Ist das Wetter schön und wir haben etwas Zeit, dann lohnt sich ein Ausflug auf den Darß. Die Darßer Geschichte ist recht interessant und bei Wikipedia gut zusammengefasst.
Unser Ziel ist der Strand, der auch oder vor allem im Winter einem den Atem rauben kann. Aufgrund der winterlichen Temperaturen ist das Strandgebiet frei von Touristen und den Dauercampern. Nur wenige Menschen verirren sich dorthin. Den Wauz erfreut es sehr, denn hier kann er ordentlich rennen und sich austoben.
Im Sonnenschein wirkt der Sand beinahe weiß. Karibische Gedanken fliegen durch den Kopf, wenn man kurz den kalten Wind ausblenden kann. Wir laufen kilometerweit den Strand entlang. Auf der Nordseite, an der wir uns gerade befinden, ist der Wind gut auszuhalten, sofern man seine Sonnenbrille nicht vergessen hat.
Diese Ecke ist für ihre Küstendynamik berühmt. Also Landabtragung an einer und Ablandung an anderer Stelle der Küste. Dabei werden Erdmassen und Bewuchs mitgerisssen. Große Teile bleiben liegen, kleinere dagegen, vor allem Sand, werden parallel zu Küste verdriftet. Das abgetragene Material wird nach Nordost transportiert und am Darßer Ort in Form von Sandbänken und Dünen angelagert. Vornämlich Herbst- und Winterstürme nagen an den Außenküsten. Während das Fischland und die Darßer Westküste im Jahr etwa einen Meter Land verlieren, gewinnt der Darßer Ort jährlich etwa 8-10 Meter dazu.
Im Nordwesten verlassen wir den Strand, queren den Notseeehafen über einen Holzsteg und betreten das Naturschutzgebiet.
Hier muss der Wauz an die Leine, da hier viel Wild unterwegs ist. Vir uns haben wir eine sehr abwechslungsreiche Flora und Fauna. Sand, Sümpfe und Nadelbäume sind prägend. Die Farben Gelb, Grün und Blau dominieren das Bild.
Im Zentrum des Nationalparks überqueren wir die Graudüne. Die Graudüne ist gekennzeichnet durch den grau scheinenden Boden wie auch durch viele weiß-grau behaarte Pflanzen. Hier reichert sich Humus an, der aus zersetzten Pflanzen gebildet wird. Damit wird die Graudüne zum geeignetem Lebensraum für Zwergsträucher wie Krähenbeere oder Heidekraut. Es wachsen auch große Sträucher und Trockenheit ertragende Bäume wie Wacholder und Kiefer. Weitere Infos dazu gibt’s hier.
Zu unserer Rechten passieren wir die sog. Strandseen. Das sind ehemalige Meeresarme, die durch Anlandungsprozesse vom Meer abgeschnürt wurden. Der Libertsee ist ein Beispiel dafür. Der Salzgehalt des Wassers nimmt seit seiner endgültigen Abtrennung von der Ostsee in den 50er Jahren ständig ab, so dass sich immer mehr Süßwasserpflanzen wie das Schilf ansiedeln. Die ersten Frösche beginnen hier zu laichen.
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Nach der Durchquerung der Dünenlandschaft verlassen wir diese im Westen, an dem sog. Weststrand. Hier herrschen ein raues Lüftchen und ein stattlicher Seegang.
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Die Sonne steht tief und lässt die gut sortierten Steine und Muscheln weite Schatten werfen. Ein traumhafter Anblick.
Der Wauzi ist zwar von dem Sand, der vom Wind getragen wird, nicht ganz so begeistert, schlägt sich aber tapfer.
Nach etwa einem Kilometer Strandlandschaft biegen wir ein, um am Leuchtturm vorbei durch das Waldgebiet den Rückweg anzugehen.
Wer sich das Ganze mal auf der Karte anschauen möchte, klickt hier auf die Karten Abschnitte:
Hier noch der Link zu Google Maps
Wer also einen Urlaub im hohen Nordosten plant, dem lege ich den Darß als Tagesausflug ans Herz. Abwechslungsreich und schön. In Prerow kann man anschließend einen leckeren Tee genießen - Dafür ist das kleine Lokal Teeschale empfehlenswert.