Guter Punkt. So hatte ich es noch gar nicht betrachtet. Aber selbst bei Steemit ist es schon schwierig, es den Leuten zu erklären. Ist es Euch auch schon mal so ergangen? Man redet über soziale Netzwerke und erzählt dann nebenbei von Steemit, daß man da für das Erstellen von Artikeln und Kommentaren - sofern sie gut sind - bezahlt wird, und die aller erste Frage ist: "Wer bezahlt das Geld?" Und wenn man dann erklärt, wie es funktioniert, dann kann man sehen wie nacheinander die Fragezeichen über dem Kopf aufleuchten. Und egal wie sehr man sich bemüht, am Ende kommt dann immer die Frage: "Jaja, ist ja alles schön und gut, aber woher kommt denn das Geld?" - mit anderen Worten: "Nichts verstanden, wer bezahlt?" Daran merkt man, daß die Leute nicht verstehen, wie Geld überhaupt entsteht. Die glauben es sei einfach "irgendwie" schon immer da gewesen.
Mit einer Aussage wie "das Geld entsteht in dem Moment, in dem Du etwas postest, was andere Leute gutfinden" können die null anfangen. "Also zahlen es die, die Deinen Beitrag gutfinden?" - "Nein! Es muß dazu kein anderes Konto belastet werden. Es ist ähnlich wie bei der Bank: Dort entsteht Geld, wenn sich jemand verschuldet. Bei Steemit entsteht Geld, wenn jemand einen Artikel schreibt." Dann kommt zum Schluß die weise Erkenntnis: "Dann muß das eine Art Schneeballsystem sein!", denn wenn man selbst das nicht bezahlt und der, der den Beitrag "liked" es nicht bezahlt, dann muß es ja irgendjemand anderer bezahlen. Und wenn man nicht sagen kann, wer das ist, dann ist da was faul, und wenn da was faul ist, dann kann es nur ein Schneeballsystem sein.
Aber es ist leichter zu erklären als Bitcoin, und vielleicht ist es sogar eine Hintertür zum Erfassen des Gesamtbildes, also "Wie funktioniert das Geldsystem, was sind Kryptowährungen und warum brauchen wir die?" - aber wie erklärt man es jemandem, der noch nicht einmal begriffen hat, daß ihn die Banken verarschen? Nun, ich werde das mal in der Praxis testen...
RE: Die Blockchain als Ideologie?