Wie in meiner astronomischen Jahresvorschau 2018 bereits erwähnt, ist die Venus schon seit Ende Februar am Abendhimmel zu sehen, wenn auch nur sehr kurz und für echte Adleraugen.
Wem die Ostereiersuche schon zu viel war, der wird die Venus in den kommenden Tagen und Wochen lieben lernen, denn sie wird sich immer auffälliger, heller und länger am Abendhimmel präsentieren.
Sie wird dir ins Auge springen, und du wirst sagen: "long time no see"
Venus entmystifiziert
Die Venus wird oft als Abendstern oder Morgenstern bezeichnet, obwohl sie kein Stern ist.In der Tat ist sie nämlich unser innerer Nachbarplanet. Dieser Umstand führt zu Besonderheiten in der Beobachtung.
Wir können die Venus nur sehen, wenn sie östlich oder westlich, also "links" oder "rechts" von der Sonne steht.
Die Venus zeigt Phasen, ähnlich wie der Mond. Wir können allerdings niemals eine "volle Venus" sehen, da sie sich dann, von uns aus gesehen, hinter der Sonne befindet.
Am Himmel ist die Venus nach dem Mond das zweit hellste Objekt (gefolgt von Jupiter und Mars).
Die Venus dreht sich im Vergleich zu allen anderen Planeten in unserem Sonnensystem in die umgekehrte Richtung.
Beobachtung der Venus im Jahr 2018
Geübte Beobachter können die Venus sogar tagsüber mit freiem Auge beobachten (bitte dabei niemals direkt in die Sonne schauen).
Ich persönlich habe es noch nie geschafft sie mit freiem Auge zu entdecken, außer zu Beginn der Dämmerung, es darf ruhig noch ein wenig hell sein, da lässt sich die Venus schon als kleiner Punkt erkennen, einer der Ersten, der sich am dünkler werdenden Himmel zeigt.
Venus ist Mitte Jänner hinter der Sonne vorbei gewandert und erreicht am 17. August ihre größte östliche Entfernung (Elongation) zur Sonne.
Die größte Höhe über dem Horizont erreicht Venus Anfang Juni,
... dabei ist sie zu gut 3/4 beleuchtet und 180 Millionen km von der Erde entfernt.
Größte östliche Elongation am 17. August
Dabei steht die Venus in genau 90° zur Sonne und ist somit halb beleuchtet. Ihre Helligkeit ist noch einmal ordentlich angestiegen, und wird noch weiter bis zum Maximum am 20. September steigen. Sie kommt uns jetzt immer näher, am 17. August ist sie auf 100 Millionen km herangekommen.
Somit erscheint sie uns nicht nur am Himmel heller sondern auch im Fernrohr größer.
Zwischen dem Bild von Anfang Juni und dem vom 17. August ist eine deutliche Neigung der Bahnebene der Venus zu erkennen. Das hat mit der absteigenden Sonne und der Ekliptik zu tun. Die Venus wird zwar noch bist Mitte September hell strahlend sichtbar sein, allerdings nur sehr kurze Auftritte hinlegen.
Was die Zukunft bringt
Nachdem die Venus Ende Oktober vor der Sonne vorbeigewandert ist, wechselt ihre Sichtbarkeit auf den Morgenhimmel, wo sie dann ab Jän/Feb 2019 zu sehen ist.
Ich hoffe Euch hat der Ausflug gefallen, und ich hoffe noch mehr, dass ihr die nächsten Tage einmal eure Köpfe vom Bildschirm erhebt und einen Gruß an die Venus schickt :)
Quellen
- Die Screenshots kommen aus der Himmels-Simulations-Software http://stellarium.org/ - die ich jedem ans Herz legen möchte
- Einige Infos habe ich von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie geborgt. https://www.waa.at/ - sie machen tolle Veranstaltungen in Wien und Umgebung, unter anderem Teleskopabende
- https://www.waa.at/hotspots/planeten/venus-201802-201810-ab/index.html
- https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_hellsten_Sterne