Servus liebe Steemians!
Am vergangenen Wochenende machte ich mit meinen Freunden einen Ausflug zum Traunfall in Steyrermühl, Oberösterreich. Dieser Ort ist zwar nur einige Minuten von meiner Heimatstadt Wels entfernt, bis Sonntag blieb mir jedoch ein passendes Zeitfenster für einen Besuch verwehrt.
Am Sonntag war es dann soweit, nachdem mich die wunderschönen Bilder von und
in ihren Berichten zusätzlich motivierten, machte ich mich mit meinen Freunden auf den Weg nach Steyrermühl, wo die Traun über eine Länge von 200 Meter in einem sehenswerten Naturschauspiel in eine 12 Meter tiefe Schlucht abfällt.
Historisches Hindernis im früheren Salzhandel
Schon in der Bronzezeit wurde das wertvolle Salz aus den Bergwerken in Hallstadt über die Traun in die verschiedenen Handelsstädte gebracht. Der Traunfall war dabei ein natürliches Hindernis, welches es zu bewältigen galt. Bereits im Jahr 1311 wurde eine schiffbare Konstruktion errichtet, welche jedoch ein starkes Gefälle als gefährliche Lösung hatte. Erst im 16. Jahrhundert kam es zum Ausbau des Falles, welcher eine Länge von knapp 400 Meter und eine Breite von 6 Meter hatte. Die Durchfahrt durch diese Floßgasse dauerte eine gute Minute und war mit den damaligen Mitteln sehr riskant. Ein Modell der Gesamtanlage kann im Schiffleutmuseum in Stadl-Paura besichtigt werden.
Heute ist vom Fallkanal nichts mehr erhalten. Er wurde, wie viele Holzbauten auf und an der Traun, ein Opfer der Modernisierung. Entlang des alten Kanals verläuft heute ein unterirdischer Wasserlauf, mit dem das Wasserkraftwerk Traunfall betrieben wird. Die künstliche Felswand und einige Metallstreben sind heute noch erhalten.
Heute ist der Traunfall Ausflugsziel, Energielieferant, Taucherparadies und Lebensraum für Flora und Fauna. Zahlreiche Besucher tummelten sich am Wochenende auf den Aussichtsplattformen und dem neu erbauten Übergang zwischen den beiden Ufern. Einige junge Besucher wagten den Sprung von den Felsen in das eiskalte Nass. Auch wir packten unsere Badehose aus und stürzten uns in die Fluten. Das Wasser ist glasklar und hat absolute Trinkwasserqualität.
Im Becken des Traunfalls kann man sich bei niedrigem Wasserstand auf die Felsen sitzen und das mächtige Geräusch des Wasserfalls lauschen. Der Ausstieg ans Ufer ist nur an ganz wenigen Stellen möglich und erfordert gute Balance und Klettergeschick. Der Ausgang führt dabei direkt durch den Wasserfall. Ein atemberaubendes Erlebnis, einen Wasserfall einmal von der anderen Seite zu betrachten.
Solltet ihr einmal in der Nähe sein, dann kann ich euch einen Besuch des Traunfalls bestens empfehlen. Der Ort verwandelt sich je nach Jahreszeit in ein neues Naturschauspiel. In kalten Wintern kommt es manchmal sogar vor, dass der Fall zur Gänze einfriert. Im Herbst erstrahlen die umliegenden Laubbäume in den tiefen Sonnenstrahlen in einem bunten Farbenmeer.
Leider mussten wir den Traunfall wieder pünktlich verlassen, das WM-Finale drängte uns zum nach Hause fahren. Ich werde heuer aber mit Sicherheit nochmals zurück kommen!
Liebe Grüße, Lukas.