Zum zweiten Mal heute liege ich irre vor mich hinkichernd auf dem Bett.
Durch Zufall hatte ich entdeckt, daß aka
einen Beitrag von mir resteemt hatte, was mich wieder dazu brachte, andere Beiträge anzuschauen. So kam ich auf den Artikel mit der Rosinenchallenge und las dort in den Kommentaren:
Rosinen schmecken nachts besser als draußen
Da war es dann schon fast um mich geschehen, weitere Kommentare besorgten den Rest.
Rosinen sind getrocknete Weinbeeren.
Es ist nicht logisch erklärbar, warum mich das in der Quantität belustigt, in der es das tut. Ich hab diese Eigenart aber schon immer und es ist vielleicht die einzige, die ich einigermaßen als Teil von mir akzeptiert habe.
Die andere Belustigung hatte ich heute am späten Nachmittag im Discord und ich hoffe, es ist ok, wenn ich ohne Autorenangabe zitiere.
Immer Links drehende alukulturen verwenden!
Und meine Tonerde kann zwischen guten und bösen Bakterien unterscheiden!!!
musst den Hut mit kollodialem Silber bedampfen!
Gerade letzterer Satz erzeugt mir ein gewisses Kopfkino. Noch sowas, was ich nicht erklären kann. Was ist an chemischen Prozessen eigentlich lustig?
Temple Grandin hat mal in einem Interview gegenüber Tony Attwood erwähnt, wie ihr Humor funktioniert:
Well for one thing, my humour is visually based. When I was telling you about the chickens, I was seeing pictures of them. One time I was in our department conference room at the university. They have framed pictures of all the old department heads, in heavy, thick wooden frames. I looked at that and said, “Oh, framed geezers!” At another faculty meeting I was looking at them, and I wanted to burst out laughing, thinking about the framed geezers. That’s visual humour.
Ich achte nicht 100%ig darauf, was ich visuell wahrnehme und was nicht. Schließlich ist es für mich "normal". Daß ich viel zu kichrig bin, wenn mich etwas amüsiert, habe ich erst im Vergleich mit anderen Menschen außerhalb meiner Kernfamilie mitbekommen. Die Geschichte mit den gerahmten Herren oder die nachfolgende mit den Tauben hätte auch mir passieren können. Und dann ist man erstmal in Erklärungsnot.
Tony - And, you have a story about pigeons?
Temple - Oh yeah, the pigeon stuff. Wayne and I got rolling around on the ground one night about pigeons. The Denver airport’s got a lot of pigeons and they don’t clean up the dead pigeons in the parking lot. I got to thinking about the places I could put the dead pigeons . . . like a pigeon hood ornament for all the city of Denver maintenance trucks. Then they have this place they call the pigeon drop zone. In the parking garage there’s this one concrete beam where they all nest . . . well you don’t want to park in the pigeon drop zone. Every time I walk back to the parking garage, I’m wondering what big fancy expensive $30,000 SUV just parked in the pigeon drop zone.
Tony - So, that explains why sometimes you may burst into laughter and other people have no idea what’s going on
Temple - That’s right, it’s because I’m looking at a picture in my mind of something that’s funny . . . I can just see that pigeon hood ornament on a bright yellow city of Denver maintenance truck - it’s just very funny.
Im Prinzip funktioniert deshalb für mich trockener Humor teilweise sehr gut. Ein paar Sprüche, die mich an der Uni amüsiert haben:
[Wir nehmen entweder] den Rotationsknopf oder die Translationsschiene.
Man muß dazu sagen: innerhalb eines Kristalls hat ein Ion, das sich in diesem bewegt, nur zwei Möglichkeiten, sich zu bewegen: durch eine Rotation oder eine Translation. Im Grunde sind in diesem Spruch also zwei witzige Bilder verborgen: eins für jede Bewegungsart, die mit einer bezeichnenden Weise in der makroskopischen Welt gesteuert wird. (Natürlich nur fiktiv!) Der Spruch fiel beim Mittagessen, genau wie der folgende:
Da können wir uns jetzt irgendwas backen, z.B. ein Eis.
Schon mal ein Eis in der Waffel gebacken? ;)
(Gemeint war wohl eher die Formel für die Eisverbindung bzw. deren Kristall.)
In der Experimentalphysik dürfen auch Formeln drin sein, aber in der Theoretischen Physik bitte nur Bilder.
(Es ging um Lehrbücher.)
Die letzten beiden Beispiele habe ich reingenommen, weil sie meines Erachtens auch an der Grenze zu normalem Humor sind. Nicht immer gibt es ein inneres Bild, das ich dediziert wahrnehme.
Wirklich schlimme Probleme hatte ich nicht nur als Kind oft, wenn ich versucht habe, einen Witz nachzuerzählen. Das Bild dazu war natürlich schneller da und amüsierte mich bereits, bevor ich mehr als einen Satz gesagt hatte. Wenn ich dann endlich doch fertig war, war das Interesse der Zuhörer erloschen. Ich schämte mich dann unheimlich, weil ich wieder aufgefallen war.