Der erste persönliche Kontakt mit Mönchen und dem Buddhismus war für uns auf der Insel Koh Phangan in Thailand. Ich muss gestehen, dass ich davor sehr wenig Ahnung von dieser Religion hatte.
Ich wusste nur, das es eine sehr friedliche Religion ist. Das hat mir sehr gefallen. Damals bin ich selbst in zwei Ländern aufgewachsen, die mir wie zwei verschiedene Welten vorkamen und habe hautnah zwei völlig verschiedene Religionen miterlebt.
Meine Eltern hatten sich früh getrennt, meine Mutter ist deutsch, mein Vater Algerier. Meinen Vater hat es nie wirklich in Deutschland gefallen, deshalb wollte er früh zurück nach Algerien. Damals, als ich ein Baby war, hatte mein Vater mich nach der Trennung von meiner Mutter als Baby mit nach Algerien genommen.
Dort bin ich die meiste Zeit aufgewachsen. Mit 8 Jahren dann bin ich erst zurück zu meiner Mutter nach Deutschland gekommen. Als ich dann mit 11 Jahren schließlich zurück zu meinem Vater nach Algerien geflogen bin und dort wieder einige Jahre gewohnt hatte, war ich endgültig verwirrt. Ich wusste ehrlich gesagt nicht wirklich zu welcher Religion ich jetzt angehörte, obwohl ich mit Muslime selbst keine schlechte Erfahrung hatte.
Meine Oma war eine Muslimin und der liebste Mensch auf Erden. Sie hat mich mit groß gezogen. Ich bin einfach kritischer geworden mit Religionen und habe tief im Inneren angefangen diese zu hinterfragen. Nach ein paar Jahren als Jugendliche bin ich wieder zu meiner Mutter zurück geflogen. Von da an hatte ich mich nicht mehr mit Religionen befasst.
So kam es auch dass ich gleich beim ersten Treffen mit einem Mönch, fast einen großen Fehler gemacht habe. Wir waren in einem Tempel auf Koh Phangan und hatten dort diesen Mönch getroffen, der uns wegen unserer Tochter gefragt hatte.
Da hätte ich ihm beinah unsere Kleine in den Arm gedrückt. Er ist ausgewichen und hat uns erklärt das er keine weiblichen Babys und auch keine Frauen anfassen darf, da er sonst sich einer komplizierten Reinigung unterziehen muss.
Ein männliches Baby hätte er anfassen dürfen. So kam es das ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit einer anderen Religion befasst habe. Nun habe ich auch verstanden, warum die Mönche in Thailand im Bus einen eigenen Sitzplatz haben, damit sie unteranderem nicht versehentlich eine Frau berühren. Auch ist es ihnen nicht gestattet, mit einer Frau alleine zusein es muss immer ein weiterer Mann (kein Mönch) dabei sein.
Und das sind nicht die einzigen Regeln. Das Leben als Mönch erscheint mir als anstrengend, trotzdem respektiere ich die Mönche und finde die Religion nach wie vor sehr friedlich und interessant. Auf unserer Reise ist wieder mein Interesse an Religionen geweckt worden. Wenn man ein Land kennenlernen möchte, sollte man sich auch deren Religion anschauen.
Ich komme mit vielen Menschen klar, egal mit welcher Religion. Ich bin glücklich und dankbar das wir diese Reise machen dürfen, denn wir haben die Chance verschiedene Religionen mitzuerleben ohne in irgendeiner gefangen zu sein.
Tipp für deine Reise:
-Halte von Mönchen genügend Abstand
-Kleide Dich in Tempeln mit langer Kleidung
-Halte immer einen Stuhl zwischen dir und dem Mönch frei ( er wird es auch von sich selbst tun)
-Gibst du eine Gabe im Tempel, so muss du als Frau es ihm indirekt übergeben. Die Gabe muss von deinem Partner oder einer anderen männlichen Person an ihm übergeben werden.
Der Grund: Der Mönch soll sich von allen irdischen Lüsten und Versuchungen vernhalten. Solltest du als Frau ihn einmal versehentlich berühren, so muss er sich einer komplizierten Reinigung unterziehen.
Liebe Grüße
Salima & Timo