Liebe Steemianer!
Vorgeschichte
Seit einiger Zeit müssen in Österreich alle legalen Waffenbesitzer ihre Schusswaffen (Pistolen, Flinten, Gewehre) in einem zentralen Waffenregister registrieren (bei Neu- oder Gebrauchtkauf), das soll angeblich der Sicherheit dienen. Die Zehntausenden Stücke, die über den Balkan oder sonstwo einsickern und in den Händen weniger legaler Personen sind, werden natürlich NICHT registriert - was deren Besitzern Zeit und Kosten spart und auch Vorfälle wie den Folgenden:
Herbst 2017, in einer österreichischen Stadt
Ein Wahlkampfhelfer fuhr mit seinem Auto und hörte kurz vor Mitternacht 2 Schüsse, einer traf eine seiner hinteren Scheiben. Er fuhr direkt zur nächsten Polizeistelle und meldete es. Dort stellte man fest, dass es sich um Schüsse aus einem Luftdruckgewehr gehandelt haben müsse und das Landesamt f. Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde alarmiert. Da der Beschossene angeben konnte, wo es passiert war, konnte man relativ genau den möglichen Standort des Täters einkreisen. Und jetzt begann der kriminalistische Spürsinn zu arbeiten. Man durchforstete das Waffenregister und fand, dass genau in diesem Haus ein älterer Sportschütze mehrere Waffen verschiedener Typen registriert hatte. Dass er völlig unbescholten war, keinerlei Vorstrafen oder Anmerkungen hatte und noch nie “polizeilich in Erscheinung getreten" war, tat nichts zur Sache. Das SEK (Sondereinsatzkommando) rückte im Wohnhaus an in “gesicherter Formation” und Einsatzadjustierung - eine Staatsanwältin hatte rechtzeitig mündlich eine Hausdurchsuchung freigegeben. Als der ahnungslose Sportschütze gegen Mitternacht die Türe öffnete, blickte er in die Läufe von Schußwaffen, die auf ihn gerichtet waren.
Er musste seinen Waffenschrank aufmachen (alles war ordnungsmässig verwahrt), seine in rechtmäßigem Besitz befindlichen Waffen wurden beschlagnahmt und er “zur sofortigen Vernehmung vorgeführt” (quasi verhaftet, ohne es so zu nennen). Auch seine Ehefrau wurde aus dem Bett heraus mitgenommen zur Polizeistation. Erst in den frühen Morgenstunden wurden sie freigelassen und ein Waffenverbot über ihn verhängt.
Ausgang
Die Polizei kam rasch darauf, dass der Sportschütze doch nicht der Täter war. Kurze Zeit später erhielt er ein Schreiben, das ihm mitteilte, dass “…aufgrund der bisherigen Erhebungen kein konkreter Hinweis festgestellt werden konnte, dass…” und so weiter. Es ist unbekannt, ob der tatsächliche Täter jemals ausgeforscht werden konnte. Wir können nur vermuten, dass die Waffe nicht im Waffenregister registriert war.
Die Moral
Offenbar fungiert das Waffenregister für die öst. Exekutive als Verbrecherkartei. Aber tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Wer macht sich denn die Mühe und lässt seine Waffen offiziell registrieren (und seinen Namen aufscheinen bei der Polizei)? Die österreichischen gesetzestreuen Dummbeutel, die ja nichts falsch machen wollen, oder die Personen, die tatsächlich vorhaben, ihre Waffen für wenig legale Zwecke einzusetzen? Ich vermute, die meisten aus der zweiten Gruppe wissen nicht einmal von der Existenz des Registers (tätigen sie ihre Waffeneinkäufe doch bevorzugt im Ausland). Daher werden sie in dem Register auch nicht auftauchen. Hauptsache, dass die loyalen Bürger so zu Verbrechern und prinzipiell Verdächtigen (usual suspects) abgestempelt werden.
Und damit komme ich zurück zum Titel des Posts, der auch eine 2. Bedeutung hat. Als Folge von solchen Ereignissen, kann man eigentlich freien Bürgern noch raten, Waffen legal zu besitzen? Es scheint nur Nachteile zu haben, auch wenn man an mögliche Szenarien denkt wie Waffensteuer (auf Knopfdruck durchs Register möglich, falls der Staat mal Geld braucht) oder sogar Waffenverbote, wie ja von der EU wiederholt angedacht. Durch die Behandlung als Verbrecher werden Menschen quasi in die Illegalität des unregistrierten Waffenbesitzes genötigt.
Quelle:
http://iwoe.at/wp-content/uploads/2015/11/Endfassung_04-17end.pdf S.12f
pic1, pic2 (die Bilder sind rein illustratorisch und haben mit dem Fall nichts zu tun), pic3