Hat mein Tier eine Depression?
#dogs #animals #psychology
Seelische Erkrankungen sind genauso ernsthaft wie körperliche. Dieser Satz trifft nicht nur bei uns Menschen zu. Tatsächlich sind psychische Probleme bei unseren Haustieren auch weit verbreitet.
Mischling Elaine
Jeder von uns weiß, dass Tiere fühlen können, alleine durch die offensichtliche Freunde beim Ballspielen oder wenn wir nach einem langen Arbeitstag endlich zu ihnen nach Hause kommen. Tiere können aber nicht nur Freude empfinden, sondern auch Angst. Auch das hat jeder von uns schon gesehen: Ein Hund, der den Schwanz einzieht und winselt. Eine Katze, die mit schreckengeweiteten Augen davonläuft.
Aber können unsere Tiere auch echte Trauer empfinden? Ist das nicht eher etwas was uns Menschen vorbehalten ist? Wir, die denken, reflektieren und deshalb auch um Verlorenes trauern. Vielleicht ist die Trauer, die Tiere empfinden nicht ganz genau damit zu vergleichen was wir empfinden, doch Tiere trauern. Es kommt nicht selten vor, dass eine Katze die mit neuen Umständen (wie einem Umzug oder anderen Besitzern) umgehen muss plötzlich inkontinent und scheu wird. Das könnte man vielleicht auch auf Stress führen oder auf mangelnde Orientierung in der neuen Situation. Aber gehört dazu nicht auch eine gewisse Fähigkeit zu denken? Zu merken, dass etwas anders ist, obwohl sie weiterhin ein Plätzchen zum schlafen haben und ihnen täglich jemand den Futternapf füllt.
Doch spätestens, wenn man einmal in die Augen eines Hundes geblickt hat, der vor kurzem seinen Besitzer verloren hat, ist jeder Zweifel beseitigt.
Es ist diese nicht endende Treue, die Hoffnung aber gleichzeitig auch eine Resignation. Ich brauche gar nicht versuchen es mit Worten zu beschreiben, schaut einfach Elaine in die Augen, deren Besitzer vor wenigen Wochen verstorben ist. Man kann in ihren Augen lesen, dass nicht nur ihr Besitzer, ihr Rudelführer oder der Mensch der ihr Futter gab verstorben ist. Nein, für Elaine ist eine ganze Welt gestorben.
Also meine Meinung ist, dass unsere Tiere genauso trauern wie wir das tun. Sie trauern um Lebensumstände, die nicht mehr so sind wie es ihnen gefallen hat. Sie trauern, um andere Tiere und Menschen, die sie liebten. Sie trauern, wenn sie abgewiesen werden.
Das Problem mit der Trauer ist, dass Tiere, genauso wie wir, nur ein bestimmtes Maß an Trauer ertragen können. Wenn immer mehr Trauer, durch Demütigung, Enttäuschung und mangelnde Zuwendung dazukommt, dann wird dieses Gefühl der Trauer zum Dauerzustand. In diesem Fall haben dann auch Tiere eine Depression. Der Unterschied zur Depression beim Menschen ist, dass unsere Tiere leichter und schneller zu heilen sind. Es braucht keine Medizin und keine Psychologen. Es braucht nur Geduld, Liebe und Zuwendung.
Über Erkrankungen, die unsere depressiv erscheinen lassen werde ich euch morgen schreiben.
Dr. Petlover <3