Es gibt einen ständigen Konflikt in mir der mich immer wieder beschäftigt. Auf der einen Seite widert mich das Gehabe von so manchem Reichen an, der auf die arbeitende Bevölkerung herab blickt und sagt, dass diese selbst schuld seien an ihrer Situation. Ja, dass sie eben nicht hart genug arbeiten würden und nur ein wenig mehr anstrengen müssten.
Ja, ich habe dies durchaus erlebt und zwar vor allem bei jenen, die wirklich reich geerbt haben und damit in einer wirklich gesegneten Position aufgewachsen sind. Je weniger eine Person wirklich sich anstrengen musste um an ihren Reichtum zu kommen, umso arroganter tritt sie meiner Erfahrung nach auf. Im Vergleich dazu sind Neureiche nahezu sympatische Vertreter, die das nötige Verständnis aufbringen und eine realistischere Sicht auf die Dinge haben.
Gleichzeitig muss ich aber eben gerade für jene Leute auch einmal eine Lanze brechen, weil mich das ständige Geheule von der anderen Seite genauso abstößt. Ja, die meisten Menschen in unserer Gesellschaft können ein Leben lang arbeiten ohne jemals auch nur ansatzweise in die Richtung zu kommen, dass sie eine Art von Wohlstand zu gesicht bekommen.
Gerade dann, wenn man einige falsche Wege in seinem Leben eingeschlagen hat, kann es sehr schwer sein diese ohne größere Kraftanstrengungen auch wieder zu verlassen. Aber wirklich jedem in einer modernen Gesellschaft sollte eines bewusst sein! Wirtschaft ist der friedliche Konflikt um knappe Güter.
In absolut jeder wirtschaftlichen Ordnung, tragen wir als Gesellschaft unsere Güter auf einem riesigen Haufen und legen Regeln fest, nach denen diese dann unter uns Verteilt werden. Das gilt für marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnungen, genauso wie für Planwirtschaft oder steinzeitliche Tauschsysteme. Ich billige absolut jedem Menschen zu, dass er diese Regeln in Frage stellt und diese nicht gerechet findet und vielleicht auch aktiv dafür einsetzt, dass man diese abschafft oder ändert.
Aber zur Hölle noch einmal, es ist wirklich strunzdämlich, wenn man nicht bereit ist diese Regeln erst überhaupt nicht zu lernen und zu verstehen. Egal, ob man sie für sich nutzen will oder sie eben bekämpfen will, muss man sie zumindest in ihrem Kern her verstehen. Ansonsten muss man sich wirklich nicht wundern, wenn der Haufen immer kleiner wird und man am Ende eben nur noch ein paar klägliche Reste davon abbekommt.
Und so passiert es immer wieder, dass ich eigentlich recht intelligente Menschen begegne, die sich selbst der Dummheit preis geben und der Lebensrealität verweigern. „Finanzielle Bildung? Das brauche ich nicht! Mir geht das alles auf den Senkel und deswegen bleibe ich beim Sparkonto. Die Bank zockt mich ja so oder so ab!“
Man kriegt mich ja nicht so leicht zur Weisglut, aber mit genau einer solchen Wortkaskade gelingt dies doch recht leicht. Wer auch immer Bildung jedlicher Form ablehnt ist ein Narr. Denn er hat nicht verstanden, dass wir das industrielle Zeitalter unlängst bereits verlassen haben und uns in Mitten eines neuen Informationszeitalters zu bewegen. Wer auch immer sich darin behaupten will, wird wissen brauchen.
Jeder der auch nur einen Hauch von finanzieller Bildung verfügt wird unlängst erkannt haben, dass man mit Geld nicht zur Bank laufen sollte, da man dort im Zweifel schlecht beraten wird und um eben dieses gebracht wird. Warum zur Hölle bleibt man aber dann genau bei denen dann sitzen und ärgert sich, dass man fröhlich Geld verliert?
„Ich gehe viel lieber auf Reisen oder kaufe mir etwas nettes!“ Absolut legitim! Unser Wirtschaftsystem würde nicht so wirklich rund laufen, wenn es keine Konsumenten geben würde und nicht jeder von uns in ein geborener Sparer. Aber wer eine große Weltreise machen will, sollte das Geld eben um Gottes willen nicht auf dem Bankkonto verschimmeln lassen, weil er dort bald sonst nichts mehr für seine Reise übrig hat.
Nicht jeder von uns muss langfristig ein neuer Warren Buffett werden und ein Starinvestor mit mehreren Millionen auf dem Konto. Aber jeder von uns sollte zumindest soviel Wissen im Finanziellen aneignen, dass man erkennt, wenn man über den Tisch gezogen wird. Und aus irgend einen Grund sitzt in den Köpfen der meisten Deutschen es so sehr fest, dass der Aktienmarkt rein spekulativ sei, dass man es überhaupt nicht mehr raus bekommt.
Im Vergleich zu uns sind nahezu alle anderen Länder der Welt geradezu leidenschaftliche Börsianer und entsprechend zumeist auch solider ausgestattet. Das muss nicht unbedingt positiv sein. Wer Chinesen kennt, weiß auch, dass diese leidenschaftliche Zocker sind und auch so an der Börse agieren und das sicherlich nicht immer gut ist.
Aber wenn jemand Euch Wissen anbietet, dann lehnt dieses doch nicht ab mit der Aussage, dass es auch belastet! Am Ende ist es eben doch ein wenig wie mit dem Schwimmen. Wenn ihr nicht schwimmen könnt und ein guter Freund es auch anbietet, dann nutzt die Chance! Lernt das schwimmen! Der eine oder andere wird vielleicht sogar erkennen, dass ihm das sehr viel Spaß macht, wenn man erst einmal akzeptiert, dass man etwas nicht kann und es lernen muss.
Steckt ihr aber erst einmal in dem See und könnt nicht schwimmen, dann ist es zu spät um Euch damit zu befassen. Dann ersauft ihr! Genauso verhält es sich auch mit Finanzen. Die Lebenslagen ändern sich immer wieder und wer sich noch nie damit auseinander gesetzt hat und hilflos bei einer Bank umher irrt und um Hilfe bittet, der muss sich am Ende doch nicht wundern, wenn man schlecht beraten wird und plötzlich einen Scheißkredit an der Backe hängen hat, denn man den Rest des Lebens über abbezahlt.
Kein Wunder, dass so manch Vermögender durchaus auf diese Gruppe der Gesellschaft hinabblickt und ein wenig verächtlich darüber dann redet. Finanzielle Bildung schützt nicht unbedingt immer und bringt automatisch wohlstand. Aber wer sich dieser verweigert, sollte sich wahrlich nicht darüber wundern, wenn er zum Spielball anderer wird und sollte tunlichst sich mit dem Jammern zurückhalten.
So krass wie es sich anhören mag... ich gehe fest davon aus, dass jeder halbwegs gesunde Mensch in der Lage ist solides finanzielles Wissen anzueignen. Dinge die wir absolut nicht können, sind meist auch Dinge an denen wir keine Freude haben. Belasten Euch Finanzen also, sollte dies ein Alarmindikator dafür sein, dass ihr vermutlich in dem Bereich nicht sehr solide unterwegs seid.
Und dann um Himmelswillen... sagt nicht gleich immer nein und dreht Euch ab. Nehmt Euch einmal die Zeit wirklich zu verstehen, was da so draußen in der Welt von statten geht. Wieso es Menschen gibt, die sich mit Aktien, Immobilien und anderen Märkten befassen. Wer sich wirklich ein wenig damit befasst, wird erkennen, wie absurd es ist, dass all diese Dinge nur dazu dienen um ausgerechnet Euch das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Nur wer einen „Anlageberater“ hat, kann sich auch wirklich steuern lassen. Wer seine eigenen Entscheidungen trifft, kann auch frei am Markt agieren. Und das sich Aktien für Reiche lohnen, daran besteht hoffentlich kein Zweifel. Also suhlt Euch nicht immerzu nur in der Opferrolle und fangt an Euch in dem Bereich zu bilden. Bitte, bitte, bitte! Euch zu liebe und damit ich nicht mehr so oft einen hohen Blutdruck habe und mich darüber aufregen muss, dass einige durchaus sehr intelligente Menschen in diesem Aspekten so unendlich dumm agieren.
Wenn Du regelmäßig hier mitliest und Dir Gedanken dazu machst, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Du gar nicht zu der hier angesprochenen Gruppe Menschen gehörst. Nichts desto trotz wird sich jeder von uns dennoch immer wieder vor Augen führen müssen, dass Bildung ein extrem wichtiges gut ist und es wichtig ist sich möglichst breit neuen Themen zu öffnen. Mit je weniger Widerstände wir uns auf neuen Gebieten vorwagen, umso einfacher wird es auch, sich dort einzuarbeiten. Gerade im Bereich der Wirtschaft gibt es dabei kein unnützes Wissens und jeder kann seine Vorteile einbringen und nutzen