Hallo Freunde,
wisst ihr was mich manchmal aufregt? Wenn der Staat, um genauer zu sein Beamte der Meinung sind sie müssen möglichst streng und möglichst hart sein, aber dann durch ihre eigenen Fehler Menschen das Leben schwer machen. Ich habe mich heute mit einem Pfleger unterhalten,der im Rahmen seiner Ausbildung bei mir auf dem Auto war. Pflegeazubis in der Generalistik können für drei Wochen im Rettungsdienst mitarbeiten und als Dritte auf unseren Autos mal sehen, wie es auf der Straße ist. Nach der Ausbildung arbeiten sie in Pflegeheimen und Krankenhäusern, sehen wie die Leute im Alltag leben und wie sie ins Krankenhaus kommen und von dort wieder weg gehen, aber der Weg dazwischen ist oft wie eine Blackbox, also fahren sie mal bei uns mit. Und sehen was hinter der Blackbox steckt. Ich habe selbst dabei schon einiges gelernt. Ich habe zum Beispiel mal zu einem Pflegeazubi gesagt er soll die Krücken noch mitnehmen. Er war Libanese und wusste nicht was eine Krücke ist. Ich hab mir gedacht, wie schlecht kann der Deutsch, bis er gefragt hat ob ich die Unterarmgehhilfen meine. Das ist der offizielle Begriff für eine Krücke, in der Prüfung dürfen sie keine Umgangssprache nutzen und so kommt es dann zu solchen Problemen.
Aber ich hatte vor ein paar Jahren einen Pflegeazubi auf dem Auto, den ich heute wieder getroffen habe, inzwischen als fertige Fachkraft mit der Verantwortung über eine Station in einem Altenheim. Der Kollege kommt aus Usbekistan und ist vor sechs Jahren nach Deutschland gekommen. Zuerst hat er eine Ausbildung zum Pflegehelfer gemacht, anschließend ein Jahr gearbeitet und dann die Ausbildung zur Fachkraft angetreten. Das Problem dabei war, dass sein Aufenthaltstitel verlängert werden musste. Er hat die ganzen Unterlagen eingereicht, knapp drei Monate vor Auslaufen des Aufenthaltstitel waren alle Unterlagen beim Amt. Dann hat das Amt eine Woche vor Ablauf einmal den Antrag auf Verlängerung bearbeitet, haben noch weitere Unterlagen nachgefordert, mit einer Woche Frist. Das ist aber halt schwierig so schnell die Unterlagen noch zu bekommen und so kam es, dass der Azubi zwei Tage ohne Aufenthaltstitel hier war und in diesen zwei Tagen nicht arbeiten durfte. Dadurch hat er Minusstunden im Praxiseinsatz gesammelt und dadurch hatte er zu viele Fehlzeiten und musste die Ausbildung um ein Jahr verlängern. Und das alles wegen einer Lapalie, die man auch durchwinken konnte. Ich meine wir reden hier von jemanden der zu dem Zeitpunkt seit Jahren in der Pflege gearbeitet hat und drei Monate vor seinem Abschluss zur Fachkraft war. Aber das war egal. So hat es dann noch über ein Jahr gedauert bis er eingesetzt werden konnte und musste nochmal ein Jahr vom Gehalt eines Azubis leben, was auch nicht einfach ist.
Manchmal frage ich mich, warum man den Leuten, die sich den Arsch aufreißen immer Steine in den Weg legt und nicht einmal etwas fördert. Ich habe inzwischen so oft erlebt, dass das Ausländeramt vor allem bei denen die probieren alles richtig zu machen, so Streng ist, dass ich die Leute verstehe, wenn sie gefrustet vor mir stehen und überlegen ob sie nicht einfach hinschmeißen und schauen das sie von Sozialhilfe leben. Es ist einfacher, da man hier manchmal das Gefühl hat, es wird weniger streng hingeschaut.
In dem Sinne, gehabt euch wohl.