Da haben wohl einige Leute den Schuss immer noch nicht gehört!
Beweis?
Die Reaktionen auf den Brexit.
Statt mal darüber nachzudenken, wie solch ein Voting zustande kommt, ist die Reaktion in den meisten deutschen Leitmedien zunächst mal an Überheblichkeit und Arroganz nicht zu übertreffen. Kaum einer fragt sich, wie ein gewisser Herr Farage so argumentieren kann und knapp die Hälfte der Wähler in UK folgt ihm. Statt zu hinterfragen, ob und was an seinen teilweise recht steilen Thesen dran sein könnte, pickt man sich nur die mittelalterlichen Gesellschaftsvorstellungen heraus, die er beizeiten in die Gegend posaunt. Solange man die, übrigens nicht ganz unberechtigten, flauen Gefühle, die mindestens die Hälfte aller Europäer angesichts der Entwicklung der sagen wir letzten zehn Jahre haben, nicht ernst nimmt, wird sich daran auch nichts ändern.
Seien wir ehrlich: würde ein solches Referendum wie in UK in Deutschland, Holland und Österreich abgehalten, hätten wir aller Wahrscheinlichkeit nach ähnliche Ergebnisse. Was man in Frankeich denkt, sieht man ja mittlerweile anhand der letzten Wahlergebnisse.
Solange diese Überheblichkeit seitens vieler Medien und Politiker weiter andauert, gelingt es Typen wie Farage mit der Zeit immer mehr, ihre veralteten gesellschaftlichen Vorstellungen huckepack auf dem Karren berechtigter Sorgen der Bürger in eben diese Gesellschaften zu transportieren.
By the way: die Behauptung, die junge Generation in GB hätte sich gegen den Brexit entschieden, ist grundfalsch. Interessanterweise lag die Wahlbeteiligung bei den unter 30-jährigen bei fast lächerlichen 36%. Während die Gesamtbeteiligung bei 72% lag. Just think about it!
Und nun mal zu wahren Gründen für den Brexit:
- Die Bankenrettung, die uns als Eurorettung verkauft wurde.
Ich bin kein Ökonom und kann daher nicht sagen, ob die Bankenrettung tatsächlich notwendig war, allerdings den Europäern dies als Eurorettung und Rettung von z.B. Griechenland zu verkaufen, statt das Kind beim Namen zu nennen, steht so ziemlich exemplarisch für das Verhalten der europäischen Politiker im Namen von Brüssel. - Die Zuwanderung aus dem arabischen und damit vornehmlich muslimischen Raum.
Wen wundert es, dass angesichts der Terroranschläge einer sich zumindest in Teilen immmer mehr radikalisierenden Religionsgemeinschaft grosse Teil der Bevölkerung der Meinung sind, dass man den weiteren Zuzug aus dem Maghreb und anderen muslimischen Ländern stoppen muss. Ich diskutiere hier nicht, ob das tatsächlich so sein muss, sondern kolportiere nur das Gefühl vieler Menschen in Europa. Die Briten haben übrigens schon länger ein gewaltiges Problem mit muslimischen NoGo-Areas. Ressentiments dieser Art sind also nicht verwunderlich.
Und da fällt es den Farages, Höckes, Le Pens und wie sie alle heissen, immer leichter, mit dem Argument, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, ihre veralteten gesellschaftlichen Ansichten und das subtile Geseire von der guten alten Zeit mit ihren tatsächlich ernst zu nehmenden Thesen zu vermischen und in die Gesellschaften zu transportieren.
So, und jetzt mal alle runter vom hohen Ross und es heisst: WAKE UP!