Am 27. Juni dieses Jahres verstarb der berühmte englische Kinderbuchautor Michael Bond. Zwischen 1958 und 2017 schrieb er zahlreiche Bücher über seine weltbekannte Figur, Paddington Bear. Die Buchreihe ist ein voller Erfolg, denn sie wurde in über dreißig Sprachen übersetzt und mehr als 30 Millionen Mal verkauft. 2014 wurde die Geschichte verfilmt und dieses Jahr kam sogar die Fortsetzung des Films in die Kinos. Als ich mir vor kurzem den Film aus Interesse ansah, stellte ich jedoch fest, dass es sich bei dem Bären um einen illegalen Einwanderer im heutigen Europa handeln soll.
Paddingtons Geschichte beginnt damit, dass er von seiner Tante Lucy aus seiner Heimat, Peru, als blinder Passagier auf einem Schiff nach London geschickt wird. Dort angekommen, wird er von Familie Brown am Bahnhof Paddington aufgenommen und mit nach Hause genommen (daher der Name des Bären). Jedoch gibt es im Verlauf des Films mehrere auffällige Abschweifungen vom Original, die kaum falsch zu verstehen sind:
Im Film kam etwa die Frage auf, was man mit der Familie des Bären tun soll, wenn die sich ebenfalls beschließt, nach England zu ziehen. Außerdem spielt der Film bewusst nicht im Jahr 1958, sondern im 21. Jahrhundert. Die wohl auffälligste Modifikation der Geschichte ist allerdings die eigens für den Film erzeugte Figur des Bösewichts, Millicent Clyde, gespielt von Nicole Kidman. Miss Clyde äußert sich dem Bär gegenüber oft feindlich. Die Art, mit der sie das aber tut, lässt klar werden, dass es um Ausländerfeindlichkeit geht: "Let one bear in and soon the street will be full of them", beschwert sie sich. Ihr Ziel als Bösewicht ist es, den Bären auszustopfen und ins Naturhistorische Museum zu geben, da dies "der einzig richtige Ort für ihn" sei.
Es gehört allerdings dazugesagt, dass Paddington Bear seit der ersten Geschichte an quasi einen Flüchtling darstellen sollte. Der Autor sagte, dass er 1958 sich an die vielen geflüchteten jüdischen Kinder kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges erinnerte, welche vom europäischen Festland kamen und mit Namensschildern am Bahnhof Reading saßen. Die Produzenten des Films verbargen nicht ihre Absicht, auf ihre eigene Art und Weise daran anzuknüpfen. Nicole Kidman sagte sogar, dass die Botschaft des Films, nämlich die, dass man Fremde im eigenen Land immer mit offenen Armen willkommen heißen sollte, der Grund für ihr Mitwirken war. Ironisch ist bloß, dass sie ihre Kinder den Film nicht sehen ließ, obwohl sie behauptete, dass er vor allem für junge Personen sehr wichtig sei, die mit der jetzigen Masseneinwanderung konfrontiert werden.
Es ist schade um die Geschichte. Es ist schade, dass selbst Unterhaltung für Kinder keinen Weg vorbei findet an den Versuchen von links, ihre Agenden überall auszubreiten. Noch mehr zu denken gibt dieser Umstand, wenn man bedenkt, dass in Europa vielerorts schon sehr bald europäische Kinder in ihrer demographischen Altersgruppe eine Minderheit sein könnten. Die deutsche Regierung teilte dieses Jahr mit, dass ein Drittel der Menschen in Deutschland unter 18 Jahren Migrationshintergrund habe. Bei Kindern unter fünf Jahren seien es sogar 36% (näheres dazu hier).
Abschließend möchte ich betonen, dass es oft problematisch ist, in Unterhaltungsmedien eben solche versteckten Anspielungen zu finden, weil es gegen solche Vermutungen immer das schlagende Argument gibt, dass dieses oder jenes weit hergeholt ist. Das mag in sehr vielen Fällen auch der Fall sein, aber meine Meinung (und somit auch die Kernaussage dieses Artikels) ist, dass man sich ruhig auch mal auf seinen eigenen Eindruck verlassen sollte und den Blick hinter die Kulissen wagt.
Immerhin gilt es in unserem Informationszeitalter für die Politik mehr denn je, ihre Inhalte geschickt vermitteln zu können und den Laien für sich gewinnen zu können.
"Wer finden will, muss zuerst wissen, wie man versteckt." - Guy Montag (aus Ray Bradbury's Fahrenheit 451)