EZB Zentrale Frankfurt am Main
Heue meinte sich die EZB mal wieder zu Wort melden zu müssen zu einem Thema, welches sie eigentlich gar nichts angeht. So äußerte sich die EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger über die Anzahl der deutschen Banken und darüber wie diese ihr Geschäft betreiben sollten.
Das Niedrigzinsumfeld ist auf Dauer sicherlich eine Herausforderung. Aber die Ertragslage etlicher Banken war bereits kritisch, als die Zinsen noch hoch waren. Das liegt unter anderem daran, dass wir in Deutschland sehr viele Banken haben. Mit rund 1.600 sind es eigentlich zu viele. Sie unterhalten ein großes, sehr teures Filialnetz. Und weil der Wettbewerb unbarmherzig ist, sind die Verdienstmargen der Banken niedrig.
Kredite sind billig, manche zu billig und einige Bankdienstleistungen werden umsonst angeboten. Das zehrt an den Erträgen. Konsolidierung ist notwendig. Und mancher hat sich schon auf diese Reise begeben – etwa der Genossenschaftssektor . Mittlerweile gibt es weniger als 1.000 Institute, vor 15 Jahren waren es noch einige hundert mehr. Aber die Banken müssen auch die Kosten weiter drücken und neue Ertragsquellen erschließen.
Was die gute Frau dabei doch total übersieht sind die Fakten. Die EZB hat vor allem viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken erst in diese schwierige Lage gebracht. Genau diese bilden aber das Rückgrat des deutschen Mittelstands. Die Lösung einfach die Gebühren zu erhöhen und das Filialnetz auszudünnen schadet langfristig mehr wie es nutzt. Will man den nur noch Online Banken und Großbanken haben. Scheint fast so, würde auch den Trend zur Bargeldlosen Gesellschaft fördern.
Die Banken welche in der Vergangenheit immer wieder die wahren Probleme ausgelöst haben waren eben nicht diese kleinen Banken, sondern die großen Investmentbanken und die Landesbanken. Statt den Fehler in der eigenen verfehlten Geldpolitik zu suchen geht man jetzt also auf die kleinen Banken los. Angesprochen auf die Sparer verteidigt sie die Niedrigzins Politik der EZB mit folgenden Worten:
Ja, ich verstehe ihn, aber jeder Sparer ist auch Arbeitnehmer oder Unternehmer, und manchmal auch Kreditnehmer. Es gibt beispielsweise viele junge Familien, die ein Eigenheim bauen können, weil die Zinsen sehr niedrig sind. Eine expansive Geldpolitik hilft mittel- und langfristig, auch weil durch Wachstum Jobs geschaffen werden, durch die wiederum Einkommen entstehen, die den Erwerb einer Immobilie oder auch das Sparen und die Geldanlage erst ermöglichen.
Würde es bei den niedrigen Zinsen nur um die Ankurbelung der Wirtschaft gehen, dann hätte die EZB diese längst erhöht. Das Problem liegt doch auf einer ganz anderen Ebene. Welcher europäische Staat könnte sich denn heute noch angemessene Zinsen leisten. Was würde denn mit Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal passieren wenn die Zinsen signifikant steigen würden?