Ist man ab und an gezwungen, sei es durch das Wetter oder andere Umstände, seine Fahrradtour ausfallen zu lassen, so kann man sich entweder mit Videos über Radabenteuer unterhalten oder mit thematisch passender Lektüre. Für den letzteren Fall kommen nun meine Buchempfehlungen.
Ein Coffee to go in Togo
Ein Fahrrad, 26 Länder und jede Menge Kaffee
Buchcover
Was passiert, wenn du mit deinem Job unzufrieden bist und dir die Decke auf den Kopf fällt? Klar, du kaufst dir ein Fahrrad, eine gute Ausrüstung und radelst quer durch die Welt mit dem Ziel einen To go Kaffee in Togo zu kaufen. So hat es zumindest Markus Maria Weber gemacht. Ohne jegliche Raderfahrung hat er sich auf einem vollbepackten 26 Zoll Rad auf den Weg gemacht, 26 Länder durchquert, viel Kaffee getrunken und etliche Abenteuer erlebt.
Im ersten Teil seiner Reise kämpft Markus mit der Adaption seines Körpers an die täglichen Belastungen im Sattel. Dabei sind die Radwege noch vergleichsweise human und nur die rumänischen Straßenhunde bereiten ihm wirkliche Sorgen. Als er dann im zweiten Teil nach Afrika übersetzt und sich entlang der Küste über Sand und Steine, durch militärische Diktaturen und Infektionen kämpft, gestaltet sich der Trip zu einem wahren Abenteuer.
Impressionen der Reise in der Mitte des Buchs
14000 Kilometer auf dem Rad. Übernachtungen überwiegend im Zelt. Ein wahres Experiment, welches Markus sein wahres Ich mehr als nur einmal kennenlernen lässt.
Die ersten Seiten ziehen etwas schleppend an. Doch schon bald ist man hautnah bei seinem Abenteuer dabei und stellt sich häufiger die Frage, was man selbst in dieser oder jener Situation machen würde. Vor allem der Afrika-Part hat mich begeistert und mitgenommen, da aus diesem Teil der Erde nur selten Informationen von und über Radreisende zu ergattern sind. Alleine in der Wüste, ohne asphaltierte Straßen und ohne Aussicht auf Wasser, immer damit rechnend, dass gleich ein Mückenangriff stattfindet? – Ich würde es nicht wagen. Umso spannender ist dieses Buch, welches ich jedem empfehlen kann.
Ein Jahr im Sattel
365 Geschichten aus der Welt des Radsports
Buchcover
Giles Belbin und Daniel Seex schreiben zu jedem Tag des Jahres eine kleine Geschichte aus dem Radsportbereich. Wusstest du, wann die erste Cyclocross-Weltmeisterschaft der Frauen stattgefunden hat? Oder wann Paris-Nizza gestartet wurde? Warum Henri van Lerberghes 1919 einen Überraschungssieg in Gent hinlegte? Oder wann Filippo Simeoni Geburtstag hat? – Diese und 361 weitere Fakten werden in diesem Buch dargestellt, mit spannenden Hintergrundinformationen versehen und wundervoll illustriert.
Wirklich sehenswerte Illustrationen
Das Buch ist meiner Meinung nicht für Jedermann geeignet, jedoch umso mehr für den interessierten Radfahrer, der hin und wieder mal die Tour de France, den Giro d'italia und Paris–Roubaix verfolgt. Am Stück lässt sich das Buch ebenfalls nicht lesen. Doch es ist perfekt, um jeden Tag eine Seite weiterzublättern und sich zum Thema Radsport ein Stückchen weiterzubilden. Ich betrachte es als einen Faktenkalender mit tollen Bildern ;)
Die Philosophie des Radfahrens
Buchcover
In diesem Buch finden sich 15 Kurzgeschichten von unterschiedlichen Autoren mit dem Fokus auf das Thema Radfahren. Dabei hat jeder Autor seine eigene Vorgeschichte und Erfahrung, und seinen eigenen Schreibstil, sodass man mit jeder neuen Geschichte quasi mit einem neuen Buch beginnt. Die Stories sind kurzweilig geschrieben und auch für Zwischendurch geeignet. Dabei werden spannende Aspekte des Radfahrens betrachtet, auf die man selbst im Alltag nie denken würden.
Das Buch hat mir wirklich Freude bereitet, weil es so viele, zum Teil auch alltägliche, Situationen beschreibt und aus unterschiedlichsten Blickwinkeln aufzeigt. Ob dich das Radfahren nach dem Lesen glücklicher macht, kann ich nicht sagen. Deinen Horizont erweitern die Sichtweisen der Autoren jedoch allemal.
Das waren die Buchvorstellungen. Abschließend empfehle ich noch einen Film, der zwar schon etwas älter ist, jedoch durch seinen Witz und Charme sowie die nerdige Einstellung zum Radfahren wirklich sehenswert ist: "Männer auf Rädern" von Thomas Carle. Ich verrate nicht, worum es im Detail geht, aber hier der Trailer bzw. ein Ausschnitt aus dem Film: