Die meisten Menschen von uns gehen als Broterwerb einen Job oder einen Beruf nach. Der Gang ist eigentlich immer der gleiche. Man erlernt einen Beruf irgendwo zu einem Hungerlohn und bekommt danach einen Job. Dort tauscht man dann fröhlich seine Lebenszeit gegen Geld ein.
Zwar behaupten die meisten Menschen immer wieder, dass sie glücklich im Job seien, aber es gibt meiner Erfahrung nach kaum jemanden, der wirklich zufrieden ist. Entweder stimmt die Bezahlung nicht, das Arbeitsumfeld ist toxisch, es macht keinen Spaß oder man findet schlichtweg keine Erfüllung. Ein Kumpel fragte mich neulich, wieso das eigentlich so ist und die Frage ist eigentlich nicht schlecht.
Wie bereits festgestellt bedeutet eine angestellte Tätigkeit eben, dass wir Lebenszeit gegen Geld eintauschen. Das mag auf den ersten Blick ein wenig abwägig anhören, im Kern ist es aber eben so. Irgend jemand gibt uns Arbeit zu tun, die wir dann verrichten und dafür Geld bekommen. Je nach Unternehmen und Beruf gibt es ja sogar Leute, die diese einfach nur absitzen und gar nicht arbeiten. Am Ende tauschen aber auch sie Lebenszeit ein, da sie in der Zeit genauso gut etwas sinnvolles tun könnten.
Auch wenn den meisten Menschen das Angestelltendasein ganz natürlich vorkommt und als gäbe es keine andere Möglichkeit etwas zu verdienen. Doch neben ihnen gibt es noch eine andere Gruppe von Menschen, die Lebenszeit gegen Geld tauscht: Selbstständige. Jeder der bereits einmal über mehrere Jahre selbstständig war, wird bejahen können, dass dies definitiv auch ein Tausch von Lebenszeit gegen Geld ist.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass man getrost auch 16 Stunden am Tag arbeiten konnte und trotzdem noch top fit war. Das ist ein wenig verwunderlich, da es durchaus Job gibt bei denen man 3 Stunden am Tag arbeiten kann und dann für den Rest des Tages wie ausgebrannt ist und nichts sinnvolles mehr machen kann.
Hier zeichnet sich bereits die erste Illusion ab! Und zwar, dass man nur wenig arbeiten muss, um nicht Abends nicht abgerackert sein zu müssen. Das ist Blödsinn! Denn der Selbstständige hat einen wirklichen Vorteil gegenüber dem Angestellten. Während dieser zumeist von einer Seite gesagt bekommt, was er zu tun hat, sucht sich der Selbstständige sich seine Arbeit selbst. Ist ja auch logisch... sagt der Name bereits.
Denn eine Sache, die einem bei einer Arbeit auf lange Sicht definitiv schlaucht ist, dass man oft in die Situation zu kommen etwas zu realisieren, wie der Chef es möchte. Nicht selten eben auch mal auf eine Art und Weise bei der man sich sicher ist, dass sie falsch oder ineffizient ist. Aber wenn der Herr und Meister etwas sagt, dann muss der Sklave halt huschen. Das sind eben die Regeln, die man sich als Arbeitnehmer aufbürdet. Genau dies ist es aber eben auch, der einen am Ende des Tages sehr schnell ermüden lässt.
Natürlich ist beim Selbstständigen auch nicht alles Gold was glänzt. Aber es kann unglaublich befreiend sein einem Kunden auch einmal die Tür zu zeigen, wenn dieser mit wirklich frechen Forderungen daher kommt. Einfach auch einmal „nein!“ sagen zu können, wenn einem die Arbeit nicht passt. Und wenn man etwas vergeigt hat, dann wenigstens auf die Art und Weise, wie man es selbst für richtig hält.
Doch um zu verstehen, wieso die meisten Arbeitgeber nicht glücklich sind, muss man sich wohl den Unterschied zwischen den beiden Einkunftsarten näher ansehen und uns überlegen, was passiert, wenn der Selbstständige erfolgreich ist und ein Unternehmen aufbaut. Irgendwann wird er eben an einem Punkt kommen an dem es ihm nicht mehr möglich sein wird all die anfallende Arbeit selbst zu erledigen.
Er wird dann vermutlich zum Entschluss kommen einen Teil seiner Aufgaben an jemand anderen zu delegieren und diesen dafür zu bezahlen. Und dreimal dürft ihr überlegen, welche Aufgaben der Selbstständige zuerst abgeben wird! Richtig, eben jene Aufgaben, die ihm selbst keinen Spaß machen, die anstrengend oder Zeitraubend sind.
Jeder Arbeitnehmer hat am Ende eben immer eine Stelle inne, die eine andere Person nicht machen wollte. Würde es eben eine lukrative und selbstverwirklichende Aufgabe sein, dann hätte es eben der Selbstständige gemacht. Und je größer ein Unternehmen ist und wächst, umso häufig finden solche Splits statt.
Natürlich kann man als Arbeitnehmer auch irgendwo im Haufen der unbeliebten Arbeit etwas finden bei dem er sich selbst verwirklichen kann und einen Job findet an dem er selbst viel Freude finden kann. Aber am Ende wühlt man eben doch nur im Haufen der Arbeit, die jemand anderes nicht machen wollte. Es versteht sich von selbst, dass somit nicht nur Premiumstücke dort rumliegen.
Und diese erklärt es für mich perfekt, wieso so manch einer im Laufe seines Lebens zu dem Schluss kommt, dass seine Arbeit ihn irgendwie nicht vollständig erfüllt oder eben gleichzeitig nicht reich machen wird. Und ja, es auch immer wieder Leute gibt, die es dann irgendwann doch in die Selbstständigkeit treibt.
Ist der Selbstständige irgendwann so erfolgreich, dass er gar nicht mehr in seinem Laden arbeiten muss, dann wird er Unternehmensbesitzer. Er hört dann einfach damit auf seine Lebenszeit gegen Geld zu tauschen, sondern bezahlt andere Leute dafür, damit diese für ihn das Geld verdienen.
Beginnt er dann sein Geld zu nehmen und in mehrere Unternehmen zu stecken, tauscht er seine Rolle um in die eines Investors. Er lässt nun nicht mehr nur Leute für sich arbeiten, sondern auch sein Geld. Dieses Modell findet man häufig immer als sogenannten „Cashflow Quadranten“. Und wann immer möglich, möchte man aus der Gruppe der Lebenszeittauscher heraus.
Sollte also einer von Euch frustriert im Job sein und sich denken, dass er das nicht bis ans Ende der Tage machen sollte, dann wird es vielleicht ja doch Zeit einmal umzuschulen. Das Leben als Investor soll wesentlich besser sein ;) Und man bekommt zumindest nicht mehr gesagt, dass man Dinge falsch machen soll und kann sich mit seinen Entscheidungen selbst verwirklichen.
Seid ihr bei jemanden in Lohn und Brot? Habt ihr schon einmal darüber nachdacht Euch anderweitig zu verwirklichen oder vielleicht sogar schon diese Reise angetreten?