Weitgehend unbemerkt von der Welt, hat die Stuttgarter Börse Mitte April eine profunde Sensation angekündigt. Im Herbst 2018 wird eine 100-prozentige Tochter der Börse die kostenlose App Bison auf den Markt bringen, mit der man Cryptos handeln kann. Damit steigt weltweit die erste, traditionelle Wertpapierbörse in den Handel mit Cryptos ein. Diese Nachricht sollte für jeden Enthusiasten ein weiteres, deutliches Zeichen sein, dass man mit diesen Invests im richtigen Zug sitzt. Neulinge und in diesem speziellen Finanzsegment eher zurückhaltende Investoren könnten sich darin bestärkt sehen, sich in Cryptos zu engagieren nach dem Motto: Wenn es jetzt schon eine echte, deutsche Börse tut, kann das so verkehrt nicht sein. Die Stuttgarter sind auch kein Leichtgewicht unter den Europäern. In Deutschland sind sie unter den 11 Börsen und nach der Deutschen Börse Frankfurt der zweitgrößten Parketthandel, mit über 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2017.
Medienfeind Crypto
Der Prototyp der App wurde am 13. April auf der nicht unbedeutenden Finanzmesse Invest in Stuttgart vorgestellt. Die Messe, findet seit 2010 jährlich statt und ist die wichtigste, öffentliche Veranstaltung der Stuttgarter Börse. Gleichwohl schien es sich bei Ankündigung und Vorstellung der App für die Medien um keine besonders erwähnenswerte Nachricht zu handeln, die doch ansonsten auf Verbreitung jeder noch so kleinen Ente aus der Cryptoszene fixiert sind. Dass diese Sensation bundesweit keinerlei Erwähnung fand, lässt daher wieder einmal genau so tief blicken, wie der ununterbrochene, medienumspannende Geifer sogenannter Finanzexperten über Cryptowährungen.
Ab Herbst
Ab August soll die Betaversion getestet werden und auf September ist die Publikation der ersten, öffentlich erhältlichen Version terminiert. Zu Anfang soll der Betrieb mit Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin laufen. In einer Verlautbarung der Stuttgarter Börse heißt es, dass der Handel gebührenfrei sein wird. Wie wir Steemians von unserer internen Tauschbörse Blocktrades und anderen Kandidaten nur allzu gut wissen, bedeutet gebührenfrei, dass der Mehrwert des Betreibers auch über undurchsichtige, beliebige Mechanismen zur Kursbildung eingefahren werden kann. Daher sollte man, auch im Fall der Stuttgarter Börse, dem Terminus „Gebührenfrei“ keine allzugroße Bedeutung beimessen.
Mit Cryptoradar
Der Hersteller der App, das Fintech Sowa Labs gehört seit Oktober 2017 zur Börsentochter Börse Stuttgart Digital Ventures GmbH. Die Entwickler haben ihrer App den Cryptoradar beigefügt (Bild links). Dabei handelt es sich um eine KI–Anwendung, die speziell Cryptonachrichten ausfiltert und in Echtzeit eine Übersicht darüber gibt, in welcher Stimmung über welche Währung diskutiert wird.
Für den Betrieb von Bison wird kein lokales Wallet benötigt. Trader, die längst an den internationalen Cryptobörsen handeln, haut diese Nachricht nicht besonders von den Socken, gehört es doch zur Standardausstattung jeder Cryprtobörse, zu einem Account auch ein persönliches Wallet für jede gehandelte Währung zu bekommen.
Gewinnspiel
Durch das leider völlig untergegangene Posting von (last month, 4 votes) wurde ich auf die App aufmerksam und fand, das Thema braucht noch einmal mehr Reichweite. Dafür bedanke ich mich bei ihm ganz herzlich und biete an, noch nachträglich einen 100% Vote rüber wachsen zu lassen, wenn er meinen Artikel kommentiert. Weitere Einblicke soll es angeblich auf der Webseite von Bison geben. Allerdings kann man dort nach diesem Artikel auch nicht viel mehr erfahren, als dass ein Gewinnspiel um die App herum läuft (leider nur noch Ripple im Gewinnplan!), sowie eine PDF der Umfrage eingesehen werden kann, die während der Planung der App voraus ging. Die Stichprobe von 1000 Individuen halte ich alledings für sehr dünn.
Alle Illustrationen von Bison stammen aus Bildschirmfotos der Internetseite https://www.bisonapp.de
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Crash Test Dummies on Steem
Ich stelle absolut emotionslos fest: Heute ist der SBD um über 50 Prozent gestiegen. Nachdem der Coin ganz brav, über Wochen unter dem Wert des STEEM abhing, hat er sich innerhalb von Stunden mal wieder nach oben abgesetzt. Irgend eine Logik dabei zu suchen, ist sinnlos. Eines ist mir allerdings aufgefallen. Der Coin tut das regelmäßig dann, wenn ich aus Termingründen nicht mehr warten konnte und umtauschen musste. Natürlich steigt er erst nach meinem Tausch.
Zum Glück bin ich seit Wochen von einer ganz absonderlichen Ruhe befallen. Daher habe ich mich auch nicht ansatzweise gemüßigt gefühlt, darüber einen zynischen Orakel–Post zu verfassen und das ist jetzt doch schon bedenklich. Ich muss dringend mein Nachtleben wieder aufnehmen, sonst bekommt ihr in Zukunft nur noch so vernünftige Sachpostings von mir, wie diesen Artikel. Keine Spannung mehr, kein Nervenflattern, kein Rätselraten über Sinn und Verstand! Mir tut das ja gut, aber ihr, liebe Leser, tut mir dabei irgendwie leid. Früher war mehr Lametta in meinen Posts!
In eigener Sache
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