noch mein Berner Sennen Rüde Basti , der leider im Juli letzten Jahres im Alter von 16 Jahren gestorben ist. Sein Tod, jeder Tierliebhaber wird das auch jetzt bestimmt nachvollziehen können, hat mich sehr traurig gemacht und im Nachhinein auch eine Änderung meines Lebens hervor gerufen, was mich nun "neue Wege gehen" lässt. Doch das ist eine andere Geschichte, die vielleicht mal in einem anderen Blog folgt.
In Villajoyosa haben wir es drei Wochen lang ausgehalten und wollten gar nicht mehr weg, weil es da so schön war. Und auf unserer Rückreise haben wir dort nochmal eine ganze Woche verbracht. Das Wetter war so schön und mild, dass wir fast jeden Morgen unser Frühstück auf der Terrasse des Restaurants in der Sonne eingenommen haben. Auf diesem Campingplatz gab es fast alles und man hätte gar nicht weg gemusst. Die Gastronomie war sehr gut, die Bediensteten waren sehr nett, es gab einen Pool, einen Laden und sogar Hundeduschen, sowie bestes WLan. In der Umgebung konnte man schöne Wanderungen machen und ein Ausflug in die nahe liegenden Orte ist auch empfehlenswert.
Fortsetzung folgt.................................