Die Habsburger: Wie eine Familie 600 Jahre Europa regierte
Kein europäisches Herrscherhaus hat die Geschichte des Kontinents über so lange Zeit so nachhaltig geprägt wie die Habsburger. Von einer Schweizer Grafschaft aus stiegen sie zur mächtigsten Dynastie der Welt auf.
Bescheidene Anfänge
Der Name Habsburg leitet sich von der Habichtsburg im heutigen Kanton Aargau ab. Der entscheidende Aufstieg begann 1273, als Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde. Nach dem Sieg über König Ottokar II. belehnte er seine Söhne 1282 mit Österreich und der Steiermark - dem Kern des späteren Reichs.
Heiratspolitik statt Krieg
"Bella gerant alii, tu felix Austria nube" - Mögen andere Kriege führen, du glückliches Österreich heirate. Durch gezielte Ehen verbanden die Habsburger ihr Haus mit Burgund, Spanien, Böhmen und Ungarn. Karl V. erbte schließlich ein Reich, über das die Sonne nie unterging.
Glaubenskampf und Reform
Die Reformation spaltete das Reich. Als Vorkämpfer des Katholizismus führten die Habsburger die Gegenreformation an. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) endete mit dem Westfälischen Frieden, der ihre universale Kaiserrolle begrenzte.
Blütezeit unter Maria Theresia
Im 18. Jahrhundert modernisierte Maria Theresia Verwaltung, Militär und Bildung grundlegend. Ihr Sohn Josef II. führte Religionstoleranz ein und hob die Leibeigenschaft auf - ein aufgeklärter Absolutismus, der Europa aufhorchen ließ.
Ende einer Ära
Nach 68 Jahren Regentschaft starb Kaiser Franz Joseph I. 1916 mitten im Ersten Weltkrieg. Am 11. November 1918 verzichtete Karl I. auf die Regierungsgeschäfte - das Ende von fast 650 Jahren Habsburgerherrschaft.
Die Habsburger hinterließen ein bleibendes Erbe: das Rechtssystem vieler Nachfolgestaaten und eine gemeinsame kulturelle Identität, die weit über nationale Grenzen hinausgeht.
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