20. April 2018
Diese Woche bin ich über ein Zitat des englischen Philosophen, Juristen und Staatsmanns Francis Bacon (1561-1626) [1] gestolpert, welches mir ziemlich Eindruck gemacht hat, obwohl es eigentlich ganz Selbstverständliches beinhaltet.
Porträt von Francis Bacon, gemalt von Paul van Somer I (c1577-1621) [2]
Nun das Zitat [3]:
but what we digest that makes us strong;
not what we gain
but what we save that makes us rich;
not what we read
but what we remember that makes us learned;
and not what we profess
but what we practice that gives us integrity.
In meiner Vorstellung von deutscher Übersetzung, wobei klar ist, dass die Aussage in dieser Reihenfolge nicht wirklich wie gutes Deutsch klingt. Eigentlich würde ich jeweils mit dem Ende beginnen, aber dann ist die Spannung weg, die dieses Zitat prägt.
Nicht das, was wir essen,
sondern was wir verdauen macht uns stark;
nicht das, was wir verdienen,
sondern was wir sparen macht uns reich;
nicht das, was wir lesen,
sondern das, was wir behalten macht uns belesen;
nicht das, was wir beteuern,
sondern das, was wir in die Tat umsetzen gibt uns Rechtschaffenheit.
Darüber hinaus war mir zwar der Name, aber nur wenig aus dem Leben von Francis Bacon bekannt. Er wurde als Sohn des höchsten Richters Nicholas Bacon (1509-1579) [4] in Grossbritannien geboren. Es wird gesagt, dass das politisch-juristische Leben des Vaters und die Religiosität der Mutter den jungen Francis stark prägten und in ihm die Ansicht offenbar werden liessen, dass das Pflichtgefühl gegenüber dem eigenen Volk höher zu bewerten sei, als das Streben nach eigenem Glück. Wenn man in ein sehr privilegiertes Haus hineingeboren wird, ist das sicher keine schlechte Einstellung.
Francis Bacon war politisch tätig und war von 1584-1614 Abgeordneter im Britischen Unterhaus, dem House of Commons [5]. Sein Lebensentwurf wird als dreigeteilt bezeichnet. Erstens bestand er aus dem Willen, bessere Voraussetzungen für die Wissensproduktion im Sinne wissenschaftlich gültiger und technisch verwertbarer Wahrheitsfindung zu schaffen. Zweitens bestand er aus dem praktischen und politischen Wunsch, dem eigenen Land zu dienen. Drittens wollte er auch für die Kirche tätig sein. Die Abspaltung der Anglikanischen Kirche von der Römisch-Katholischen, die 1534 erfolgte, lag zu Francis Bacons Lebzeiten noch nicht lange in der Vergangenheit.
Bacon wurde 1603 zum Ritter geschlagen und 1607 zum Generalstaatsanwalt ernannt. Eigene Schriften veröffentlichte er erstmals 1597, im Alter von 36 Jahren. Bis zu seinem Lebensende kamen viele Werke hinzu. Bacon hatte die Gelegenheit, auch akademisch tätig zu sein. Er studierte mehrere Disziplinen, war in der Philosophie engagiert und kritisierte einige der zeitgenössischen Strömungen. Da mir aber nahezu jegliches Wissen um die in der damaligen Zeit der Renaissance [6] diskutierten Themen fehlt, gehe ich an dieser Stelle auch nicht darauf ein.
Ein weiteres Zitat, welches ich hoffentlich ein wenig zu meinem Motto auf diesem Blog machen kann [7]:
Reading maketh a full man;
conference a ready man;
and writing an exact man.
Das Lesen formt den ganzen Menschen;
die Besprechung macht ihn schlagfertig;
und das Schreiben macht ihn sorgfältig.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Bacon
https://en.wikipedia.org/wiki/Francis_Bacon
https://de.wikiquote.org/wiki/Francis_Bacon
https://en.wikiquote.org/wiki/Francis_Bacon
[2] Bilddatei gemeinfrei, gefunden unter [1], gemalt von:
https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_van_Somer_I
[3] http://thinkexist.com/quotation/it-s-not-what-we-eat-but-what-we-digest-that/397509.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Nicholas_Bacon
https://en.wikipedia.org/wiki/Nicholas_Bacon
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/House_of_Commons
https://en.wikipedia.org/wiki/House_of_Commons
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance
https://en.wikipedia.org/wiki/Renaissance
[7] https://www.brainyquote.com/quotes/francis_bacon_399408
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