Es ist ein Unterschied, davon zu sprechen, alle Menschen seien (genetisch) gleich (was natürlich Unsinn ist) oder davon, zwischen 'Menschenrassen' bestünden genetisch bedingte Untschiede hinsichtlich ihrer Intelligenz.
Die absolute Mehrheit der Systematiker spricht nicht von verschiedenen "Menschenrassen". Und nein, ich lasse mir nicht erzählen, sie alle täten das nur deshalb nicht, weil sie entweder korrupt oder politisch überkorrekt seien. Ich frage mich stattdessen, woher das offensichtlich bestehende Bedürfnis rührt, Menschen Rassen zuordnen zu können?
Die wissenschaftliche Begründung dafür, Menschen nicht in Unterarten einzuteilen, ist folgende: Bezüglich der Gesamtheit ihrer Allele können z. B. zwei Europäer durchaus verschiedener voneinander sein als beide von einem Afrikaner, oder anders ausgedrückt:
Wenn die genetische Variabilität (also die genetischen Unterschiede bezogen auf das gesamte Genom) innerhalb der einzelnen Populationen einer Art größer ist als zwischen den verschiedenen Populationen, dann spricht man nicht von einer Unterteilung dieser Art in Unterarten bzw. Subspezies (der Begriff "Rasse" wird in der Taxonomie ohnehin meist nur noch im Bereich der Züchtung verwendet).
Es mag zwar sein, dass sich die beiden "Beispieleuropäer" bezüglich des Merkmals "Hautfarbe" ähnlicher sind als beide dem Afrikaner, aber das ist nur ein (wenn auch gut sichtbares) Merkmal unter vielen tausenden. Der Afrikaner und der eine Europäer könnten sich beispielsweise bezüglich der Merkmale "PTH-Schmeckfähigkeit" oder "Blutgruppe", ähnlicher sein als beide dem zweiten Europäer ... Um entscheiden zu können, wie genetisch ähnlich sich zwei Lebewesen sind, muss stets die Gesamtheit aller Merkmale (und damit aller Allele) miteinander verglichen werden.
Vielleicht noch interessant:
Confusions About Human Races:
("The consequence of this realization was the abandonment of “race” as a biological category during the last quarter of the twentieth century ...")
Die Ergebnisse im von verlinkten Artikel zur 'Rassenintelligenz' lassen sich nicht mit Gewissheit auf genetische Ursachen zurückführen. Vergleicht man beispielsweise soziale Schichten innerhalb der verschiedenen 'Rassen', ergeben sich ähnliche Unterschiede, wobei es äußerst schwierig ist, zu entscheiden, welcher Einfluss dabei von Genen ausgeübt wird und welcher von Umweltfaktoren.
Prinzipiell spricht aber natürlich nichts dagegen, dass auch die Intelligenz, wie jedes andere Merkmal auch, der Evolution unterworfen ist und sich aufgrund unterschiedlichen Selektionsdrucks im Mittel in verschiedenen Populationen derselben Art unterschieden kann.
Edit: Übrigens finde ich den Anfang des Artikels sehr interessant, allerdings hätte mir persönlich das Ganze ohne den darauf folgenden 'ideologischen Überbau' ("Die politisch korrekten Forscher trauen sich nicht, ein heißes Eisen anzufassen.") besser gefallen.
RE: Gibt es ein Gen für Intelligenz?