Wir alle wissen: Einwanderern, vor allem Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika, geht es im Westen schlecht. Sie sind meist arbeitslos (was das durchfüttern ihrer fünf bis acht Kinder nur mithilfe von Sozialleistungen ermöglicht), sie sprechen die Sprache der Länder, die sie beherbergen oft nicht gut und dann gibt es natürlich die furchtbaren fremdenfeindlichen Parteien, welche die Bereicherung unserer europäischen Kulturen nicht zulassen wollen.
Eine wichtige Ausnahme hiervon gibt es allerdings: Asiaten. Sie gehören in vielen westlichen Ländern zu den Spitzenverdienern und haben auch häufig den Ruf eines zurückhaltenden, aber doch hartarbeitenden Volkes. Jedoch darf man sich davon nicht täuschen lassen, denn die ostasiatischen Einwanderer haben kollektiv einen Pakt mit den weißen, männlichen, heterosexuellen Rassisten und Unterdrückern des Westens geschlossen und gehören nun zum Kreis der Privilegierten in Europa und Amerika...
... so lautet die Erklärung, die uns die Apologeten der selbstzerstörerischen (Einwanderungs-)Politik des Westens liefern. Von VICE über die Huffington Post bis hin zu zahlreichen kleinen Internet-Zeitungen berichtet man (hauptsächlich auf die USA bezogen) vielerorts, dass asiatische Einwanderer entweder bewusst, oder unbewusst der weißen Mehrheit bei ihrem unterdrückerischem Verhalten behilflich sind.
Denselben Menschen, die dabei bedingungsloses Vertrauen gegenüber illegalen Einwanderern aus muslimischen Ländern propagieren, scheint plötzlich egal zu werden, wie rassistisch sie selbt dabei gegenüber Asiaten sind. Daher haben die Chinesen (welche, wie sich herausstellt, aus der Ferne gut mitverfolgen, was in Europa und Nordamerika passiert) für die "Gutmenschen" und "Social Justice Warriors" ihren eigenen Begriff ins Leben gerufen: Baizuo ( 白左 ), was wörtlich übersetzt "Weiße Linke" heißt. Der chinesische Politologe Zhang Chenchen schildert die "weißen Linken" folgendermaßen:
Menschen, die sich nur für Themen wie Immigration, Minderheiten, Lesben und Schwule und die Umwelt interessieren und keine Vorstellung von echten Problemen in der echten Welt haben.
Doch was bedeutet das für Europa? Sind Chinesen und andere Ostasiaten im Prinzip nichts als eine weitere bloße Gruppe von Immigranten? Ja und nein, denn was asiatische Immigranten tatsächlich machen, ist, dass sie in gewisser Weise als eine zusätzliche Stütze für die Kultur und Lebensweise Europas dienen.
Vor kurzem war ich mit @melange in der Wiener Staatsoper und uns ist aufgefallen, dass bis auf einige wenige Ausnahmen, alle Besucher, die in der Schlange für die Stehplätze standen, asiatisch waren. Der Grund aus dem ich das erwähne ist der, dass es sehr oft scheint, als hätten Asiaten ein ehrliches und herzliches Interesse an westlicher Kultur, wie auch das folgende Beispiel zeigen soll:
Frankreich. Mit seinen circa 540.000 chinesischen Einwanderern* hat es eine auffallend große Gemeinde aus Asien. Sie haben den Ruf, hartarbeitende Menschen zu sein, die auch auf eigene Faust erfolgreich werden können. Andere Einwanderer, allen voran Nordafrikaner, die sich durch die Chinesen gefährdet sehen, versuchen daher, diese einzuschüchtern. Im Pariser Stadtviertel Aubervilliers, welches viele muslimische Migranten beherbergt, wohnen auch 4000 Chinesen. Diese hatten alleine im Jahr 2016 mehr als 100 gewaltsame Angriffe zu beklagen. Am 4. September desselben Jahres kam es dazu, dass etwa 15.000 chinesische Demonstranten als Reaktion auf die Ermordung des Familienvaters Zhang Chaoling auf die Straße gingen und besseren Polizeischutz verlangten. Man merke an, dass sie dabei fast ausnahmslos mit französischen Fahnen demonstrierten und Hemden mit blau-weiß-roten Aufschriften trugen. Sie zeigten also auch gerne Patriotismus für ihre neue Heimat (und man weiß ja, dass es daran in gewissen anderen Migranten-Gemeinden mangelt).
Die chinesischen Demonstrationen im Jahr 2016. Auf den Hemden der Teilnehmer die Aufschrift "Sicherheit für alle".
Ein weiterer Grund, warum Asiaten überwiegend positiv im Westen auffallen, ist der, dass sie nicht auf Kosten des durchschnittlichen Steuernzahlers leben, sondern selber erfolgreich sind. Wenn man die offiziellen Statistiken aus dem Vereinigten Königreich hernimmt (leider gibt es keine zuverlässigen aus dem deutschsprachigen Raum), dann fällt auf, dass weiße Briten in vielen Kategorien genau im Durchschnitt liegen. Jeweils mehr als 30% der Zugehörigen der Gruppen "Chinese", "Indian" und "Asian other" verdienen hingegen mehr als 1.000 Pfund im Monat.**
Aus diesen Gründen denke ich, dass Asiaten, welche größtenteils tatsächlich ein Verständnis dafür zu haben scheinen, wie man sich in eine Gesellschaft einbaut, das Potenzial haben, den Europäern vor Augen zu führen, dass der "Muster-Einwanderer" kein bloßer Mythos ist und, dass man für Immigranten nicht auf seinen Lebensstil oder seine Kultur verzichten muss. Es ist aber an uns, den Erben dieser jahrtausendelangen europäischen Kulturgeschichte, dies auch zu erkennen und zu handeln!
Quellen
(1) Black Pigeon Speaks - WHITE LEFT:
(2) FRANCE 24 English - France's Chinese community speaks out after string of muggings:
(3) RT - "Community is dying in silence":
(4) finance twitter - North African attack Chinese in France: http://www.financetwitter.com/2017/02/north-african-attack-chinese-in-france-for-being-too-hardworking-rich.html
(5) express.co.uk - Migrants at war: https://www.express.co.uk/news/world/759995/North-African-youth-gangs-Chinese-migrants-Paris
(6) BBC - A killing in Paris: why French Chinese are in uproar: http://www.bbc.com/news/world-europe-37720780
(*) culturaldiplomacy.org - Chinese diaspora: http://www.culturaldiplomacy.org/academy/index.php?chinese-diaspora
(**) gov.uk - Household income: https://www.ethnicity-facts-figures.service.gov.uk/work-pay-and-benefits/pay-and-income/household-income/latest