Die von vielen Menschen verwendete Bezeichnung „Kryptowinter“ für den aktuellen Bärenmarkt im Bereich der Kryptowährungen ist bei näherer Betrachtung eigentlich recht gut gewählt. Insbesondere die aktuelle Marktphase. Man mag zunächst einmal eher an eine eisige Zeit denken und davon ausgehen, dass einem beim Blick auf die Charts etwas eiskalt den Rücken herunter läuft. Dabei ist es wohl eher der Winterschlaf in dem sich der Markt momentan befindet und sich dies auch in der letzten Woche wirklich überdeutlich gezeigt hat.
Also nur noch einmal als Erinnerung ... wir sprechen hier von einem Markt der den Ruf hat normalerweise auf Speed zu sein und die Zyklen eines normalen Marktes in extrem schnellen Bahnen durchläuft. Dabei sieht man gerade bei den Kursen des Bitcoin dahoben, dass man kurz vor einer Flatline steht. Kurzer Ausbruch am 26.02. nach oben, kurzer Ausbruch am 28.02. nach unten und dann immer wieder kürzere Ausschläge in alle Richtungen. Alles eben nur kein klares Signal. Ähnlich verhalten geht es auch beim Volumen zu, dass eher ein wenig abgenommen hat, aber ansonsten auch keinerlei Auffälligkeiten aufweist.
Kurzum gesagt die letzte Woche war wieder einmal sehr langweilig. Man kann nun unterschiedlicher Auffassung darüber sein, ob dies nun eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Eine schlechte Nachricht ist dies vorwiegend, weil es keine Impulse gibt und der Markt unter einer schweren Schneelast zugedrückt zu sein scheint.
Besonders deutlich wird dies beim Ethereum-Hardfork der diese Woche stattgefunden hat. Waren solche Events normalerweise früher fast immer ein Garant, dass man Anfing die Währung zu feiern, geht es hier völlig uninteressiert ein wenig nach unten. Natürlich gibt es bei so einem Hardfork-Event eigentlich nichts zu feiern. Die technischen Änderungen sind üblicherweise bereits lange vorher eingepreist und nur die Tatsache, dass eine Krypto ein wenig häufiger in den Medien zu lesen ist, rechtfertigt eben nicht unbedingt höhere Anstiege. Außer eben, dass jemand sagt: Ach guck mal da, die gibt es ja auch noch!
Gerade das solche Events nicht mehr stattfinden zeigt, dass die große Masse momentan nicht mehr im Kryptomarkt zugegen ist. Obwohl die größeren Technikseiten alle darüber berichtet haben, gab es keinen nennenswerten Anstieg. Die schwachen Hände sind also scheinbar nicht mehr in großer Zahl unter uns und man ist als Hardcore-Investor relativ unter seinesgleichen.
Auf der anderen Seite ist die Seitwärtslinie eben auch ein gutes Zeichen, denn wenn man die nackte Panik betrachtet, die im letzten Jahr vorwiegend vorherrschte, ist es gut, dass es eine ganze Weile nicht signifikant mehr abwärts ging. Jeder der sich jetzt noch im Markt befindet hat die Kursverluste entweder mitgenommen oder ist unlängst bereits ausgestiegen. Letzterer hat dann vermutlich empfindliche Verluste hinnehmen müssen, während erstere sich weigern diese Verluste zu realisieren.
Das zum aktuellen Zeitpunkt jemand nun noch das zittern bekommt und auf den Verkaufsknopf drückt ist dann doch eher unwahrscheinlich. Wer jetzt noch mit dabei ist, ist ein Überzeugungstäter und glaubt an die Technologie. Genau eben die Basis, die man sich im letzten Jahr so sehr gewünscht hat.
Nüchtern betrachtet befinden wir uns also in einem eigentlich recht soliden Marktumfeld in dem eben nicht mehr die nackte Angst regiert. Und tatsächlich habe ich mich in den letzten Wochen auch wieder ein wenig in den Markt gewagt und eben ein paar Kryptos gekauft, die ich für gut bewertet halte und langfristige Chancen einräume. Trotzdem würde ich keineswegs sagen, dass wir uns momentan in einem Marktumfeld befinden in dem man schnell in den Markt sollte, da die Kurse wieder steigen werden.
Ich gehe davon aus, dass es noch eine ganze Weile ähnlich gelangweilt von statten geht und rechne nicht mit einem neuen Kryptoboom in diesem Jahr. Man kann also durchaus auch noch eine Weile den Markt von der Seite her betrachten. Denn der Winter wird auch noch Opfer fordern und einige Kryptos werden auf Grund von Nutzlosigkeit vom Markt verschwinden. Wer also nun noch in Shitcoins investiert und dabei murmelt „Papa braucht ein neues paar Schuhe!“, dem kann man wirklich nicht mehr helfen.
Aber wer ein wenig Geld übrig hat und den Kitzel es Marktes sucht, kann durchaus mal mit kleineren Positionen rein. Dies gilt IMHO insbesondere für Coins, die einen echten tagtäglichen Nutzen haben und aktiv genutzt werden. Dies gilt z.B. für Steem, dass in dem letzten Monaten einen durchaus interessanten Chart hingelegt hat und sich wesentlich besser als der Markt geschlagen hat.
Es muss ja nicht unbedingt gleich ein All-In sein, sondern kann ja durchaus eine kleines Streuen eines Betrages sein und mal sehen wie dieser sich im Monat darauf entwickeln wird, um dann noch ein wenig zu streuen. Wie gesagt, ich rechne nicht mit einem zu baldigen Ende des Winters und daher ein wenig gemach. Aber wenn man hier auf Steem unterwegs ist und eben auch aktiv die Token nutzt, dann kann man durchaus mal etwas riskieren und mit geringen Positionen reingehen.
Aber bloss kein FOMO aufkommen lassen und immer ruhig noch ein paar Tage darüber schlafen und intensiv ein- und ausatmen. Es ist Winter! Niemand ist gut beraten raus in die Kälte zu gehen und dort rumzuhecheln wie ein asthmatischer sibirischer Wolf kurz bevor er sich zum sterben auf die Seite legt. ;)
Wie immer gilt, dass dies keine Anlageberatung ist. Kryptowährungen sind extrem spekulativ und sollten daher stets nur mit Risikokapital gekauft werden, dass man bereit ist vollständig zu verlieren!