Letzten Samstag war ich auf der Raritätenbörse im Botanischen Garten und wollte mir eigentlich nur ein paar Succulenten holen und mich inspirieren lassen.
Am meisten hatten mich aber die Mini-Bäumen fasziniert und da ich mir am Samstag dummerweise noch dachte: "Nein, du hast eh keinen Platz mehr in deinem Fensterbrett-Garten" musste ich am Sonntag gleich noch mal dort hin düsen, da der Gedanke nicht abriss, mir einen Mini-Nadelbaum in die Wohnung zu stellen.
Die kleinen Bäume sehen einfach zu herzig aus.
Leider wurde ich an dem Stand mit den Mini-Nadelbäumen bitter enttäuscht, da mir der Verkäufer riet, den Baum in den Garten und nicht in die Wohnung zu stellen, da er sonst eingeht.
Na, den kloanen Baam konnst ned in da Wohnung aufziagn. Des is ois würdest eam in a Höhle stelln.
Etwas niedergeschlagen kam ich am Weg zum Ausgang zum Glück noch an einem Stand vorbei, der junge Bonsai Bäume ausstellte und im Gespräch mit dem Verkäufer hat er mir dann einen Pfeffer-Bonsai empfohlen, der auch in der Wohnung herangezogen werden kann. Natürlich habe ich mir nicht gleich einen schön beschnittenen Bonsai geholt, den ich in der ersten Zeit nur gießen und düngen musst, sondern einen wilden Kandidaten, an dem ich gleich mal ein bisschen herumschnipseln kann.
Nach einigen Blogposts und YouTube Videos zum Thema Bonsai aufziehen und richtig schneiden, hab ich mich dann dieses Wochenende das erste Mal daran versucht ihn in Form zu bringen.
Hier seht ihr meinen kleinen Bonsai vor dem ersten Schnitt
Die kleinen Zweige und Äste ranken wild in alle Richtungen und sehen derzeit noch mehr wie ein Strauch als ein kleiner Baum aus.
Da das ganze für mich noch sehr neu ist und ich dem Bonsai nicht unnötig viele Blätter und Zweige abnehmen will, konnte ich es noch nicht ganz übers Herz bringen, ihn radikal zu stutzen und hab ihn erst mal nur unten rum frei gemacht.
Durch das Macro-Objektiv sieht er aus wie ein echter Baum
Ist das ganz feines Moos auf dem Stamm?
So soll mein Bonsai dann später mal aussehen
Die abstehenden Triebe sind zwar ganz nett, aber für das Gesamtbild eher störend und verbrauchen zu viel Energie, die durch den richtigen Beschnitt in eine dichte Baumkrone und definiertere Äste umgeleitet werden soll.
Nachdem man einen Bonsai beschneidet wird empfohlen, ihn in ein Wasserbad zu stellen, bis die letzten Luftblasen aus der Erde entwichen sind, um ihm neue Energie zu verleihen und den Beschnitt besser zu verkraften. Danach hab ich eine kleine Überraschung entdeckt. In der Erde leben anscheinend kleine Baby Nacktschnecken die durch das Fluten der Erde an die Oberfläche gekrochen sind. Dies war eine perfekte Gelegenheit ein paar Macro-Aufnahmen von ihnen zu machen, bevor ich sie vorsichtig eingesammelt und im freien ausgesetzt habe.
Und so sieht das Moos aus dem Topf unter dem Macro-Objektiv aus. Fast wie ein kleiner Strauch und mit freiem Auge fast nicht als solcher zu erkennen.
Die nächsten Schritte meines Bonsai Projekts werde ich hoffentlich in den nächsten Wochen angehen können. Jetzt lasse ich ihm erst mal Zeit die Wunden zu heilen und sich zu erholen.
Falls ihr euch mit Bonsai Bäumchen auskennt oder Anregungen und Tipps für mich habt, freue ich mich davon in den Kommentaren zu lesen.