Gute Ernährung
Wirre Strahlen auf nassem Grund
Flackern grell und bunt
Vor seinen Augen verschwimmt alles, regennass
Tränen rinnen über das Gesicht, kränklich, blass
Stimmen wispern, ihr Echo dröhnt
Sie lieben ihn und doch wird er verhöhnt
Gedanken zerfasern zu wirren Impressionen
Sie sind es, die in seinem Cortex wohnen
Seine Maske splittert, sie zehrt an seinen Kräften
Sie sind es die sich immer wieder an seine Fersen heften
Getrieben von Paranoia und Phobie
Die Diagnose Depression und Schizophrenie
Tabletten und Gespräche in vielen Versionen
Behandlungen in verschiedensten Konstellationen
Alles nur damit er vergisst
Was er gerne isst
Er erwacht aus einem hellen Traum
In einem dunklen Kellerraum
Um ihn herum die Werkzeuge seiner Taten
Auf dem Herd ein sanftes braten
Wohlig pulsiert es in seinen Schläfenlappen
Eine feine Soße zu einem besonderen Happen
Zart und saftig, ein frisches Filet
Was für ein Duft, der ihm um die Nase weht
Zur Vorspeise eine Suppe, etwas pikant
Wüsste er es nicht, hätte er es nicht erkannt
Das Dessert süße Gelatine, etwas flambiert
Schon lange hatte er nicht mehr so diniert
Ein kleiner Blick in einen Abgrund kann sicher nicht schaden. Ich weiß nicht ob der Abgrund irgendwann einmal zurück blickt, wenn es mal soweit ist, lade ich euch alle zum Essen ein.