Unsere erste Berührung mit dem Land und der Kultur fand bereits zu Hause statt. Das indische Essen schmeckte köstlichen und so entschieden wir uns spontan unsere Reise mit Indien zu beginnen. Unsere Familie war da natürlich weniger begeistert, hört man doch soviel Negatives und Angsteinflößendes über diesen Supkontinent.
So erzählten uns Familie und Freunde von den schrecklichen hygienische Bedingungen, den gefährlichen Männern, den Überfällen auf der Straße, die Rolle der Frauen und dem schlimmen Kastendenken. Allein das Wissen um diese Vorurteile, überzeugt viele keinen einzigen Fuß in dieses Land, diese Kultur, setzten zu wollen.
Es ist sehr interessant zu beobachten, dass viele Geschichten über gewisse Länder, wie Indien, Mexiko, Brasilien etc. meist auf Horrorerlebnissen aufbauen. Jeder möchte dir etwas auf denWeg geben, positiv ist es jedoch selten. Die Quintessenz von allem war: "Passt ja auf euch auf!"
Und so zogen wir los, uns dessen bewußt ein Land voller Kontraste und Gegensätze anzutreffen. Ein Land, von welchem viele sagen - "Entweder du magst es, oder hasst es!"
Ich erinnere mich noch haargenau an unsere ersten Tage in Indien, besser gesagt in Neu Delhi. Wir erkundeten die Stadt zu Fuß und waren faszieniert von dem geordneten Chaos, den skurrilen Situationen und dem bunten Treiben in den kleinen engen Gassen. Alles war neu, anders als wir das bisher von Deutschland kannten, aber vorallem auch ungewohnt.
So fühlten wir uns die ertsen Tage wie kleine Kinder und lernten. Unsere Neugier stieg ins Unermessliche - Indien fühlte sich an wie eine Parallelwelt. Eine Welt, die wir noch nicht kannten. Die verschieden Gerüche, die Geräuschkulisse, die kleine engen Gassen, das Gewusel auf der Straße, die buntgekleideten Frauen, Männer mit riesegen vollgepackten Schubkarren und vorallem Kühe, die Essbares aus dem Müll suchten oder sich Mitten auf der befahrenen Straße eine Pause gönnten. Und vorallem die Mimik und Gestik der Menschen. Alles war in einer harmonischen Bewegung und entsprach der dortigen Normalität.
Nur für uns war es fremd und aufregend.