Ich erzähle dir heute was über Selbstsabotage. Ein Themengebiet, in dem ich mich nach langjähriger Erfahrung als absoluter Experte positionieren kann.
Ich bin ein Meister darin, genau das nicht zu tun, was ich eigentlich will, um mich stattdessen mit irgendwelchem Stuss davon abzulenken. Wenn ich mir zum Beispiel sage, „so jetzt schreibe ich einen Artikel für Steemit“, finde ich mich fünf Minuten später auf Facebook wieder. Wie ich wie ein Zombie die Timeline runterscrolle, ohne dabei wirklich ein Ziel zuverfolgen. Denn das eigentliche Ziel ist es ja, mich davon abzuhalten, das zu tun, was ich eigentlich vorhatte.
Das ist ÜÜÜÜBELST mühsam und ich habe echt Probleme damit zurecht zu kommen. Denn eigentlich bin ich jemand, der was reissen und etwas aus sich machen will. Der die Welt zu einem schöneren Ort machen will. Aber nein, in dem ich dumme Katzenvideos auf Facebook anschaue, tue ich nichts aber auch gar nichts in diese Richtung. Das ist mir im Grundsatz sehr bewusst. Oder besser gesagt, der Hälfte meiner Selbst, die jetzt gerade am schreiben ist.
Die Andere wartet nur darauf irgend einen Einwand gegen das vorzubringen, was ich gerade tue. Dann hör ich Sätze wie zum Beispiel: „Hör doch auf, du hast eh nichts wichtiges zu sagen.“ Oder: „Das was du schreibst will eh niemand lesen“ und so weiter. Das mag vielleicht klingen, als hätte ich Multiple Persönlichkeitsstörung. Ganz so schlimm ist es dann doch wieder nicht. Auf jeden Fall kann aber ich verschiedenen Anteile meiner Selbst, wie zum Beispiel auch mein inneres Kind, recht gut wahrnehmen. Das ist Segen und Fluch zugleich.
Viel zu oft behält nämlich dieser dumme Kritiker die Oberhand und bringt mich immer wieder dazu, ganze Textpassagen zu löschen und schlussendlich frustriert, ganz mit dem Schreiben aufzuhören. Genau diesen Impuls hatte ich während dieses Artikels bestimmt schon fünf Mal.
Dieser innere Kritiker ist einer der Hauptgründe, warum ich hier auf Steemit angefangen habe. Ich sehe dieses Projekt hier als eine Art Therapieform, die mir hilft mit dem zufrieden sein zu können, was ich jetzt aus mir hervorbringen kann. Ganz ohne mich mit irgendwelchen Autoren oder Schriftstellern vergleichen zu müssen, die schon länger Bücher schreiben, als ich überhaupt lebe. Dieses endlose Vergleichen geht mir auch auf den Keks, doch das ist wieder eine andere Geschichte, der ich mich zu einem anderen Moment widmen möchte.
Gibt es irgendjemand da draussen, der sich in diesem Text wiederfinden kann? Hast du auch so einen unendlich nervigen inneren Kritiker, der dir die Lust am Schreiben (oder sonst was) zu stehlen versucht? Wie gehst du damit um?