Servus liebe Steemians!
Vor einigen Tagen besuchte ich die Festung Hohenwerfen im Land Salzburg. Die gut erhaltene Burg aus dem Mittelalter liegt in den nördlichen Kalkalpen im salzburgerischen Pongau am Fuße der Salzach. Die Festung Hohenwerfen sieht der bekannteren Festung Hohensalzburg nicht nur verblüffend ähnlich, sondern die beiden Burgen wurden auch im selben Zeitalter errichtet.
Die Festung Hohenwerfen bietet neben verschiedenen Ausstellungen, dem Falknereimusem und den sehenswürdigen alten Gemäuer auch eine atemberaubende Flugshow mit vielen verschiedenen Greifvögel. Dazu aber später noch mehr. Zuvor möchte ich euch kurz die Geschichte der Burg näher bringen.
Der Bau der Festung Hohenwerfen wurde in den Jahren 1075 bis 1078 von Erzbischof Gebhard von Salzburg errichtet. In den Jahren 1127 bis 1142 konnten erste weitere Teile Burganlage fertiggestellt werden. Danach wurden die Bautätigkeiten durch die Erzbischöfe Salzburgs vorerst weitgehend eingestellt. Erst nachdem im Verlauf des Bauernkriegs die Festung 1525 in Brand gesteckt und beschädigt wurde, ging der Bau im Zuge der Renovierungsarbeiten weiter. Es entstand das erste Sperrbogengebäude an dem sich ua. die Portenwache befand und eine kleine Bastei mit dem Wallerturm, sowie die Anlage eines gedeckten Ganges und der Finsteren Stiege. Bis 1534 wurden an den Vorburgen bedeutende Verbesserungen vorgenommen, Anlass dafür war die drohende Türkengefahr.
Im Jahre 1898 erwarb Erzherzog Eugen das Anwesen und ließ es zu seinem Fürstensitz ausbauen, wo er auch seine große Kunst- und Waffensammlung aufbewahrte. Ein neuerlicher Brand 1931 zerstörte den Osttraktes, den Südtrakt mit dem Kapellenturm und auch den Nordtrakt beinahe zur Gänze. Glücklicher Weise konnten Teile des Inventars und der Glockenturm mit der großen Glocke, auch "Burghangl" genannt, gerettet werden. Die Festung wurde in der Folge zum Teil wieder repariert, allerdings musste Erzherzog Eugen die Burg 1938 an die nationalsozialistische Gauleitung verkaufen. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich eine Gauführerschule der NSDAP auf der Burg. Mit Ende des Weltkrieges ging die Burg in den Besitz des Landes Salzburg über. Die Burg wurde zunächst als Ausbildungszentrum für die Gendarmerie genutzt und ist seit 1987 für den Tourismus freigegeben.
Die Burg thront, von Nord und Süd gut sichtbar, am nördlichen Ende des Ortes Werfen auf einem 113 m hohen Felskegel über der Salzach. Am Ende des Tals bildet die Salzach ein Engtal, wodurch der Pass der einzige Zugang zum Pass Lueg von Süden und so eine strategische Schlüsselstelle auf der uralten Alpentransversale entlang der Salzach südwärts, die Salzburg mit Graz und Südosteuropa ebenso verbindet wie mit Venedig und ganz Italien, wie auch dem Zugang Salzburgs zu seinen Gebirgsgauen, dem Innergebirge.
Zu den absoluten Highlights der Festung Hohenwerfen zählt die beeindruckende Greifvogelschau des historischen Landesfalkenhofes. Falken, Geier, Adler und andere heimische Greifvögel zeigen mehrmals täglich ihre Flugkünste und geben Einblicke in die jahrhunderte alte Kunst der Falknerei. Die Flugvorführungen finden auf dem Freigelände der Lindenwiese statt. Dabei soll den Besuchern die Verständnis für die Natur geweckt werden, das vielen Menschen heute leider weitgehend entfremdet ist. Die Vögel werden nach den strengen Vorschriften des Österreichischen Tierschutzgesetzes versorgt. Es gibt Außen-, Turm- und Wintervolieren im großen Dachboden sowie eine Arbeitsfalkenkammer im Lindenhaus, wo die Vögel zur Abrichtung und Flugvorführung vorbereitet werden.
Die Festung Hohenwerfen ist nur eine gute halbe Stunde von Salzburg aus mit dem Auto erreichbar. Vor Ort sind genügend Parkmöglichkeiten vorhanden. Zur Burg kommt man über einen 10 Minütigen Fußweg oder mit dem Aufzug hinauf. Ich kann euch einen Besuch der Festung herzlich empfehlen. Hier taucht man tatsächlich in das Zeitalter der Ritter und Könige hautnah ein. Die Flugschau der hofeigenen Falknerei ist ein besonderes Highlight für Jung und Alt.
Nähere Infos und Impressionen über die Burg findet ihr unter www.salzburg-burgen.at
Liebe Grüße, Lukas!
Die Fotos wurden alle von mir selbst aufgenommen und durch Anklicken in Großformat angezeigt