Wie bereits in einigen Artikeln angedroht, habe ich den Anteil an Europa-ETFs im letzten Jahr ein wenig zurück gefahren und einige Sparpläne eingestellt. Immerhin ist Weihnachten und damit eben auch eine traditionell sehr teuere Saison des Jahres vor einem. Hier und da will man eben doch mal ein Geschenk besorgen oder mit guten Freunden mal etwas essen gehen.
Doch die Zeit ist nun eben hinter einem und das neue Jahr ist da. Und obwohl ich davon ausgehe, dass das neue Jahr nicht so besonders gut werden wird, bin ich eben auch niemand der sich völlig aus dem Markt zurück zieht. Die Strategie ist es eben vor allem Dividenden-Aristokraten anzugehen und diese mittels eines Sparplanes anzugehen. Somit greift eben wieder der Cost-Average-Effekt, so dass ein Crash in diesem Jahr ein guter Kaufzeitpunkt wird und man sich nicht so sehr über das richtige Timing Gedanken machen muss.
Bereits im letzten Jahr habe ich einen Sparplan auf die „The Coca Cola Company“ eingestellt. Ich glaube ich brauche hierbei das Unternehmen nicht vorzustellen, da es immerhin um einen der bekanntesten und wertvollsten Marken der Welt geht. Als US-Unternehmen wirkt es ein wenig meinem Europa-Cluster entgegen und hat eine sehr interessante Quartalsweise Dividendenausschüttung, die genau in einige Monate fällt in denen bisher Flaute herrschte.
Nun hole ich mir am Anfang Februar ein weiteres US-Unternehmen ins Depot. Der eine oder andere mag mich nun für leicht konservativ halten. Es handelt sich nämlich um den Bluechip „Proctor & Gamble“. Hier wird der eine oder andere vielleicht schon ein wenig mehr irritiert sein, weil viele mit dem Namen nichts anfangen können.
Dabei sind die Marken dieses Unternehmens durchaus sehr bekannt. Kleine Kostprobe? Always, Ariel, Blend-A-Med, Braun, Dash, Gilette, Head & Shoulders, Oral-B, Pampers, Wick. Und durchaus noch einige mehr, die ich hier nicht allesamt aufzählen möchte. Was aber bereits hier schon klar wird ist, dass das Produkt sehr breit aufgestellt ist. Und wer mich nun ein wenig verfolgt, wird sicherlich bereits wissen, dass ich sehr gerne breit aufgestellte Unternehmen mag. Firmen mit nur einem Produkt sind für mich meist zu anfällig und daher eher spekulativ.
Hier geht es aber durchaus dafür eine krisenfestes Aktie zu bekommen. Mit einer Dividendenrentabilität um 3,5% ist es überdurchschnittlich über meinen angestrebten Ziel und kann sich durchaus sehen lassen. Wieso ich es für Krisenfest halte? Das Unternehmen zahlt seit 128 Jahren eine Dividende. Dabei sind 62 Jahre seit die Dividende durchweg gestiegen ist. Also auch durchweg durch einige der größeren Krisen der Vergangenheit.
Aber beißen sich Proctor & Gamble nicht mit dem bereits enthaltenden Unilever? Immerhin gehören beide zu den größten Konsumunternehmen der Welt! Nun Proctor & Gamble hat einen recht starken Fokus auf Konsumprodukte selbst, während Unilever einen sehr großen Anteil an Lebensmitteln hat (durchaus Saisonal anfällig). Ich denke daher, dass sich beide recht gut ergänzen.
Gibt es Risiken? Klar, es ist ein US-Unternehmen und der Handelskrieg mit China hat gute Chancen einem langfristig den Zugang zu einem wichtigen Markt zu ruinieren. Die Chinesen lechzen eben mit ihrem neuen Wohlstand auch nach westlichen Produkten und wer es schafft seine Marken zu platzieren, kann langfristig davon profitieren. Ein Trump ist da keineswegs eine gute Voraussetzung und sorgt eher, dass es eigene chinesiche Konsumfirmen geben wird.
Und moralisch? Die Firma steht durchaus immer wieder mal in der Kritik oder fällt mit Produkten auf, die nicht ganz astrein sind. Das finde ich tragisch und gehört abgestellt. Trotzdem fühle ich mich nicht schuldiger als die Käufer der Produkte. Den abgesehen von den Hardcore-Ökos unter Euch, wird fast jeder irgendwelche Produkte von ihnen kaufen. Aber es sind eben keine Atomkonzerne oder Waffenindustrie und ist damit für mich kein rotes Tuch.
Die Strategie ist dabei ein ganz klassisches Buy & Hold, nur ohne einen einmaligen Kauf, sondern einem Sparplan. Dieser ist auf mindestens 2 Jahre vorgesehen und danach vergammeln die Aktien bis zum Tode im Depot, wobei ständig über die Dividende ein Teil rausgeholt und abgesichert wird. Vielleicht gefällt mir in 2 Jahren ja auch immer noch so gut, dass ich es verlängere. Aber zu dem Zeitpunkt erfolgt mindestens eine Neubewertung im Depot und ggf. eine Anpassung.
Und zudem sind die Quartale mit Ausschüttungen recht interessant. Januar, April, Juli und Oktober. Im Januar, April und Oktober sind die bisherigen Ausschüttungen extrem dürftig oder gar nicht vorhanden. Dabei stört es einen doch hin und wieder, dass man im Jahr solche Durststrecken hat. Den es ist nicht zu unterschätzen, wenn man unter all den Rechnungen jeden Monat mindestens auch mal eine gute Nachricht hat.
Kein echter Kaufgrund, aber als Goddie nimmt man es doch gerne einmal mit. Ich selbst freue mich sehr auf die neue Aktie und Anfang Februar.
Dies ist keine Empfehlung meinerseits, sondern nur ein Bericht über meine eigenen Aktivitäten. Kauft nicht blind irgendwelche Aktien, sondern prüft vorher, ob diese auch zu Eurem Profil passen und ihr sie auch wirklich haben wollt. Es geht immerhin um Euer Geld!