Fast wäre heute morgen ein Artikel hier online gegangen in dem ich darüber berichten wollte, dass es beim Bitcoin wieder interessant wird und einige Anzeichen von Erholung gibt. Innerhalb der letzten Wochen gab es einen Anstieg auf leichtem Niveau, der sehr organisch und vernünftig ausgesehen hat und man einige der kleineren Barrieren der jüngsten Zeit wieder genommen hat. Eigentlich sah alles nach einer vernünftigen Erholung aus.
Dann stieg seit gestern Abend der Kurs steil nach oben und es gab fast im gesamten Marktumfeld eine grüne Welle bei der fast alle Kurse nach oben gegangen sind, mit lediglich Tether im Roten. Eigentlich ein ganz vernünftiges Marktumfeld und hätte ein Indikator dafür sein können, dass langsam doch mehr Marktteilnehmer darauf wetten, dass der Cryptowinter langsam zu Ende kommt.
Und dann ist man einmal eine Stunde draußen und es passiert sowas:
Dies zeigt einmal mehr wie unberechenbar der Kryptomarkt eigentlich ist und wie gefährlich es sein kann, wenn man sich nur auf seine FOMO-Gefühle verlässt. Hätte man die meisten Leute heute morgen gefragt und sie wären ehrlich gewesen, hätten sie wohl gesagt, dass sie weitere Anschaffungen planen. Das wird nun natürlich niemand mehr sagen und statt dessen davon reden, dass die Bullenfalle doch offensichtlich war.
War sie aber nicht. Es zeigt vielmehr wie schwierig ist wirklich ist den gesamten Markt vernünftig einzuschätzen und auch was für kraftvolle Akteure sich dort herum treiben, die mit massiven Verkäufen solche roten Balken ausbilden können. Momentan steht man genauso ratlos da wie sonst auch immer. Wir sind auf 7-Tage-Form immer noch mit rund 4,65% im Plus, haben in den letzten 24 Stunden aber 5,3% verloren. Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Signal?
Und ich kenne auch einige Leute, die nun gerade frustriert aus dem Kryptomarkt heraus gehen. Das ist traurig mit anzusehen, weil sie dadurch viel Geld verlieren werden und schlimmer noch, sie werden damit den Akteuren am Markt noch signalisieren, dass ihr Spiel funktioniert. Wer in Kryptos investiert, sollte seine Anlage bereits zum Zeitpunkt des Investition um 100% abschreiben. Emotional und finanziell. Man sollte so tun als würde diese gar nicht existieren.
Natürlich habe ich in den Büchern auch immer noch den Investitionswert stehen, damit man irgendwann überhaupt noch weiß, ob man im Plus ist oder nicht. Aber rein vom emotionalen her, sollte man einfach mittelfristig nichts davon erwarten. Es gibt einfach zuviele, die einfach nur die Kurssteigerung der letzten Jahre gesehen haben und nun darauf spekulieren, dass sie auf Jenseits der Million von Bitcoin kommen. Immerhin will man ja auch mit nur einem Bitcoin erneut solche Zugewinne feiern...
Dies wird nicht so schnell passieren. Weder beim Bitcoin noch den Altcoins. Wer sich dort nun eindeckt spekuliert darauf, dass wir einen Boden gebildet haben, der nicht mehr weit unterschritten wird und man vielleicht in Jahren doch noch einmal ein neues Ethereum darunter hat, was man günstig eingedeckt bekommen hat und nun vervielfacht hat. Mit etwas Glück eben um einen Faktor, dass man das ansonsten verbrannte Geld wieder rausholen kann.
Ich mag den Kryptomarkt – ganz ehrlich. Aber ich sage nicht umsonst, dass es ein Spaßmarkt ist, wo man etwas Nervenkitzel haben kann. Es ist ganz sicher kein Markt in dem man schnelles Geld verdienen kann. Alleine schon, weil wir diese fiesen Haltezeiten in Deutschland haben. Wenn jemand also wirklich auf einzelne Coins wetten will, sollte das einmal ohne Geld machen. Einfach mal fiktiv ein paar Orders ausführen und in den nächsten Monaten sehen wie es sich entwickelt. Nicht als Hodler, sondern mit nem offenen Chart, damit auch ein Lerneffekt eintritt!
Der Kryptowinter bleibt und es stehen noch haarige Zeiten an. Das ist nichts schlimmes, weil es auch in einer Eiswüste immer noch Menschen gibt, die dort sinnvoll überleben können. Unter ihnen sind allerdings nicht viele, die sich beim ersten Sonnenschein gleich nackt ausziehen und ihre Klamotten verbrennen. ;)